Kasendorf

Ein saftiges Hobby

Die Keltersaison hat heuer früher begonnen. Der Kasendorfer Gartenbauverein hat sich hierfür eine Pasteurisierungsanlage angeschafft.
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Andreas Schinck füllt an der neuen Pasteurisierungsanlage gerade den Saft für Werner Schwarz (im Hintergrund) ab. Foto: Katharina Müller-Sanke
Andreas Schinck füllt an der neuen Pasteurisierungsanlage gerade den Saft für Werner Schwarz (im Hintergrund) ab. Foto: Katharina Müller-Sanke

Katharina Müller-Sanke Äpfel aus China, zu Konzentraten gepresst und dann hierzulande wieder mit Wasser verdünnt. Von solch einem Saft wollen immer mehr Verbraucher - auch im Kulmbacher Land - nichts mehr wissen. Stattdessen geht der Trend in eine andere Richtung: zum Saft aus eigenen Äpfeln.

Jeder, der Äpfel hat, kann diese in einer der zahlreichen Keltereien in der Region pressen und abfüllen lassen. Die Terminkalender der Obstpressen werden immer voller. Wer keinen eigenen Apfelbaum hat, findet sicher

das eine oder andere Exemplar, das abgeleert werden darf.

In den Keltereien zahlt man eine kleine Aufwandsentschädigung und bekommt seinen eigenen Saft praktisch abgefüllt mit nach Hause. Ein toller Service, der allein durch das Engagement Ehrenamtlicher sichergestellt wird. Denn die meisten Pressen werden von den örtliche Gartenbauvereinen unterhalten. Drei Monate lang bedeutet das viel Arbeit für die Mitglieder.

Einer der ehrenamtlichen Presser ist Siegfried Heller. Er ist schon seit Jahren in Kasendorf dabei. Auch seine eigenen Äpfel verarbeitet er gerne hier. Er hat eine sehr saftige Sorte. "Man sagt allgemein, dass aus einem Zentner Äpfel 30 Liter Saft kommen. Bei mir war es diesmal

sogar etwas mehr", erzählt er.

Ohne Termin geht nichts

Sein Tipp an alle Baumbesitzer: Die Äpfel sollten gereinigt und ohne faule Stellen angeliefert werden. "Je besser die Äpfel, desto besser der Saft", bringt er es auf den Punkt.

Durch den heißen Sommer sind die Presser in Kasendorf schon mitten in der Arbeit. Wer seine Äpfel pressen lassen will, braucht unbedingt einen Termin. Und den sollte er sich bald geben lassen.

So hat es auch Werner Schwarz aus Berndorf gemacht.

Er kommt schon seit einigen Jahren nach Kasendorf. Auch Waltraud Jarosch schätzt den regionalen Saft sehr. Sie ist immer wieder überrascht, wie viel Obst an den heimischen Bäumen verdirbt, weil es nicht abgeleert wird.

Der Kasendorfer Gartenbauverein ist froh und stolz über seine Apfelpresse. Und damit die Saftliebhaber einen noch besseren Service erhalten, hat sich der Vorstand dazu entschlossen, eine neue Pasteurisierungsanlage zu kaufen. Die Maschine selbst hat 26 000 Euro gekostet. Hinzu kamen die Kosten für die Gasleitung, den Schlot und weitere notwendige Umbaumaßnahmen in Höhe von 15 000 Euro.

Die Gemeinde Kasendorf hat sich an den Kosten mit einem hohen vierstelligen Betrag beteiligt. Auch weitere Spenden, insbesondere von Waltraud Jarosch, sind eingegangen.

Die Anlage wird mit Gas betrieben und erhitzt den Saft schonend auf 80 Grad Celsius. Danach füllt die Anlage den Saft in Fünf- oder Zehn-Liter-Beutel ab. So haben Werner Schwarz, Waltraud Jarosch und all die anderen Saftliebhaber in der Region das ganze Jahr über frisch gezapften Saft. Lecker!



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