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Coburg

Ein Sprung von Hannover nach Coburg

Nach gut eineinhalb Jahren Vakanz ist die Pfarrstelle in Seidmannsdorf wieder besetzt. Michael Herzer ist der neue Pfarrer.
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Dekan Stefan Kirchberger (rechts) und Pfarrer Michael Herzer verlassen nach der Installation die Liebfrauenkirche in Seidmannsdorf. Foto: Martin Koch
Dekan Stefan Kirchberger (rechts) und Pfarrer Michael Herzer verlassen nach der Installation die Liebfrauenkirche in Seidmannsdorf. Foto: Martin Koch

Mit Pfarrer Michael Herzer, der am Sonntag Reminiscere in der "Pfarrkirche zu unserer lieben Frau" von Dekan Stefan Kirchberger in sein neues Amt eingeführt wurde, ist das geistliche Team der Pfarrei Coburg Süd, zu der die Kirchengemeinde Seidmannsdorf gehört, wieder komplett. Zu dem Team gehören die Pfarrer Rolf Rossteuscher (Niederfüllbach), Alexander Rosenmeyer (Creidlitz) und Diakonin Nicole Koch. Außerdem ist die Klinikumspfarrerin Susanne Thorwart der Lukaskirchengemeinde noch zugeordnet.

Für Pfarrer Herzer war es erst einmal ein großer Sprung nach Süden. Er war Pastor (wie Pfarrer dort heißt) der evangelisch-lutherischen Kirche von Hannover. Neben der Gemeindearbeit vor Ort in der Kirche von Hannover, direkt an der Kirchengrenze zu Bremen, war Herzer auch noch in der "Diakonie Freistatt", einem ausgegliedertem Territorium der Diakonischen Anstalten von Bethel ("Bethel im Norden") beschäftigt. Jetzt als Pfarrer in Bayern ist es weniger kompliziert.

So mir nix dir nix hat es den 1971 geborenen Geistlichen aber nicht in den Norden Bayerns verschlagen. Seine Lebensgefährtin Mareike Erbacher stammt aus dem Landkreis Coburg. Sie ist hat Lehramt fürs Gymnasium studiert. Das Paar hat drei kleinere Kinder, die jetzt in Coburg leben. Aus seiner ersten Ehe hat Pfarrer Herzer zwei erwachsene Töchter.

"Die Erinnerungen Gottes sind Güte und Barmherzigkeit", sagte Dekan Kirchberger in Anlehnung an die deutsche Übersetzung des lateinischen Sonntagsnamens. Wenn Gott sich erinnere, stoße er auf nichts anderes als auf Liebe, Güte und Barmherzigkeit. "Mit diesen Gaben kommt er in eine Welt, die nicht lieb und gut und barmherzig ist. In Jesus Christus gibt Gott die Welt nicht verloren, sondern er gewinnt sie zurück und versöhnt sie mit sich selbst. Nicht mit Kampf und Krieg, mit Güte und Barmherzigkeit gewinnt uns Gott", sagte Kirchberger. Pfarrer Herzer verglich seinen leicht lädierten Küchenschrank, der jetzt im Pfarrhaus Seidmannsdorf stehe, mit den Flecken und Runzeln im Leben der Menschen. In der Baustelle des Lebens gebe es eben Bruchstellen. Hauptsache sei aber Gottes ewiges Licht. "Das wird einmal ganz unser Leben ausleuchten, und dann wird es gut sein", fuhr Herzer fort.

Oberbürgermeister Norbert Tessmer erinnerte sich in seinem Grußwort an seine Ausbildung beim Bundesgrenzschutz in Niedersachsen, der Heimat von Pfarrer Herzer. Nun sei der Geistliche in Coburg angekommen, der bedeutendsten Gedenkstätte des Reformators Martin Luther in den alten Bundesländern. Der Bürgermeister von Grub am Forst, Jürgen Wittmann, schloss sich im Namen des Grüber Gemeindeteils Rohrbach an. "Für uns beginnt eine vorweggenommene österliche Freudenzeit", sagte Pfarrer Rolf Rossteuscher, der Senior des Coburger Pfarrkapitels. "Wir wollen unter dem Licht der Liebe Gottes gemeinsam unterwegs sein." Andrea Stier, Vertrauensfrau des Seidmannsdorfer Kirchenvorstands, freute sich, dass wieder Licht im Pfarrhaus brenne und Kinderlachen zu hören sei. "Da geht mir das Herz auf", sagte Stier. Pastoralreferent Ralph Walta vom katholischen Seelsorgebereich Coburg Stadt und Land wies darauf hin, dass der gemeinsame Weg die christlichen Konfessionen immer enger zusammenführe.

Den Festgottesdienst gestalteten der Posaunenchor sowie der Kirchenchor Seidmannsdorf musikalisch aus.