Bojendorf

Ein Meer aus 13 500 Lichtern

Das Anwesen von Markus Zeis in Bojendorf ist am Jahresende in den Abendstunden ein echter Hingucker.
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Mit Tausenden von Lichtern sind Nussbaum, Garten und Haus von Markus Zeis in Bojendorf beleuchtet. Fotos: Erich Lutter
Mit Tausenden von Lichtern sind Nussbaum, Garten und Haus von Markus Zeis in Bojendorf beleuchtet. Fotos: Erich Lutter
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Die meisten Menschen mögen es bei der Weihnachtsbeleuchtung eher dezent und einfach. Ein Schwibbogen oder leuchtende Sterne im Fenster, vielleicht noch eine um das Bäumchen im Garten gewickelte Lichterkette, das reicht vielen. Markus Zeis ist da anders. Er hat aus dem Lichterschmuck zum Fest ein richtiges Hobby gemacht. Mehr als 13 500 Lämpchen und allerlei leuchtende Figuren machen sein Haus in Bojendorf (Gemeinde Wattendorf) zu einem echtem Blickfang.


Sogar der Nussbaum strahlt

Fährt man derzeit in den Abendstunden durchs wenig winterliche Arnstein, noch im Kreis Lichtenfels gelegen, bietet sich zunächst ein Bild wie vielerorts. Es ist größtenteils dunkel, lediglich vereinzelte Lichter an den Häusern oder hinter den Fenstern lassen spüren: Es ist Weihnachtszeit.
Zwei Kilometer weiter in westlicher Richtung erreicht man Bojendorf, wo der Landkreis Bamberg beginnt. Am Ortsausgang wird es plötzlich hell. Man entdeckt einen mit Lichtern überzogenen Garten, einen Nussbaum und ein Haus, dessen Fenster ebenso leuchten wie die Dachrinne.
Besitzer ist Markus Zeis, der es sich seit zwölf Jahren zum Hobby gemacht hat, sein Anwesen am Jahresende mit einem opulenten Lichterglanz zu versehen. Schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass die Dekoration sehr aufwendig ist. Doch erst im Gespräch mit dem 38-Jährigen wird deutlich, wie viel Zeit er mit der Installation verbringt.
Fast zwei Monate, von Ende September bis zum Tag vor dem ersten Advent, braucht Zeis für das Anbringen des Lichterschmucks. Nahezu jede Stunde seiner Freizeit beschäftigt er sich mit der Verkabelung, dem Testen und Reparieren von Lämpchen und der Konfiguration der drei Fernbedienungen.


700 Saugnäpfe angebracht

Heuer war Markus Zeis körperlich nicht ganz fit, was ihn jedoch nicht davon abhielt, seinen elektrischen Weihnachtszauber noch zu erweitern. Er überzog Büsche, Gartenzaun und den großen Nussbaum mit Lichternetzen, klebte die 700 Saugnäpfe in alle von der Straße sichtbaren Fenster, um den Ketten den nötigen Halt zu geben.
Die wirklichen Besonderheiten hat Markus Zeis im Eingangsbereich platziert: Der große Hirsch ist neu und ein echter Hingucker. Daneben fährt eine mannshohe Geschenkekutsche, auf dessen Pferd eine Weihnachtsmannfigur reitet. Links daneben tummeln sich Gänse und Schwan im blauen Wasser. Passend zu dieser Darstellung haben sich eine Pinguinfamilie und ein Robbenbaby dazugesellt. Gleich gegenüber stehen die derzeitigen Lieblingsstücke von Markus Zeis: ein Rentier und ein Hirsch mit beweglichen Köpfen und Schwänzen.


Stromkosten überschaubar

Auch auf der Hausrückseite ist eine Neuheit zu bewundern: eine Fütterung von Wildtieren, ein lauernder Fuchs, Vögel auf den Bäumen sowie Eulen und Eichhörnchen, die sich hinter den Ästen verstecken.
"Insgesamt sind es mehr als 13 500 Lämpchen", verrät Markus Zeis, für den Weihnachten schon immer "eine besondere Zeit" war. Dach und Fassade mit Beleuchtung "zuzukleistern", sei nicht sein Ziel. Wichtig sei ihm vielmehr "ein stimmiges Bild", das er Jahr für Jahr verändere und ergänze.
Mehr als 8000 Euro haben ihn die Dekorationsartikel bisher gekostet, so schätzt er. Die Stromkosten halten sich in Grenzen, denn die Elektroleitung laufe im Außenbereich auf 24 Volt und verursache in der sechswöchigen Leuchtzeit etwa 250 Euro Mehraufwand.
An den Weihnachtsfeiertagen zählte er mehr als 120 Besucher. Viele hätten die stimmige Beleuchtung gelobt. "Am meisten freut es mich, wenn meine Präsentation auch anderen Leuten gefällt", erzählt er. Besonders dann, "wenn sich die Lichter in den strahlenden Augen der Besucher spiegeln." Nach dem Dreikönigstag will Markus Zeis sein Kunstwerke wieder deinstallieren.

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