Coburg

Ein Urgestein wird 90

Herta Hoffmann feiert runden Geburtag. Die Coburgerin, die schon einige Schicksalsschläge erleben musste, engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich.
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Auch Stadträtin Johanna Thomack gratulierte Herta Hoffmann zum 90. Geburtstag. Foto: Martin Koch
Auch Stadträtin Johanna Thomack gratulierte Herta Hoffmann zum 90. Geburtstag. Foto: Martin Koch

"Du hast viele Schicksalsschläge erleben müssen", sagte Stadträtin Johanna Thomack am Donnerstag, als Herta Hoffmann im Ernst-Faber-Haus ihren 90. Geburtstag feierte. "Du hast aber immer deinen Humor bewahrt." Die Stadträtin war zwar in Vertretung von Oberbürgermeister Norbert Tessmer als Überbringerin der städtischen Glückwünsche erschienen. Aber so richtig offiziellen Charakter hatte der Geburtstagsnachmittag keineswegs: Die Stadträtin und Herta Hoffmann kennen sich schon viele Jahre.

Hoffmann ist quasi ein Urgestein des AWO-Mehrgenerationenhauses und des Treffs am Bürglassschlösschen. Die Altersjubilarin gehört dort seit der Eröffnung im Jahr 1993 zum Team. Sie hat sich seither vielseitig engagiert. Und sie arbeitet weiter ehrenamtlich mit, wenn auch in etwas reduzierter Form. "Das ist meine Herzensanlegenheit!" Herta Hoffmann, geborene Adamek, kam am 6. Dezember 1928 als zweite Tochter von Hans und Anna Adamek im oberschlesischen Kreuzburg auf die Welt. Die Eltern betrieben in Kreuzburg ein Herrenbekleidungsgeschäft.

Als die Sowejtarmee schon bis Breslau vorgedrungen war, flüchtete die Familien ins tschechische Brünn. Dort blieb Hoffmann bis zum Kriegsende. Dann setzte sich die Familie mit verbliebenen deutschen Soldaten in Richtung Westen ab. In Strakonitz, an der bayerisch-tschechischen Grenze, verbrachte das Geburtstagskind mit seiner Tante drei Wochen im Freien.

Dann kehrte die Familie zunächst nach Kreuzburg zurück. "Wir tippelten eine Woche lang täglich bis zu 25 Kilometer, bis wir endlich in Kreuzburg ankamen", erinnert sie sich. Die Familie setzte sich kurzfristig wieder in den Westen ab. Sie kamen nach Warburg in Westfalen.

Hoffmann besuchte eine Handelsschule. Anschließend ging es nach Solingen. Dort lernte sie ihren späteren Ehemann Otto Hoffmann aus Coburg kennen. Das Paar heiratete 1952. 1958 kam ihr schwerbehinderter Sohn Peter auf die Welt, der 1983 starb. Herta Hoffmann arbeitete in Coburg als Verwaltungskraft im Diakonisch-Sozialen Zentrum. Ein anderer Schicksalsschlag war im Jahr 2002 die schwere Erkrankung von Ehemann Otto. "Ich versorgte ihn zu Hause mithilfe von ambulanten Diensten bis zu seinem Tode 2010."

Seit 2012 wohnt Herta Hoffmann im Ernst-Faber-Haus. Dort ist sie Mitglied im Heimbeirat. Diakon Matthias Ernst und seine Stellvertreterin in der Heimleitung, Alexandra Otto, überbrachten die Glückwünsche des Hauses. Jutta Weigand, einst Leiterin des Treffs am Bürglassschlöschen, reihte sich in die Gratulantenschar ein. mako



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