Wonsees

Ein unersetzlicher Bestäuber

Der Wonseeser Kindergarten hat den den Dekade-Preis "Artenschutz" der Vereinten Nationen erhalten. Vor der Einrichtung wurde ein prächtiges Hotel für Wildbienen geschaffen.
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Die Wonseeser "Wildbienchen" in Aktion Foto: Horst Wunner
Die Wonseeser "Wildbienchen" in Aktion Foto: Horst Wunner
Die Kleinen des evangelischen Kindergartens Wonsees summten und schwebten fast über die Wiese. Sie waren ganz süß als Bienchen gekleidet und verkörperten damit das, für das die Tagesstätte eine besondere Auszeichnung erhalten hatte: den Dekade-Preis "Artenschutz" der Vereinten Nationen.
Die Wonseeser Einrichtung gehört damit zu den wenigen Preisträgern in der Region, die die besonderen Anforderungen eines aufwendigen Bewerbungsverfahrens erfüllt und das Projekt mit Leben erfüllt haben.
Schon am schön bepflanzten und neu gestalteten Eingang wird sichtbar, warum die Wonseeser auserkoren wurden. Denn ein prächtiges Insektenhotel bietet reichlich Platz für Wildbienen, von denen es 570 Arten gibt - noch. Es ist Heimat für diese bedrohte Spezies, ohne die ein menschliches Leben schwer vorstellbar wäre.
Die Anlage vermittelt den Kindern, die Natur wertzuschätzen. "Wir möchten einen Beitrag leisten zum Schutz der Artenvielfalt. Der Wanderer, der vorbeikommt, wird auch aufmerksam", sagte Kindergartenleiterin Elfriede Schneider bei der Preisübergabe. Es sei für die Seele besänftigend, "wenn neben den Wildbienen nun Hunderte von Schmetterlinge rumfliegen und das Taubenschwänzchen Nahrung sucht".


"Umweltschutz geht uns alle an"

Thomas Köhler, Projektmanager und Vorsitzender des Vereins "Artenschutz in Franken", nannte die Maßnahme ein sichtbares Zeichen an die Gesellschaft, auf Artenvielfalt und Umweltbildung hinzuweisen. "Umweltschutz geht uns alle an", so sein Credo.
Der Nachwuchs könne den Naturzyklus verfolgen, selbst Futterpflanzen in die Erde setzen und damit die Wildbienen anlocken, die "schon fast in alle Zimmer des Hotels eingezogen" seien. Das Projekt "Wilde Bienchen" solle nachfolgende Generationen mit den zunehmend wichtiger werdenden Themen Umwelt und Artenschutz am Beispiel des unersetzlichen Bestäubers "Wildbiene" erreichen, betonte Köhler.
Auf die Bedeutung von Gottes Schöpfung wies Dekanin Martina Beck hin. Fachbereichsleiterin Elke Wuthe von der Die KITA gGmbH freute sich über die Verwirklichung der Idee.
Und Bürgermeister Andreas Pöhner war sichtlich begeistert: "Ich hätte mir nie träumen lassen, dass Wonsees mal die Aufmerksamkeit der Vereinten Nationen bekommt. Wir haben unseren Bauhof gerne mit eingesetzt und alles von Anfang an begleitet". Lob gab es auch von Landrat Klaus Peter Söllner: "In Wonsees ist Artenschutz zu Hause."
Dass das Projekt mit auf den Weg gebracht wurde, ist auch der Deutschen-Post-Lotterie zu verdanken. Sie unterstützte es mit 8500 Euro. Repräsentantin Sabine Haeßler war extra aus Düsseldorf angereist, um sich ein Bild vor Ort zu machen. Sie zeigte sich angetan: "Wir sind schon ein bisschen stolz, das Engagement gemeinnütziger Organisationen zu unterstützen."
Lustige Spiel- und Kreativstationen rund um die Biene, eine Fotodokumentation und eine Ausstellung über die Bienenaktivitäten der Kids gehörten zum Nachmittag. Es war ein ganz spezielles Sommerfest mit einem außergewöhnlichen Preis im Blickpunkt.


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