Ein Strauß Rosen reicht nicht

Heute ist Valentinstag und viele Verliebte und Paare schenken sich zum Tag der Liebe etwas. Das alleine reicht jedoch nicht aus, um eine gute Beziehung oder Ehe zu führen. Simone Steiner von der Familienberatung gibt ein paar Tipps.
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Mit einem Strauß Blumen am Valentinstag ist es nicht getan: Simone Steiner von der Caritas Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung empfiehlt, ein paar feste kleine Rituale zur Pflege einer Beziehung im Alltag einzuplanen.  Foto: Christian Charisius/dpa
Mit einem Strauß Blumen am Valentinstag ist es nicht getan: Simone Steiner von der Caritas Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung empfiehlt, ein paar feste kleine Rituale zur Pflege einer Beziehung im Alltag einzuplanen. Foto: Christian Charisius/dpa

Theresa Schiffl Heute werden weltweit ungefähr 110 Millionen Rosen verkauft und über 220 000 Paare machen sich einen Heiratsantrag. Dass die Sache mit der Liebe nicht so einfach ist, wissen sicherlich die meisten. Dass eine Aufmerksamkeit zum Valentinstag alleine nicht für eine glückliche Beziehung oder Ehe ausreicht, sicherlich auch.

Hilfe bei Trennung und Scheidung

Wenn es dann doch einmal zu Problemen, Gedanken an Trennung oder gar Scheidung kommt, hilft Simone Steiner, Leiterin der Caritas Erziehungs, Jugend- und Familienberatung in Herzogenaurach, mit ihrem Team weiter. Sie gibt ein paar Tipps für eine liebevolle und harmonische Beziehung, damit es erst gar nicht so weit kommt.

"Besonders für Kinder ist es wichtig, dass die Eltern eine gute Ehe führen", erklärt Steiner. In ihrem Tätigkeitsbericht von 2017 schreibt die Beratungsstelle, dass die Paarbeziehung das Fundament des Familienlebens bilde. Deren Qualität habe starken Einfluss auf die Entwicklung der Kinder. Eltern dienten als Vorbilder für Erfahrungen wie den Austausch von Zuneigung und Wertschätzung, den Umgang mit Meinungsverschiedenheiten sowie der gemeinsamen Bewältigung des Alltags.

Deshalb werden in der Beratungsstelle auch nur Familien betreut. Trotz Alltagsstress mit Kindererziehung, Beruf, dem Haushalt und was sonst noch so anfällt, sei es besonders wichtig sich auch als Paar nicht aus den Augen zu verlieren. "Man muss die Paarbeziehung pflegen", sagt Steiner.

Mehr Konflikte als nur Erziehung

Oftmals kommen Paare zunächst in die Beratungsstelle, da es Uneinigkeiten bei Erziehungsfragen gäbe, erklärt Steiner. Ließen sich diese Probleme in mehreren Sitzungen nicht lösen, gäbe es häufig noch weitere unterschwellige Konflikte in der Beziehung.

Es gäbe bestimmte "Nährstoffe", die für die Paarbeziehung besonders wichtig sind. Dazu gehören zum Beispiel kleine Berührungen im Alltag, die sich nicht auf das Sexuelle beziehen, so Steiner. "Das kann eine kleine Berührung am Arm sein oder eine Umarmung."

Wichtig sei auch, dass sich Paare genügend Aufmerksamkeit schenken und wissen, was den anderen beschäftigt. Das sei zum Beispiel beim Verabschieden und Begrüßen möglich.

Feste Rituale, die nur das Paar betreffen, können für eine langanhaltende, glückliche Beziehung ebenfalls förderlich sein. "Das muss gar nichts Großes sein. Es kann eine Tasse Kaffee am Abend sein, wo man über den Tag in der Arbeit spricht, oder ein Spaziergang, den man miteinander macht", meint Steiner.

Neben positiven Nährstoffen gibt es auf der anderen Seite aber auch noch das Gift. Dazu gehören zum Beispiel negative Gedanken oder Unterstellungen. "Völlig falsch ist es zu denken, dass der andere versucht, einen zu ärgern, wenn er vielleicht mal etwas vergisst oder etwas falsch macht", meint Steiner.

Respektvolle Kommunikation

Dann müsse man miteinander reden. Auch dabei gäbe es ein paar Punkte zu beachten. "Partner sollten sich Gesprächen nicht entziehen." Außerdem sei es falsch, etwas nicht zu sagen oder gar dem anderen Unterstellungen zu machen, wie es ihm geht. Steiner sagt: "Da muss man dann einfach konkret Nachfragen." In Gesprächen sollten Paare versuchen, ihre Gefühle in "Ich-Botschaften" zu kommunizieren. Kracht es dann doch, sei es völlig in Ordnung auch einmal "Stopp" zu sagen, wenn es einem Partner zu viel wird. "Derjenige, der das Streitgespräch dann unterbricht, muss dann jedoch das Gespräch zu einem besseren Zeitpunkt wieder aufnehmen."

Eltern haben laut dem Gesetz einen Anspruch auf die kostenlosen Beratungen, erklärt Simone Steiner. "Bei uns kann man sich auch einfach Hilfe suchen, wenn man denkt, dass irgendwas in der Ehe nicht mehr passt. Auf alle Fälle sollte man zu uns kommen, wenn die Kinder leiden und sich in ihrem Verhalten verändern."

Seminare und Vorträge

Neben einer persönlichen Beratung von Familien bietet die Caritas in Herzogenaurach auch verschiedene Vorträge oder Seminare an. Am 13. März zum Beispiel geht es bei dem Vortrag "Ich höre was, was Du nicht sagst " darum, wie Kommunikation in der Familie gelingen kann.



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