Kronach

Ein musikalischer Hurrikan

Auf dem Weg zum Sommerkonzert des Frankenwald-Gymnasiums mussten sich die Zuhörer durch sintflutartige Regenfälle kämpfen. Im Kreiskulturraum wurden sie für diese Mühen mehr als belohnt.
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Dass man mit Besen und Mülltonnen ein rhythmisches Feuerwerk abliefern kann, bewies das Percussion-Ensemble von Ralf Probst (rechts) mit dem Stück "For a clean Future".  Foto: mts
Dass man mit Besen und Mülltonnen ein rhythmisches Feuerwerk abliefern kann, bewies das Percussion-Ensemble von Ralf Probst (rechts) mit dem Stück "For a clean Future". Foto: mts

Es war ein musikalischer Hurrikan, der über die zahlreichen Besucher des diesjährigen Sommerkonzerts des Frankenwald-Gymnasiums "fegte", als die Big Band des FWG am Ende eines abwechslungsreichen Programms im Stile eines Rock-Orchesters das "Rock you like a Hurricane" der deutschen Hard-Rock-Band "Scorpions" anstimmte und die Sänger des Großen Chores sich im Zuschauerraum des Kreiskulturraums formiert hatten, um von dort aus dem Refrain dieser Rock-Hymne besonders viel Nachdruck zu verleihen.

Doch dieser fulminante Schlusspunkt war nur einer von vielen Höhepunkten einer musikalischen Weltreise, die von Südamerika und Afrika bis ins königliche Großbritannien reichte und sowohl "funkige" Sinfonieklassiker als auch mitreißende "Straßenfeger" beinhaltete.

Hauptverantwortlich für das Gelingen dieser beeindruckenden Reise waren die drei "Reiseführer" der Fachschaft Musik am FWG: Sarah Sillmann, Ralf Probst und Christiane Stömer-Rauh wurden am Ende sowohl von ihren Ensembles und Chören als auch vom Publikum völlig zu Recht gefeiert und bejubelt.

Dabei war es wieder einmal die gelungene Mixtur aus hohem künstlerischen Anspruch und bester Unterhaltung, die diesen Abend so nachhaltig für alle Beteiligten gestaltete.

Der erste Teil des Sommerkonzerts war noch den verhältnismäßig kleinen Ensembles des FWG vorbehalten. Doch auch wenn der Unterstufenchor zahlenmäßig überschaubar aufgestellt war, trumpften die jungen Sängerinnen beim mitreißenden "Cantamos Americanos" wie auch beim herrlich einfühlsamen "Only you" derart groß auf, dass man Chorleiterin Sarah Sillmann nur gratulieren durfte, einen derart stimmigen Chorklang aus den jungen Kehlen herausgezaubert zu haben. Nicht anders war es beim wenig später folgenden Orchester des FWG, das beim "Walzer No. 2" von Dimitri Shostakovich und bei den Highlights aus "The Lion King" von Elton John viel Wert auf ein harmonisches Klangbild lag und dabei gekonnt vom Percussion-Ensemble begleitet wurde.

Dazwischen gab es den im Vorfeld mit viel Spannung erwarteten Solo-Auftritt des Percussion-Ensembles von Musiklehrer Ralf Probst, das seit vielen Jahren für große Kreativität bekannt ist. Und auch 2019 wurden diese Erwartungen mehr als erfüllt, als die jungen Talente mit dem ganz besonderen Rhythmusgefühl im Blut zunächst als Straßenfeger und dann mit Mülltonnen auf die Bühne kamen. Besen und Mülltonnen wurden kurzerhand in Schlag- und Effektinstrumente umfunktioniert und hatten beim von Ralf Probst komponierten Stück "For a clean future" auch noch eine zeitkritische Botschaft im Zeichen des Klimawandels parat. Das Publikum war schlichtweg begeistert.

Nach der Pause ging es dann im wahrsten Sinne des Wortes ganz "groß" weiter. Denn der "Große Chor", seit vielen Jahren das musikalische Aushängeschild des FWG, machte seinem Namen unter der Leitung von Christiane Stömer-Rauh wieder einmal alle Ehre, hatte aber auch Neues zu bieten. Der großartige sechsstimmige Gesang ließ beim "Sing" der Band "Pentatonix" auch Raum für eine kleine Rap-Einlage von MC Sandro Heinritz. So richtig Bewegung kam dann auf, als der Chor gleich vier Klassiker der britischen Kult-Band "Queen" präsentierte und die Botschaften von "Don't stop me now" oder "We will rock you" auch noch choreographisch gekonnt in Szene setzte.

Einen derart großen Bewegungsdrang haben Big Bands klassischerweise nicht, aber dennoch hielt kaum einer im Kreiskulturraum die Füße still, als die Big Band des FWG unter der Leitung von Ralf Probst die komplette Bandbreite eines solchen Ensembles abrief. Richard Strauss' bekanntes "Also sprach Zarathustra" wurde kurzerhand in ein funkiges Gewand gekleidet, ehe sich beim "A String of Pearls" von Jerry Gray ein echter "Big Band-Soundteppich" im Kreiskulturraum ausbreitete. Beim "Somewhere" aus Leonard Bernsteins "West Side Story" wurde das Ensemble durch den Sologesang Chiara Mitters zusätzlich bereichert.

All dies gipfelte schließlich im "Rock you like a hurricane", das seinen Nachdruck auch durch den überzeugenden Auftritt des Gitaristen und Sängers Niklas Diller erhielt. Eva Müller und Nicholas Gentzsch, die als Moderatorenteam überaus charmant durch das Programm geführt hatten, sprachen dem begeisterten Publikum aus der Seele, als sie allen Beteiligten für den eindrucksvollen Abend dankten und zugleich den Blick auf die nächsten Konzert-Highlights des FWG im nächsten Schuljahr lenkten. mts

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