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Lichtenfels
lichtenfels.inFranken.de  Felix Steinhagen zeigt Kindern und Erwachsenen die Schönheiten der Natur im Landkreis Lichtenfels.

Ein Schäfer geht auf Wanderschaft

Er trotzt der Trockenheit der vergangenen Monate: Wanderschäfer Felix Steinhagen ist unterwegs im Landkreis Lichtenfels. Dies und vieles mehr rund um Weiden und ihre Bewohner erfuhren zahlreiche Kinde...
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Er trotzt der Trockenheit der vergangenen Monate: Wanderschäfer Felix Steinhagen ist unterwegs im Landkreis Lichtenfels. Dies und vieles mehr rund um Weiden und ihre Bewohner erfuhren zahlreiche Kinder und Erwachsene bei einer Führung. Vom Großen Ochsenauge bis zur Waldgrille: Knapp 30 Kinder und Erwachsene, darunter längst nicht nur Eltern und Großeltern, folgen Heinrich Maisel im Auftrag der Umweltstation Weismain vor Kurzem von der Kapelle Wohnsig aus durch Flur und Wiesen.

Der hält immer wieder an und lässt Neugierige kleine Wiesentierchen in Becherlupengläsern bewundern. "Wir haben hier unglaublich blütenreiche Wiesen, das sieht man schon am Mittelstreifen auf den Wegen: Da wächst zum Beispiel Salbei", erklärt er.

Auch auf Zeichen der Vergangenheit weist er auf dem Weg zum Treffpunkt mit dem Wanderschäfer heute hin: Der Gemeine Wacholder beispielsweise sei ein Zeichen dafür, dass die Wiese, auf der die Truppe gerade steht, früher stark beweidet worden ist: "Wacholder wächst nur da, wo keine anderen Gehölzer sind und das waren früher die Schafweiden."

Der Weg führt außerdem an recht kahlen Stellen vorbei, die 2005 freigestellt wurden und nun beweidet werden. "Überall werden bewusst Bäume gepflanzt und hier wird abgeholzt?", murmeln einige. Die Antwort liege in der Weidewirtschaft unter dem Aspekt des Artenschutzes: Ohne die Schafe, die seit Jahrhunderten das Bild der Landschaft prägen, gebe es auf den kargen Böden nicht so viele seltene Tier- und Pflanzenarten: Seltene Heuschrecken- oder Distelarten etwa, die wiederum wichtig für zahlreiche Insekten sind. Zudem sorgen die Schafe auch dafür, dass sich der Samen seltener Pflanzen über ihr Fell weiter verbreitet. Wie das Landschaftsbild so hat sich auch die Rolle des Schäfers verändert: "In meiner Kindheit habe ich selbst noch Wanderschäfer gesehen, aber viele Menschen haben heute gar keinen Bezug mehr zu ihnen", erzählt Heinrich Maisel vom Landschaftspflegeverband. In unserer Region sind derzeit zwei Wanderschäfer unterwegs, das sei etwas Besonderes. "Für uns sind die Schafe und die Weidetierhaltung sehr wichtig." Wanderschäfer als Landschaftspfleger. Doch seitdem Wolle günstig aus Überseeländern kommt, Fleisch auch aus anderen Haltungsformen gewonnen wird und der Kunstdünger Einzug gehalten hat, brauchen die Schäfer die Subventionen durch die Beweidung der Flächen der Landschaftspflege. Das tut dem Anblick von Wanderschäfer Felix Steinhagen aber keinen Abbruch: Als wir nach einer Stunde auf der Weismainalb ankommen, sehen wir ihn schon von weitem auf dem Felsen: Ein dünner Mann lehnt selbstbewusst auf seinem Schäferstock. Circa 1000 Schafe, hauptsächlich Merino-Landschafe, und ein paar Ziegen hütet Felix Steinhagen jeden Tag - sieben Tage in der Woche. Sein Arbeitstag startet um 6 Uhr und endet um 22 Uhr. Nachts sind die Schafe an wechselnden Orten eingezäunt. Ihr Schäfer fährt jeden Tag zurück nach Neustadt an der Aisch, wo er mit seiner Familie wohnt und noch einer weiteren Arbeit nachgeht. "Mit Romantik, wie sie früher besungen wurde, hat das Wanderschäfer-Dasein gar nichts mehr zu tun", erzählt er.

Der Landkreis oder der Landschaftspflegeverband gebe die zu beweidenden Gebiete vor, derzeit im Gebiet von Lösau bis Köttel. Am Hühnerberg bei Kleinziegenfeld verweile man schon mal acht oder neun Tage am Stück, dann gehe es weiter - bei Wind und Wetter. Steinhagen: "Ich habe Hoffnung und bin frohen Mutes, dass wir den Sommer gut überstehen." Tübel