Ein spöttisches Lob auf den Wein

Schnellzeichner Carlo Dernbach und die Gebietswinzerschaft arbeiten zusammen - zur Erheiterung aller. Konni Albert, heimischer Mundart-Sänger, stellte die neue CD vor.
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Die Zusammenarbeit zwischen der Gebietswinzerschaft und der Interessenvereinigung "Kunstvereint" trägt pralle Früchte. In der bereits vierten Vernissage der noch jungen Kooperation präsentierten die Partner den Schnellzeichner Carlo Dernbach gemeinsam mit dem Hammelburger Mundartsänger Konrad Albert, der seine neue CD live vorstellte.
Eine Hommage auf den Frankenwein kam dabei heraus, die der Karlstädter Dernbach in nur vier Wochen in rund 20 kleineren und größeren Karikaturen schuf. Die Initialzündung dazu bildete eine Tour durch die Häcker-Wirtschaften Mainfrankens, die des Zeichners Phantasie beflügelten. "Man muss Gott für alles danken, vor allem für den Wein aus Franken", betitelte er den auf einer Wolke schwebenden Petrus, den Bocksbeutel lieblich umflügelten. Der freudestrahlende Winzer, der mit einer Flasche Frankenwein im Ehebett liegt und meint: "Frankenwein - das höchste der Gefühle", ist zum Ergötzen. Jedem Besucher, der sich die zum Lobpreis des trockenen Rebensafts mit etwas humorigem Spott bedachten Werke betrachtete, trat ein Lächeln auf die Lippen.
Genau dies war bezweckt in Maria Heckmanns Begrüßungsrätsel - Wein und Humor gehören zusammen.
Wolfgang Gehring schilderte Dernbachs künstlerischen Werdegang. Demnach behauptete sich der "Karschter" auch in der mondänen Münchner Künstlerszene.
Der gerade ins sechzigste Lebensjahr eingetretene Karikaturist kann sogar von der Kunst leben. In vielen Sektoren tätig, wie beispielsweise als Gerichtszeichner oder bei Zeitungen, kennt Carlo mehrere Stilrichtungen, in denen er auch arbeitete - jedoch immer mit persönlicher Note. "Ihm gelingt es, das Charakteristische des Modells in kürzester Zeit herauszuarbeiten", so Gehring, der den GWF-Winzerkeller als optimalen Ausstellungsort sah.
"Der Wein ist geschaffen, um den Menschen fröhlich zu machen", dem Ausspruch von Pfarrer Georg Horn, sei noch etwas hinzugefügt. Denn zum Frankenwein und dem Schalk, der beim Trinken im Nacken sitzt, gehört natürlich auch eine fränkische Brotzeit. Auch für diesen Fall war das Winzerkeller-Team gewappnet, genauso wie der zweite Akteur des Abends, Konni Albert, heimischer Mundartsänger und als Grafiker Dernbachs "Bruder im Geiste der Kunst". Er stellte im gut besuchten Winzerkeller seine zweite CD vor, mit dem er das Thema treffend flankierte: "Jetz würd gesse".
Zum Titelsong "Jetz würd gesse, feist wird gesse", ließ der Barde erst einmal einen "Ringl Fleschwurscht" am Mikrofon-Kabel zum Publikum gleiten, den hinterher - gewaschen und in Scheiben geschnitten - die Gäste auf Brot verzehrten. "Hoste scho ä mo ...nochgedocht?" ist eine Parodie auf die ewig Unzufriedenen.
Allerdings muss man schon Saale-Franke sein um dem Lied-Text auf die "Rommselter" (Ramsthaler) folgen zu können denn "die seitze do und warde". Auf was warten sie denn? Sie "woarde, dass die Klöß baul firdich sin". Und wenn die Klöße fertig sind, warten die Ramsthaler auf den "Schnää, der auf die Häuser, die Audos und die Weinberch fälld", kalauert Konni über die Einwohner des Nachbardorfs.
"Tröppe no", "Ich bin aalt", "Bos mainste" oder "Heimat" waren weitere Kostproben aus dem Silberling, den Liebhaber des Hammelburger Heimatsounds erwerben können. Ebenso sind die Leinwanddrucke Dernbachs, die bis Mitte November im Winzerkeller zu besichtigen sind, zu kaufen.
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