Wiesenttal

Ein Thema für die Prunksitzung?

Wegen behördlicher Auflagen steht die Feuerwehr Streitberg ohne Schulungs- und Lagerraum da. Doch Bürgermeister Helmut Taut (FW) zeigt sich optimistisch, eine einvernehmliche Lösung zu finden.
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Der Schulungsraum über der Fahrzeughalle neben dem Streitberger Bürgerhaus genügt nicht mehr den aktuellen Anforderungen des Brandschutzes.  Foto: Josef Hofbauer
Der Schulungsraum über der Fahrzeughalle neben dem Streitberger Bürgerhaus genügt nicht mehr den aktuellen Anforderungen des Brandschutzes. Foto: Josef Hofbauer

Josef Hofbauer Die Freiwillige Feuerwehr Streitberg mit ihren 40 Aktiven, dazu sieben Jugendlichen und einer 17-köpfigen Kinderfeuerwehr hat derzeit weder einen Schulungs- noch einen Lagerraum. Vorsitzende Marion Zimmermann sieht daher die Gemeinde in der Pflicht. Nachdem die Gemeinde den Feuerwehrleuten verboten habe, die Räume über der Fahrzeughalle zu betreten, wisse keiner, wie es weiter gehen soll, monieren die Rothelme.

"Es wäre angemessen und wünschenswert, wenn sich Gemeindevertreter mit den Betroffenen in Verbindung setzen würden, ehe Beschlüsse gefasst werden", unterstreicht Marion Zimmermann. Sie plädiert dafür, gemeinsame Lösungen für die Probleme des gemeindlichen Feuerwehrwesens zu erarbeiten.

Irritiert zeigen sich die Feuerwehrler auch, weil der Grund für das Nutzungverbot der Räume über der Gerätehalle bereits seit der Errichtung des Bürgerhauses in den 70-er Jahren bestehe. "Natürlich fällt das Bürgerhaus nicht ein", unterstreicht Marion Zimmermann, doch es sei auch nicht richtig, dass die Räume weiterhin als Lager genutzt werden könnten, wie dies bei der jüngsten Gemeinderatssitzung dargestellt worden sei. Die Räume dürften "weder als Aufenthaltsraum, noch als Lager" genutzt werden. Von diesem Beschluss sei die Feuerwehr weder vorher noch nachher seitens der Gemeindeverwaltung in Kenntnis gesetzt worden. Auch von einer Nutzungsuntersagung, die bereits vor Jahren ausgesprochen worden sei, ist der Vorsitzenden der FFW Streitberg nichts bekannt. "Wir wurden davon nie offiziell in Kenntnis gesetzt", so Zimmermann.

Wie Hochzeitsfeiern

Bürgermeister Helmut Taut (FW) will von einer Konfrontation mit der Feuerwehr nichts wissen. "Das ist ein Thema für die Prunksitzung", findet er. Dabei verweist er auf die Investitionen von einer halben Milion Euro für neue Feuerwehrfahrzeuge. Die letzen Feuerwehrversammlungen seien "von der Stimmung her Hochzeitsfeiern" gewesen, so Taut.

Auch die Bürgerversammlungen, an denen der halbe Gemeinderat teilgenommen habe, seien Selbstläufer gewesen. Da sei nie ein böses Wort seitens einer Feuerwehr gefallen, so Taut. Er stellt klar: "Geheime Beschlüsse hat es nie gegeben." Und weil die Streitberger mit Roland Knauer einen Mann aus ihren Reihen im Gemeinderat hatten, seien die Floriansjünger stets über alles informiert gewesen. Offizielle Mitteilungen habe Taut deshalb für überflüssig gehalten.

Außerdem habe der Bürgermeister den kleinen Saal im Bürgerhaus als Ausweichquartier angeboten. "Ich habe der Feuerwehr mitgeteilt, dass das Bürgerhaus im Februar an 17 Tagen belegt ist und der Feuerwehr an 13 Tagen zur Verfügung steht". Das biete genügend Spielraum, findet der Bürgermeister des Marktes Wiesenttal, der einräumt: "Das ist zwar nicht so bequem wie in Muggendorf oder Oberfellendorf, aber dafür ist es nur eine Provisorium." Die Gemeinde sei bestrebt nachzurüsten, so dass die Streitberger Wehr in absehbarere Zeit die Räumlichkeiten über der Fahrzeughalle wieder nutzen könne.

Details seien noch nicht bekannt, aber mit einer Außentreppe könne ein zweiter Fluchtweg geschaffen werden. Hinsichtlich der Tragfähigkeit der Decke, müssten die Ergebnisse eines Statikers abgewartet werden.

Damit zeigt sich die Feuerwehr aber nicht zufrieden. Es sei richtig, dass der kleine Saal des Bürgerhauses an zwei Abenden in der Woche zur Verfügung stehe. Wie man es in diesem Zeitfenster durch "Terminoptimierung" schaffen soll nicht vor und nach jeder Nutzung die Bestuhlung auf- und abzubauen, Leinwände, Beamer, Computer und ähnliches zu installieren, erschließt sich den Floriansjüngern aber nicht. Zudem müssten die Gerätschaften immer erst kurz vor den Veranstaltungen von den nun nicht mehr vorhandenen Lagerräumen in den Saal geschafft werden. Dies untergrabe jede Spontaneität. Darüber hinaus stelle der kleine Saal wohl keine Lösung für die Lagerung der Vereinsutensilien dar.

Wo die hin sollen, darüber gibt es bis dato bei den Verantwortlichen der Gemeinde noch keine Vorstellungen. "Ich bin da nicht involviert", erklärt Kämmerer Hans Müller. Er zeigt sich aber zuversichtlich, dass hier eine einvernehmliche Lösung gefunden werden kann. Auch Bürgermeister Helmut Taut ist optimistisch. "Ich bin da ganz entspannt."

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