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Lichtenfels
Silvesterkonzert

Ein musikalisches Feuerwerk abgebrannt

Ein musikalisches Feuerwerk zum Jahresschluss brannte Kirchenmusikdirektor Klaus Bormann beim Silvesterkonzert an der Hey-Orgel in der Martin-Luther-Kirche ab. Drei Stunden vor Mitternacht lauschte ei...
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Unter der Assistenz seiner Ehefrau Iris brachte Kirchenmusikdirektor Klaus Bormann am Silvesterabend festliche Orgelmusik in der Martin-Luther-Kirche in Lichtenfels zu Gehör. Foto: Joachim Wegner
Unter der Assistenz seiner Ehefrau Iris brachte Kirchenmusikdirektor Klaus Bormann am Silvesterabend festliche Orgelmusik in der Martin-Luther-Kirche in Lichtenfels zu Gehör. Foto: Joachim Wegner

Ein musikalisches Feuerwerk zum Jahresschluss brannte Kirchenmusikdirektor Klaus Bormann beim Silvesterkonzert an der Hey-Orgel in der Martin-Luther-Kirche ab. Drei Stunden vor Mitternacht lauschte ein dankbares Publikum einer Werkauswahl, die sich im ersten Teil um die Toccata von Johann Sebastian Bach rankte.

Aufgrund seiner schnellen Läufe und zahlreichen Akkorde erfordert dieses Orgelwerk höchste Konzentration des Organisten. Unter der Assistenz seiner Ehefrau Iris meisterte Klaus Bormann die Herausforderung bravourös.

Doch die bekannte Bach'sche Toccata ist nicht die einzige dieser Gattung. So stimmte der Kirchenmusiker zur Verdeutlichung die große und vielteilige Toccata septima des Barockkomponisten Georg Muffat an. Georg Muffat schrieb das Stück als Wiener Hoforganist.

Als weiteres Beispiel einer Toccata verwies Bormann auf den Komponisten Dietrich Buxtehude, der zu seiner Zeit der alle überragende Organist an der Marienkirche in Lübeck war. Er entwickelte die Toccata mit Fuge und vergrößerte deren formale und spielerische Dimensionen. In der Toccata F-Dur, die der Kirchenmusikdirektor zu Gehör brachte, gibt es drei fugierte Abschnitte, unterschiedlich in Charakter und Thematik. Der musikalische Verlauf des Stückes wirkte durch den häufigen Wechsel der jeweiligen Charaktere der Teile wie ein vielfarbiges Mosaik.

Tribut an Beethoven-Jahr 2020

1705 legte Johann Sebastian Bach die mehr als 465 Kilometer von Arnstadt in Thüringen nach Lübeck zu Fuß zurück, um sein musikalisches Vorbild Buxtehude zu hören und vermutlich Unterricht bei ihm zu nehmen. Dass die Lehre bei Buxtehude von großem Erfolg gekrönt war, stellte Klaus Bormann mit der erwähnten Bach'schen Fuge unter Beweis.

Da das Beethoven-Jahr 2020 mit dem 250. Geburtstag des Bonner Komponisten seine Schatten vorauswirft, intonierte er dessen Variation für Orgel zum Thema "Tochter Zion, freue dich". Mit der monumentalen Sonate Nr. 4 a-moll von Joseph Gabriel Rheinberger erreichte das Konzert zum Altjahresabend seinen Abschluss. jhw

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