Schlüsselfeld

Ein Toter und ein Lkw in Flammen

Die A3 bei Höchstadt war gestern einmal mehr Schauplatz zweier folgenschwerer Unfälle. Sie musste stundenlang gesperrt werden.
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Keine Überlebenschance hatte der Fahrer dieses Kleintransporters auf der A3.  Foto: News5/Merzbach
Keine Überlebenschance hatte der Fahrer dieses Kleintransporters auf der A3. Foto: News5/Merzbach
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Andreas Dorsch Das immer weiter wachsende Verkehrsaufkommen auf der A3 im Raum Schlüsselfeld fordert auch seine Opfer. Nach einem spektakulären Lkw-Unfall gestern am frühen Morgen raste Stunden später ein Kleintransporter in das Stauende. Der Fahrer wurde dabei in seinem Fahrzeug eingeklemmt und starb noch an der Unfallstelle.

Nach Erkenntnissen der Polizei kam gegen 3.30 Uhr ein mit Autoteilen beladener Sattelzug zwischen den Anschlussstellen Höchstadt-Nord und Schlüsselfeld nach rechts von der Fahrbahn ab, streifte auf einer Überführung eine Betonleitplanke, lenkte zurück und kam auf der Überholspur zum Stehen.

Wie Sebastian Weber, Sprecher der Kreis-Feuerwehren, berichtete, wurde dabei der Tank des Sattelzuges aufgerissen. Durch den Aufprall entstandene Funken setzten sofort den ausgelaufenen Kraftstoff in Brand und innerhalb weniger Minuten stand der gesamte Sattelzug in Flammen. Der 58-jährige Fahrer, der für eine türkische Spedition unterwegs war, konnte sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Unverletzt blieb auch der Fahrer eines nachfolgenden Kleintransporters, der beim Ausweichmanöver in die Leitplanke krachte.

Um den brennenden Sattelzug löschen zu können, musste die A3 in beide Richtungen für zweieinhalb Stunden komplett gesperrt werden, erst dann konnte eine Fahrbahn Richtung Nürnberg wieder freigegeben werden. Die Sperrung Richtung Würzburg dauerte bis um die Mittagszeit. Die Feuerwehren aus Höchstadt und Mühlhausen waren die ersten am Einsatzort, die Wehren aus Wachenroth, Lonnerstadt, Weingartsgreuth, Schlüsselfeld und Steppach wurden nachalarmiert. Schon allein, um mit Tanklöschfahrzeugen die Wasserversorgung am Brandort auf der Autobahn zu sichern, wie Feuerwehr-Pressesprecher Weber erklärte. Bei der Bergung halfen dann ein Kran vom THW Baiersdorf und ein Radlader vom THW Erlangen.

Über die Ursache für den nicht alltäglichen Lkw-Unfall kann die Polizei nur spekulieren. "Mit dem Fahrzeug ist auch der elektronische Fahrtenschreiber komplett verbrannt", berichtete Rüdiger Thiem, Sprecher der Verkehrspolizeiinspektion Erlangen.

"Ein schwieriges Feld"

Die A3 war Richtung Würzburg noch gesperrt, als gegen 10.30 Uhr ein Kleintransporter kurz vor der Ausfahrt Höchstadt-Ost in einen am Stauende stehenden Sattelzug krachte. Der 40-jährige ukrainische Fahrer, der in dem Renault mit polnischer Zulassung für eine deutsche Firma unterwegs war, wurde in seinem Fahrzeug eingeklemmt und überlebte den Unfall nicht. Den Sachschaden an den stark beschädigten Fahrzeugen schätzt die Polizei auf mehrere Zehntausend Euro. Auch über die Ursache dieses folgenschweren Unfalls kann bisher nur spekuliert werden. Für Rüdiger Thiem sind diese auf 3,5 Tonnen begrenzten Kleintransporter generell "ein schwieriges Feld". Sie sind nicht mautpflichtig, brauchen keinen Fahrtenschreiber und unterliegen keiner Geschwindigkeitsbegrenzung.

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