Niederndorf

Ein Kuss, ein Servus und ab geht's

Manche Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto bis vor die Schultür. Dass es auf der unübersichtlichen Sackgasse vor der Cunz-Reyther-Grundschule immer zu gefährlichen Situationen kommt, wird selten beachtet.
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Schulleiterin Heidi Forisch (v.l.), Jolan Hoffmann-Herbszt und Gurbiel Slavyana versuchen die Eltern zur Weiterfahrt zu bewegen.  Fotos: Michael Busch
Schulleiterin Heidi Forisch (v.l.), Jolan Hoffmann-Herbszt und Gurbiel Slavyana versuchen die Eltern zur Weiterfahrt zu bewegen. Fotos: Michael Busch
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Michael Busch Ein höfliches Lächeln, eine Handbewegung und ein Dankeschön. Jolan Hoffmann-Herbszt und Gurbiel Slavyana stehen vor der Niederndorfer Grundschule und winken Autofahrer höflich an der Straße, die direkt bis zum Eingang der Cunz-Reyther-Grundschule führt, vorbei. Der Grund ist einfach: In dieser Sackgasse laufen viele Schüler auf der Straße zum Haupteingang, andere kommen mit ihren Rollern, um diese auf dem vorgesehenen Parkplatz abzustellen.

Viele Schüler, aber eben nicht alle. Manche Eltern, die es eilig haben oder den Sprössling nicht zu viel laufen lassen wollen, fahren in dieser Stichstraße bis vor die Haustüre. Und damit schneller gewendet wird, geht es vorwärts in den Parkstreifen hinein, rückwärts wieder raus. "Im Sommer, bei diesem Wetter, geht es ja noch", erklärt Schulleiterin Heidi Forisch. "Wenn es regnet, ist hier reger Verkehr!" Die Eltern haben bei starkem Niederschlag kaum Sicht nach hinten, die Kinder achten weniger auf Autos und das hat in der Vergangenheit auch schon zu gefährlichen Situationen geführt. Es wird unübersichtlich in diesem Stück Straße, da auf der einen Seite noch ein Parkplatz, überwiegend für die Lehrkräfte, untergebracht ist, auf der anderen Seite aber kein Bürgersteig einen "sicheren Pfad" für die Schüler markiert.

Nun winken die beiden Elternvertreter die Autofahrer vorbei, erklären aber auch, dass die Eltern ihre Kindern lieber vor der Schule aus dem Auto lassen sollten. "Kiss & Ride" nennt sich diese Idee. In einigen Schulen im Landkreis wurde bereits das Prinzip" eingeführt. Also der schnelle Abschiedskuss und raus aus dem Auto, um die letzten Meter per pedes zurückzulegen.

Was benötigt man dafür? Zuerst einmal eine Möglichkeit, eine entsprechende Haltebucht vor der Schule zu installieren. Und dann braucht es weiterhin die Mitarbeit der Eltern, die eben nicht mehr in die Sackgasse einfahren. Um den Eltern bei der Umstellung zu helfen, werden in der ersten Zeit Freiwillige aus Elternbeirat und Förderkreis vor Ort sein. Dies wurde auch ohne die Markierung schon umgesetzt.

Auch ein Bürgersteig wäre gut

Die Idee stammte von Jolan Hoffmann-Herbszt, der 1. Vorsitzende des Förderkreises der Grundschule Niederndorf. Die Verwirklichung war aber eine echte Teamarbeit. Die Schule, der Elternbeirat, die Stadt Herzogenaurach und der Förderkreis haben die Idee in enger Zusammenarbeit soweit geschafft, dass nach den Ferien losgelegt werden konnte.

Auf der Straße steht bereits ein "Kiss & Ride" aufgezeichnet, mit Kreide. Eigentlich sollte es schon durch die Stadt aufgeklebt sein, ein Schild stehen, doch diese Maßnahme verschiebt sich auf Anfang Juli, erklärt die Schulleiterin. "Wir wollen die Situation entschärfen", sagt sie. "Ein Bürgersteig wäre optimal gewesen, um den Kindern mehr Sicherheit zu geben." Doch zwei Bäume stehen diesem Plan nach Angaben der Stadt wohl im Wege. Daher habe man nun zu Plan B gegriffen. Das eine Projekt schließe das andere aber auch noch nicht aus.

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