Kulmbach
kulmbach.inFranken.de  Das P-Seminar Religionslehre am Caspar-Vischer-Gymnasium hat einen Andachtsraum eingerichtet.

Ein Ort für die Seele

Es wurde tapeziert, gestrichen, eine Wand versetzt, Fußboden verlegt, erläutert Katharina Kemnitzer, die Leiterin des P-Seminars. Die alte Abstellkammer ist kaum wiederzuerkennen. Sanfte Gelbtöne an d...
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Berndorfer Kirchenmäuse zeigten sich von dem neuen Andachtsraum beeindruckt. Von links: Johannes Hammer, Kira Kuznia, Christian Kramer (Mitarbeiter der Schulleitung), Ingrid Erhardt, Andrea Hofmann, Dietmar Hofmann, Katja de Ridder, Daniel Heinert und Katharina Kemnitzer. Foto: Uschi Prawitz
Die Berndorfer Kirchenmäuse zeigten sich von dem neuen Andachtsraum beeindruckt. Von links: Johannes Hammer, Kira Kuznia, Christian Kramer (Mitarbeiter der Schulleitung), Ingrid Erhardt, Andrea Hofmann, Dietmar Hofmann, Katja de Ridder, Daniel Heinert und Katharina Kemnitzer. Foto: Uschi Prawitz
Es wurde tapeziert, gestrichen, eine Wand versetzt, Fußboden verlegt, erläutert Katharina Kemnitzer, die Leiterin des P-Seminars. Die alte Abstellkammer ist kaum wiederzuerkennen. Sanfte Gelbtöne an den Wänden, ein kuscheliger Teppich auf der Empore, ein selbst gestalteter Lichtvorhang, der die vier Elemente repräsentiert. Wer den Raum betritt, wird instinktiv still, man lässt sich einfangen von der Ruhe, die er ausstrahlt. Ein echter Platz für Andacht und Meditation, ein Rückzugsort, um in der Hektik des Alltags zu sich zu finden, ein Raum des Gedenkens, wenn jemand verstorben ist.
Dabei wurde darauf geachtet, im Raum selbst keine religiösen Symbole zu verwenden. "Unser neuer Andachtsraum soll allen zur Verfügung stehen, unabhängig von deren Glauben", betont Pfarrerin Kemnitzer. Er sei nach Osten ausgerichtet, und der große Lichtvorhang zeige Wasser, einen Baum und Licht - damit könnten alle Religionen etwas anfangen. Im Gang vor dem Andachtsraum wurde für jede Religion ein individuelles Zeichen an Säulen gesetzt, und es wird eine religiöse Toleranz gefordert, die das P-Seminar und Katharina Kemnitzer unterstreichen: "Der Raum ist wie die Welt, sie gehört uns allen. Wir müssen ihn so benutzen, dass wir niemandem die Freiheit nehmen." Die religiöse Neutralität sei keine Aussagelosigkeit. Jeder, der religiös gebildet sei, werde hier etwas entdecken. Ein Ort für die Seele, ein Raum von Schülern für Schüler.
"Der Raum ist überwältigend in seiner Wirkung, weil er komplett das Gegenteil zu dem ist, wie wir alle den Schulalltag erleben: Viel Lärm, Herumrennen, viel gleichzeitig tun müssen", sagte Lehrerin Anke Emminger, als sie den neuen Andachtsraum zum ersten Mal betrat. Ebenso beeindruckt zeigten sich die Vertreter der Theatergruppe "Berndorfer Kirchenmäuse", die der Entstehung des Andachtsraums mit 1300 Euro unter die Arme griffen. "Wir spielen jedes Jahr Theater und spenden den Erlös daraus an soziale Zwecke", erklärte Dietmar Hofmann. Simon de Ridder, Souffleur und Regieassistent der Berndorfer Kirchenmäuse, habe die Gruppe auf das Projekt am CVG aufmerksam gemacht. "Für diese Finanzspritze waren wir sehr dankbar", sagte Katharina Kemnitzer, "denn sie hat es ermöglicht, dass wir mit den Arbeiten loslegen konnten."
Der neue Andachtsraum steht den Schülerinnen und Schülern ab dem kommenden Schuljahr zur Verfügung. Er soll in den Pausen ebenso genutzt werden können wie für Andachten, etwa in der Adventszeit. Uschi Prawitz


Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren