Memmelsdorf
Gemeinderat

Ein Seniorenheim gegen den demographischen Wandel

Eine zunächst unkompliziert wirkende Tagesordnung für die Memmelsdorfer Ratssitzung im September mündete in einen Überbietungswettbewerb bei der Frage, welche Fraktion im Gemeinderat wohl zuerst einen...
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Bürgermeister Gerd Schneider
Bürgermeister Gerd Schneider

Eine zunächst unkompliziert wirkende Tagesordnung für die Memmelsdorfer Ratssitzung im September mündete in einen Überbietungswettbewerb bei der Frage, welche Fraktion im Gemeinderat wohl zuerst einen Antrag auf die Realisierung einer weiteren Seniorenwohnanlage in Memmelsdorf eingebracht habe.

Dieses Hase-und-Igel-Spiel wusste Bürgermeister Gerd Schneider mit einem salomonischen Beschlussvorschlag zur Zufriedenheit aller Beteiligter zu beenden. Denn letztlich waren sich alle Ratsparteien darin einig, dass der demographische Wandel auch vor den Memmelsdorfer Toren nicht Halt machen würde. Die ansässige Bevölkerung altert und es gilt rechtzeitig, ähnlich wie im benachbarten Litzendorf, für weitere qualitätvolle Wohn- und Pflegeeinrichtungen zu sorgen, damit die Senioren der Großgemeinde die erforderliche und angemessene Unterstützung und Hilfe erfahren könnten, die sie benötigen.

Insofern, so konzedierte Bürgermeister Schneider, sei es richtig, wichtig und angemessen für das in der Großgemeinde vorherrschende gute Miteinander der Generationen, dass man bei Zeiten besonnen und zielorientiert aktiv werde, um die guten Bedingungen für die Senioren in Memmelsdorf zu erhalten und weiter zu fördern.

Schneiders Dank galt der Aktive Bürger Drosendorf-Fraktion (ABD), für die Reinhard Zillig den Antrag auf die Realisierung einer Seniorenwohnanlage vortrug, der Vereinigten Wählergemeinschaft Memmelsdorf, für die Martin Mattausch auf einen vor Jahresfrist gestellten Antrag in der Sache verweisen konnte, und der SPD-Fraktion, für die Harald Hugel zur Sache und zum ebenfalls eingebrachten Antrag sprach.

Schließlich wurde sachgerecht bei zwei Gegenstimmen beschlossen, dass die Integration seniorenpolitischer Ziele in das ISEK-Konzept (Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzepte) erfolgen solle. So auch der Bau von Seniorenwohnheimen, erweitert um den Bau von Schwesternwohnheimen für anzuwerbende Pflegerinnen und Pfleger und erweitert um den Bau von Tages- und Kurzzeitpflegeeinrichtungen für Schwerstpflegebedürftige in allen Ortsteilen.

In Folge dieser Ziele, so der weitreichende Beschluss der Ratsmehrheit, sind von der ISEK-Lenkungsgruppe konkrete, lösungsorientierte Vorschläge für Flächen, Investoren und den Gemeinderat mit Priorisierung, Zeithorizont und Kostenschätzungen zu entwickeln.

Dem Ringen um das Erstgeburtsrecht für die Idee, eine weitere Seniorenwohnanlage in Memmelsdorf zu errichten, ging eine Reihe von Kenntnisnahmen und Beschlüssen zu den Einwendungen und Hinweisen der Träger öffentlicher Belange beim Bebauungs- und Grünplan für das Wohngebiet Weingarten voraus. Abschließend erfolgte der einstimmige Satzungsbeschluss dazu.

Im weiteren Verlauf der Sitzung durften die Räte noch in die Spendierhosen schlüpfen, denn es lagen einige Anträge von Vereinen auf Bezuschussung von baulichen Maßnahmen vor. Alle wurden positiv beschieden.

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