Adelsdorf

Ein neues Zuhause für Skater und Biker

Die Adelsdorfer Jugendlichen bekommen neben der "Kita Regenbogen II" eine Sportanlage, die auch als Treffpunkt dienen soll.
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Sebastian Berger erklärte die Einzelheiten der geplanten Skateranlage. Foto: Britta Schnake
Sebastian Berger erklärte die Einzelheiten der geplanten Skateranlage. Foto: Britta Schnake

Um die Zukunft der Adelsdorfer Skateranlage ging es am am Mittwochabend im Bauausschuss. Die bisherige Anlage an der Oesdorfer Straße musste weichen, um Platz zu schaffen für den Neubau der Kita "Regenbogen II" in Modulbauweise. Als dies Anfang 2019 bekannt wurde, machte sich eine Gruppe betroffener Jugendlicher auf, eigentlich um Unterschriften zu sammeln. "Aber sie sind dann bei mir im Büro gelandet", erzählte Bürgermeister Karsten Fischkal (FW).

Er hatte ein offenes Ohr für die Belange der Jugend und beraumte damals eine Ortsbegehung an. In Eigenregie erstellten im Anschluss daran die Skater und Dirt-Biker um Fabian Lamm, Max Holfelder, Amely Aulinger und Franziska Grigoleit ein Konzept, wie sie sich eine neue Anlage vorstellen könnten, die sowohl den Skatern als auch den Bikern gerecht würde, und stellten diese im Februar 2019 dem Gremium vor.

Am Mittwochabend nun zeigte Sebastian Berger vom Bauamt auf, was aus den Wünschen und Anregungen der Jugendlichen in die Tat umgesetzt werden kann. Mit von der Partie waren auch wieder Sophie Lay (12), Alina Kastrati, Amely Aulinger und Franziska Grigoleit (alle 13), um sich ein Bild von ihrer neuen Anlage zu machen. "Wir hatten damals Angst, dass die Skateranlage komplett wegkommt und wir keinen Treffpunkt mehr haben", erklärte Franziska. "Die Spielplätze sind für die kleinen Kinder", sagte sie.

Berger hatte sich tief in die Materie eingearbeitet und sich viele Gedanken gemacht. "Die Geräte, die noch funktionsfähig waren, wären heute nicht mehr nutzbar", sagte er, "weil allein das Thema ,Skater‘ nicht ausreichend ist." Mit der neuen Anlage solle auch den Radfahrern Rechnung getragen werden. Geplant sind neben Geräten wie einer "Quarterpipe mit coping", einer doppelten "Jump-Ramp", "Rail und Curb" und einer "Stepbox" auch die von den Jugendlichen vorgeschlagenen Sitzbänke.

"Unkaputtbar und so eingerichtet, dass nur Jugendliche drauf sitzen können", so Berger, womit er klar machte, dass diese Anlage wirklich nur Jugendlichen zwischen zwölf und 18 Jahren vorbehalten sein wird und nicht etwa kleinen Kindern, die bei einem Aufenthalt auf dem Gelände sonst Gefahr liefen, im wahrsten Sinne des Wortes unter die Räder zu kommen. Zudem wird ein überdachter Sitzbereich geschaffen. Für die Sicherheit soll eine großzügige Beleuchtungsanlage sorgen.

"Wir wollen keine Beschädigungen oder Graffiti an den Geräten", sagte Berger. Dennoch werde den Künstlern unter den Kids mit einer Wand extra für Graffiti Rechnung getragen. Eine Win-win-Situation, diene diese doch gleichzeitig als optische Trennwand zur Kinderkrippe. "Mal gucken, was für Kunstwerke da entstehen", meinte Berger. Auf Franziskas Frage, ob das Areal denn eingezäunt sein würde, erwidert er, dass lediglich in Richtung des Kindergartens ein Zaun vorgesehen sei. Die Jugendlichen sollten sich ja nicht wie im Gefängnis fühlen.

Die Kosten für die neue Anlage belaufen sich auf 174 000 Euro und sind fest im Haushalt 2020 eingeplant. Skaterbetrieb soll bis abends um 20 Uhr möglich sein. Sabina König (Grüne) erklärt aber gleich, dass man die Zeit im Sommer nach hinten verlängern müsste. Bis März/April soll nun die Planung umgesetzt werden. Als Dankeschön für ihren Einsatz überreichte Fischkal den vier Mädels noch Pizzagutscheine, denn "wer Leistung bringt, darf essen gehen".

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