Gräfenberg

Ein jung gebliebenes Jubelpaar

An den ersten Selbstbedienungslebensmittelladen in Gräfenberg erinnert sich noch mancher: Mit ihrem Geschäft konnte Hildegard Kailer bei den Kindern sein und zugleich berufstätig, ...
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Das Jubelpaar Hildegard und Fritz Kailer  Foto: Petra Malbrich
Das Jubelpaar Hildegard und Fritz Kailer Foto: Petra Malbrich
An den ersten Selbstbedienungslebensmittelladen in Gräfenberg erinnert sich noch mancher: Mit ihrem Geschäft konnte Hildegard Kailer bei den Kindern sein und zugleich berufstätig, erklärte Ehemann Fritz Kailer Gräfenbergs Dritter Bürgermeisterin Regine Bleckmann und Vizelandrat Otto Siebenhaar, die dem Jubelpaar zur diamantenen Hochzeit gratulierten.
Geboren wurde die 82-jährige Jubilarin in Hof an der Saale, ihr Ehemann Fritz in Neu Pasua, einem donauschwäbischen Dorf in der Nähe von Belgrad. Die Familie Kailer musste 1944 vor der russischen Armee nach Österreich flüchten. Nach Wölfersdorf in die Gemeinde Hiltpoltstein zog die Familie 1946.
Zu der Zeit lernte der heute 83-jährige Jubilar bei der Firma Kugelmüller in Nürnberg. Mit dem Zug fuhr er zu seiner Arbeitsstelle und lernte bei diesen Fahrten seine Frau Hildegard kennen, die in Nürnberg die Handelsschule besuchte. Nach der Heirat zog das junge Ehepaar nach Nürnberg, wo Hildegard Kailer als kaufmännische Angestellte und Buchhalterin arbeitete. Ihr Ehemann absolvierte die Technikerschule und legte dann die Meisterprüfung ab. Nach Gräfenberg umzuziehen, diesen Entschluss setzte das Ehepaar 1959 um und baute ein Haus in der Kasberger Straße. Dort eröffnete die Jubilarin ihr gutgehendes Geschäft.
Als langjähriger Vorsitzender des TSV, der Awo und des SPD-Ortsverbandes und zwölf Jahre lang als Stadtrat etablierte sich Fritz Kailer in der kleinen Stadt schnell. Als Schöffe war er zudem fünf Jahre lang beim Landgericht in Bamberg tätig. Beruflich stieg er bei Kugelmüller zum Meister im Maschinenbau auf, wechselte dann aber zur Firma Diamantwinter Hamburg, wo er als Leiter der Niederlassung in Nürnberg bis zur Pensionierung arbeitete.
Ebenso aktiv engagierte sich Hildegard im Vereinsleben, bot Kurse in Stoff- und Bauernmalerei an, war ebenfalls beim TS und der Awo. Beide sind seit 35 Jahren beim Freundeskreis Pringy. Überhaupt haben sie zu Frankreich eine besondere Verbindung. Die Tochter des damaligen Bürgermeisters, mit dem die Partnerschaft gegründet wurde, war kurz vorher als Austauschülerin bei den Kailers. "Mit 50 Jahren habe ich Französisch gelernt", sagt die Jubilarin.
Während die beiden Söhne Harald und Thomas gemeinsam mit ihrem Team in den ehemaligen Telefunken- Räumen Werkzeuge und Maschinen für die Natursteinindustrie herstellen, begann das Ehepaar Kailer den Ruhestand zu genießen. Die Zeit des Reisens, teils mit dem Wohnmobil, begann. Kanada, die USA, Australien, die Länder Nordafrikas und Europas besuchten sie. Aber immer wieder auch Frankreich. So mancher Gräfenberger kann sich auch an diese vielen Eindrücke erinnern, denn das Ehepaar Kailer berichteten über ihre Reiseeindrücke mit Diavorträgen beim Volksbildungswerk. Garten und Computer gehören nun zu den Freizeitbeschäftigungen des jung gebliebenen Jubelpaares. map

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