Zeil am Main
KOMMENTAR von Klaus Schmitt

Ein starkes Signal

Wohin man auch schaut dieser Tage, scheinen nationale Bestrebungen und Egoismen die Oberhand zu gewinnen. Soll so das Europa der Zukunft aussehen?     Es ge...
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Wohin man auch schaut dieser Tage, scheinen nationale Bestrebungen und Egoismen die Oberhand zu gewinnen. Soll so das Europa der Zukunft aussehen?
    Es geht auch anders. Die beiden Partnerstädte Zeil und Rymarov in Tschechien machen es vor. Sie haben aus einer belasteten gemeinsamen Geschichte heraus einen Weg gefunden, der verbindet.
    Nun könnte man sagen, das sind doch nur zwei kleine, unbedeutende Kommunen. Was sollen die schon bewirken?
    Aber genau das ist der Ansatzpunkt. Völkerverständigung, welch ein großes Wort, vollzieht sich immer zwischen Menschen. Nicht unbedingt zwischen Politikern oder Staaten. Wenn die Menschen sich näher kommen, sei es privat oder in Vereinen oder über andere kulturelle Verbindungen, dann kann eine Basis geschaffen werden, in der Grenzen überwunden werden, und zwar in jeder Hinsicht. Bei den zurückliegenden Treffen der Gruppen aus Zeil und Rymarov konnte man den Eindruck gewinnen, dass viel Herzlichkeit dabei ist. Man versteht sich, es sind sogar schon einige Freundschaften entstanden. Natürlich sind es bisher nur wenige Personen, die diese Partnerschaft tragen und mit Leben erfüllen. Aber der Anfang ist gemacht und der stimmt sehr hoffnungsvoll. Vielleicht kommen immer mehr dazu. Es ist davon auszugehen, dass eine Partnerschaft auch einmal etwas weniger gepflegt wird, dass sie vielleicht ein bisschen einschläft. Das sollte nicht davon abhalten zu versuchen, diese Verbindung auf eine breitere Basis zu stellen. Über die Vereine vielleicht.
    Europa beginnt bei den Menschen, und wenn die Beziehungen dort funktionieren, dann könnte das ein Signal für die große Politik sein. Erste Ansätze gibt es.
    Übrigens: Als vor knapp sieben Jahren eine Pilgergruppe aus Zeil in Israel war, hat sie vor Ort eine ähnliche Erfahrung zu sehen und bestätigt bekommen: Auch Israelis und Palästinenser können miteinander - wenn man sie nur lässt. Privat und beruflich kommt man miteinander aus. Dort, wo es überhaupt möglich ist. Und natürlich nicht überall. Auch dort gibt es gute Ansätze.
    Schwierig wird es, wenn die große Politik ins Spiel kommt. Dann sprechen die Ideologen ...

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