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Ein neues Blasorchester soll künftig zweimal im Jahr spielen

Gibt es bald ein "Stadt-Kreis-Orchester"? Wenn es nach den Vorstellungen des Nordbayerischen Musikbundes Kreis Coburg (NBMB) geht, ist die Frage positiv zu beantworten. Im Rahmen der jüngsten Kreisver...
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Gibt es bald ein "Stadt-Kreis-Orchester"? Wenn es nach den Vorstellungen des Nordbayerischen Musikbundes Kreis Coburg (NBMB) geht, ist die Frage positiv zu beantworten. Im Rahmen der jüngsten Kreisversammlung stellte die Zweite Kreisvorsitzende Stephanie Kramer das Konzept vor, das am Ende auch so verabschiedet wurde. Bei dem neuen Klangkörper soll demnach die symphonische und konzertante Blasmusik im Vordergrund stehen. "Blasmusik ist viel mehr als Polka und Marsch", meinte Stephanie Kramer. Sie betonte, dass das Stadt-Kreis-Orchester auf keinen Fall als Konkurrenz zu den bestehenden Musikvereinen gesehen werden dürfe.

Schüler rekrutieren?

Aus diesem Grund ist dabei, wie es in einer Stellungnahme des Zweiten Kreisdirigenten Philipp Gerlicher heißt, an maximal zwei Konzerte pro Jahr gedacht. Für die Auftritte seien demnach jeweils zwei Probenwochenenden und zwei bis drei weitere Übungsabende vorgesehen. Rekrutieren soll sich der Musikerstamm aus Aktiven der angeschlossen Vereine und vielleicht auch aus Musikern, die noch keinem Verein angehören. Stephanie Kramer wies darauf hin, dass an den Coburger Gymnasien hervorragende Musiker in Schulorchestern tätig seien, die außerhalb der Schule nicht in Erscheinung träten. "Wo spielen diese voll ausgebildeten Musiker?", fragte sie sich und erklärte damit ein Ziel des neuen Klangkörpers: "Interesse wecken". Des Weiteren soll Aktiven die Möglichkeit zur Fort- und Weiterbildung durch professionelle Dozenten gegeben werden, die Stücke einstudieren, die in den Heimatkapellen wenig bis überhaupt nicht gespielt werden. Aus dem erarbeiteten Konzept geht hervor, dass auf zumutbar hohem Niveau gearbeitet und musiziert werden soll. Außerdem verspricht sich die Kreisleitung eine Förderung des Zusammenhaltes und der Zusammenarbeit der im NBMB angeschlossenen Kapellen.

Den berühmten Stein ins Rollen brachte Coburgs Oberbürgermeister Norbert Tessmer, der angesichts der Auflösung der Stadtkapelle, der Jugendblaskapelle und des Spielmannszuges Creidlitz Handlungsbedarf sah, Blasmusik wieder in die Vestestadt zu bringen. Inspiriert von der Stadtkapelle Kulmbach, die sich nach seinen Worten auch aus Musikern aus verschieden Vereinen zusammensetzt, wagte er den Vorstoß, nachzudenken, ob so etwas auch in Coburg möglich sei. Bei der Versammlung zeigte er sich äußerst erfreut: "Die Überlegungen sind weiter fortgeschritten, als ich zu hoffen gewagt hatte." Dem NBMB sagte er auf jeden Fall auch eine finanzielle Unterstützung zu.

Der stellvertretende Landrat Christian Gunsenheimer musste hier hingegen passen. Er betonte, dass man mit der Initiative im Kreistag zwar offene Türen einrenne, dies aber in schwierigen Zeiten geschehe. "Der Landkreis befindet sich gerade in einer Konsolidierungsphase, in der es sehr problematisch ist, zusätzliche freiwillige Leistungen zur Verfügung zu stellen", erläuterte Gunsenheimer. "Es wird uns fast nicht möglich sein, sie finanziell zu unterstützen." Den Finanzbedarf sieht Stephanie Kramer bei etwa 13 700 Euro für die gesamten Proben und die Anschaffung von Instrumenten wie Kesselpauken und Röhrenglocken sowie das Notenmaterial für das neue Orchester. Erste Termine sind nach Worten der stellvertretenden Vorsitzenden bereits ins Auge gefasst. So könnte das "Stadt-Kreis-Orchester" am 5. Juli nach dem "Klassik Open Air" im Rosengarten in Coburg auftreten und sich am 28. August im Rahmen "100 Jahre Coburg in Bayern" auf dem Marktplatz präsentieren.

Nachdem das "Blasmusikspektakel" in diesem Jahr auf dem Coburger Albertsplatz ein voller Erfolg war, wurde beschlossen, im kommenden Jahr eine weitere Veranstaltung dieser Art folgen zu lassen. Ort des Geschehens wird am 17. Mai 2020 der Marktplatz von Bad Rodach sein. "Es haben bereits neun Kapellen zugesagt", ließ Stephanie Kramer wissen.

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