Bamberg

Ein Ohren- und Augenschmaus

Das China National Traditional Orchestra gastiert mit einem traditionell chinesischen Neujahrskonzert am 2. Februar in der Konzerthalle Bamberg. Ein Gespräch mit den Produzenten.
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Besondere Instrumente, wie hier die gezupfte Pipa, erzeugen eine Vielfalt an außergewöhnlichen Klängen.  Fotos: PR
Besondere Instrumente, wie hier die gezupfte Pipa, erzeugen eine Vielfalt an außergewöhnlichen Klängen. Fotos: PR
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Auch, wenn die Chinesen inzwischen auch Silvester am 31. Dezember und Neujahr am 1. Januar feiern, findet der eigentliche Jahreswechsel in China immer noch nach dem Mondkalender statt. Am 15. Februar endet das Jahr des Feuer-Hahns, am 16. Februar beginnt das Jahr des Erd-Hundes. Und am 2. Februar stellt sich das China National Traditional Orchestra in Bamberg mit einem traditionell chinesischen Neujahrskonzert auf den Start des neuen Jahres ein. Die Produzenten Jiatong Wu und Sylvie Krauss haben schon vorab verraten, was dieses Konzert so besonders macht.

Was kann man sich unter dem Großen Chinesischen Neujahrskonzert vorstellen?
Sylvie Krauss: Das große Chinesische Neujahrskonzert ist ein einzigartiges Hörerlebnis aus Fernost für alle Musikliebhaber und Kulturinteressierten, die für zwei Stunden in eine andere Welt eintauchen möchten. Auf der Bühne sehen wir ein großes Orchester mit verschiedenen Instrumentengruppen: Streicher, Bläser, Schlagwerk ... auf den ersten Blick wie ein Symphonieorchester, nur gilt es bei den Instrumenten ein bisschen genauer hinzuhören, denn viele werden anders gespielt.

Welche Unterschiede gibt es denn?
Jiatong Wu: Die Erhu zum Beispiel, die "chinesische Geige", hat nur zwei Saiten. Sie liegen nicht auf einem Steg auf, sondern der Bogen streicht sie quasi in der Luft. Oder die Pipa, die ganz anders als eine Gitarre gezupft wird. So kann der Musiker eine erstaunliche Vielfalt an Tönen und Melodien erzeugen. Das Neujahrskonzert ist aber nicht nur ein Ohrenschmaus, sondern auch etwas für die Augen, denn das Orchester bringt traditionelle Kostüme aus China mit.

Was ist abgesehen von den Instrumenten besonders?
Krauss: Inhaltlich erzählt die chinesische Musik immer Geschichten. China hat ja eine sehr poetische Kultur und mit über 5000 Jahren eine der ältesten Zivilisationen der Welt. Um dies dem Publikum näher zu bringen, um ihnen etwas von dem Zauber aus dem Reich der Mitte nach Bamberg zu bringen, wird eine Moderatorin mehr über die Instrumente und die Musik erklären, ein paar Feinheiten der Kompositionen erläutern und ein paar Geschichten erzählen.
Ist das Chinesische Neujahrskonzert nur etwas für Klassik-Liebhaber?
Krauss: Überhaupt nicht! Nein, es ist ein besonderer Hörgenuss, der für alle neugierigen Ohren gedacht ist. Das diesjährige Programm des China National Traditional Orchestra basiert auf traditionellen Melodien, die von der Komponistin Jiang Ying mit modernen Elementen arrangiert sind. Für Klassik-Liebhaber ist der Abend sicher spannend.

Wu: Das Konzert richtet sich an Klassik- und Musikliebhaber und Kulturinteressierte, aber auch an alle, die generell einen schönen und unterhaltsamen Abend verbringen möchten. Niemand muss sich fürchten, etwas nicht zu verstehen: Es ist ein Konzert für die ganze Familie, besonders für Kinder, um ihre Neugier und Weltoffenheit zu wecken. So dürfte für alle Konzertbesucher etwas dabei sein.

Wie kommt es, dass das China National Traditional Orchestra in Bamberg auftritt, wo doch sonst vor allem europäische Großstädte wie München, Luzern oder Budapest auf dem Tourplan stehen?
Wu: Die Grundidee ist der Kulturaustausch - die Begegnung und Heranführung über Musik an die chinesische Kultur. Seit zwanzig Jahren tourt das Große Chinesische Neujahrskonzert schon durch Europa. Die Idee mit Bamberg kam über unsere Freunde von den Bamberger Symphonikern zustande, mit denen wir übrigens auch gerade eine Tournee in China planen. Wir hoffen sehr, dass uns das Bamberger Publikum mit Interesse und offenen Armen empfängt, so dass wir vielleicht im nächsten Jahr wiederkommen können.

Die Fragen stellte
Anna Bornschlegel
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