Erlangen

Ein teurer Rausch

Ein junger Mann aus Erlangen wurde wegen Dealerei verurteilt.
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Handel und Konsum mit Marihuana hat ein 21-Jähriger aus Erlangen gestanden.   Symbolfoto: Christopher Schulz
Handel und Konsum mit Marihuana hat ein 21-Jähriger aus Erlangen gestanden. Symbolfoto: Christopher Schulz

Michael Busch Bis zu 15 Jahren Gefängnis drohen, wenn jemand illegale Rauschmittel, also Drogen, in nicht geringen Maßen besitzt. 17,2 Gramm des Stoffes Tetrahydrocannabinol sind keine geringe Menge mehr, bei 15 Gramm ist mit der geringen Menge Schluss. Der angeklagte 21-jährige Erlanger hatte 2,2 Gramm zuviel, als ihn die Polizei im November 2018 aufgriff.

Fast 200 Gramm Marihuana fanden sie bei dem Mann, der in Erlangen kontrolliert wurde. Zuviel für den Eigenbedarf, die Polizei ging davon aus, dass es sich bei dieser Größe um Handelsware handelte. Die Staatsanwältin führte diesen Vorwurf in der Anklage ebenso aus, wie den weiteren Fall, dass der Mann unter Drogeneinfluss auch noch Auto gefahren ist. Bevor es zur Beweisaufnahme kam, unterbrach Richter Wolfgang Gallasch die Schöffengerichtsverhandlung, um dem Wunsch der Rechtsanwältin des Beschuldigten nachzukommen, ein Rechtsgespräch zu führen. Offensichtlich hatte man dort einen Weg gefunden, denn eine aufwendige Beweisaufnahme wurde letztlich nicht nötig.

Der kaufmännische Angestellte legte ein umfassend und ein von Reue getragenes Geständnis ab, wie es vor Gericht immer heißt. Er ließ über seine Anwältin erklären, dass er durch die Verfolgung durchaus beeindruckt worden sei.

Sowohl den Verkauf als auch den Konsum habe er aufgegeben. "Nein, ich brauche keine Therapie, ich schaffe das alleine", erklärte er dem vorsitzenden Richter Gallasch, der in den Raum stellte, ob man eine Therapie im Rahmen der Strafbemessung anordnen solle. "Ich habe gelernt und versuche mich zu verändern", führte der Mann aus.

16 Monate Gefängnis forderte die Staatsanwältin, die Rechtsanwältin 14 Monate, das Gericht reagierte mit 15 Monaten. Diese wurden zur Bewährung ausgesetzt, nicht zuletzt wegen des Geständnisses, aber auch wegen den glaubhaften Versicherungen, dass eine solche Verfehlung nicht mehr vorkomme.

Drei Jahre Bewährungsfrist sollen diese Einstellung in die Zukunft sichern. Aber auch der Betrag von 1200 Euro, der in Monatsraten von 50 Euro an das Erlanger Frauenhaus zu zahlen sei. "Zwei Jahre lang werden Sie Monat für Monat an diese Tat erinnert", gab Gallasch dem Verurteilten mit auf den Weg.

Dieser hat weiterhin die Kosten des Gerichtes zu tragen, muss seinen Führerschein neu machen und zuvor die medizinisch-psychologische Untersuchung über sich ergehen lassen. Bis dahin geht es mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch die Lande.

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