Coburg

Ein Neustart und ein Abschied

Nach neun Monaten öffnet das "Henneberger Haus" am Freitag wieder. Dagegen ist in Creidlitz ein lange Gaststättentradition zu Ende gegangen.
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Jessika Wilms
Jessika Wilms

Der Gastro-Szene in Coburg bleibt ein traditionsreiches Wirtshaus erhalten: Das "Henneberger Haus" soll nach einer dreivierteljährlichen Ruhephase wiederöffnen. Hingegen ist in Creidlitz vor mehr als einem Monat eine lange gastronomische Tradition erloschen: Die "Goldene Sonne" gibt es nicht mehr.

Gesundheitliche Probleme, zu wenig Personal und eine überbordende Bürokratie haben Ullrich Hippner dazu veranlasst, die "Goldene Sonne" zu schließen und die Fremdenzimmer des Gasthofes zum Wohnen zu vermieten. Vor einem Jahr war der Partner von Ulrich Hippner verstorben und hinterließ eine schwer zu schließende Lücke in der Küche. Ein weiterer Grund für das Aus nach 18 Jahren ist nach den Worten von Hippner die zunehmende Vereins- und Sportheimgastronomie. "Der Verdienst wird immer geringer."

Braten und Vegetarisches

Mit dem "Henneberger Haus" führt Jessika Wilms hingegen das ursprünglichste Gasthaus der Stadt weiter. Besonders die Stammgäste werden es gerne vernehmen: Nach neun Monaten macht der "Pflaum", so der Hausname, wieder auf. Die Einrichtung ist auf den ersten Blick wie in den Jahren zuvor und auch das gastronomische Angebot setzt auf Bewährtes: "Coburger Gelüng nach dem Originalrezept wird es weiterhin geben, und selbstverständlich Klöße und Braten."

Hier sieht sich die Wirtin in der Pflicht ihres Vorgängers Holger Prase, der das "Henneberger Haus" 15 Jahre lang führte und den guten Ruf des Gasthauses entwickelte.

Zwei angestammte und seit vielen Jahren bewährte Köchinnen des "Henneberger Hauses" stehen wieder am Herd. Die neue Wirtin hat viel in moderne Technik und zeitgemäße Ausstattung investiert.

Montag, Donnerstag und Sonntag bestimmen Klöße und Braten die Speisekarte. Neu sind fleischlose und vegane Gerichte; das Weinangebot wurde erweiter, "ehrlich fränkisch und regional", wie Jessika Wilms ihre Ausrichtung beschreibt.

Erstmals eigenes Lokal

Sie ist in der Coburger Gastronomie keine Unbekannte. Seit 24 Jahren arbeitet sie im Gastgewerbe, war Ende der 90er-Jahre im Stadtcafé angestellt, 18 Jahre lang bediente sie im Ratskeller bei Siggi Hetz. Nun öffnet sie ihr eigenes Lokal.

Die Coburger warten auf die Wiedereröffnung des "Pflaum": "Ich denk', ihr habt schon wieder offen", sagte ein Stammkunde schon vor gut zwei Wochen. Da stand er unvermittelt in der Gaststube, während Schränke noch eingeräumt, Lieferungen verstaut wurden und Handwerker die letzten Arbeiten ausführten. Am Freitag ist die Gaststube im "Henneberger Haus" wieder offen. Offiziell eröffnet wird erst einige Tage später.

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