Guttenberg

Ein kleiner, aber feiner Brauch

Adventsserie   Die Pfarrkirche St. Georg in Guttenberg hat eine Jahrhunderte alte Geschichte. Doch es entwickeln sich auch neue Bräuche in der Gemeinde im Oberland - und wenn es nur kleine Lichter sind.
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Kleine Laternen tauchen am Heiligen Abend den Altar in der Guttenberger Pfarrkirche St. Georg in ein atmosphärisches Licht. Fotos: Thomas Heuchling
Kleine Laternen tauchen am Heiligen Abend den Altar in der Guttenberger Pfarrkirche St. Georg in ein atmosphärisches Licht. Fotos: Thomas Heuchling
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von unserem Redaktionsmitglied 
Thomas Heuchling

Guttenberg — Das Christentum ist reich an Bräuchen und Traditionen. Dabei müssen es nicht immer jene sein, die Jahrhunderte alt sind oder aufwendig inszeniert werden, um für die Mitglieder einer Gemeinde etwas besonderes zu sein.
In der evangelischen Gemeinde in Guttenberg sind es unscheinbare Laternen, in deren Inneren eine Kerze flackert. Ursprünglich steckte eine ganz praktische Idee dahinter: "Die Kerzenlampen wurden in einer besonders schneereichen Weihnachtszeit angeschafft, um den Gottesdienstbesuchern den Weg zur Kirche zu leuchten", sagt Pfarrer Martin Fleischmann.
Er ist im September 2013 als Pfarrer in der Gemeinde gekommen. Zwar gibt es inzwischen eine Beleuchtung am Weg, der zur Kirchenpforte führt, aber wenn viel Schnee liegt, dann würden die Laternen trotzdem am Wegesrand stehen, sagt Martin Pfarrer Fleischmann.

600 Jahre Kirchengeschichte

Während der Weihnachtszeit seines erstes Jahres als evangelischer Geistlicher in Guttenberg lag kaum Schnee, auch nicht am Heiligen Abend. So fanden die Laternen ihren Platz am Altar der Kirche. Dieser wurde zuletzt 1966/67 geändert.
Schon seit Ende des 14. Jahrhunderts stehe an der Stelle der heutigen St. Georgskirche ein Kirchenbau in nahezu einzigartiger Hanglage. Die Kirche in ihrer heutigen Gestalt wurde unter dem Seniorat Freiherr Franz Wilhelm von und zu Guttenbergs erbaut, erklärt Pfarrer Fleischmann und fährt fort: Bei der Umgestaltung in den 1960er Jahren sei die mit den vier Evangelisten bemalte Kanzel in den Altar integriert worden. Hiermit folgten die Guttenberger einer alten Tradition evangelischen Kirchenbaus, wonach Predigt und Abendmahl die Mitte des Gottesdienstes bilden. Flankiert werde diese Mitte von den beiden Aposteln Paulus und Petrus. Paulus zur linken der Kanzel hält ein Schwert in der Hand, Symbol für die geistige Waffenrüstung der Christen. Petrus zur rechten die Schlüssel des Himmels und der Hölle, sagt Martin Fleischmann.
Wenn die Laternen am Altar stehen, dann erstrahlt die christliche Symbolik in einem besonderen Licht. Wie lange die Laternen den Gottesdienstbesuchern am Heiligen Abend schon den Weg in die Kirche weisen oder den Altar beleuchten, weiß Pfarrer Fleischmann nicht genau. Es sei ein kleiner Brauch, den es schon seit einigen Jahren gibt.
























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