Ebern

Ein Jubilar mit klasse Perspektiven

Mit einem gelungenen Festabend und einem gut besuchten Schulfest wurde in Ebern das Gründungsfest des Gymnasiums begangen.
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Drei gut gelaunte Schulleiter: Klauspeter Schmidt (ab 2010), der aktuelle Rektor Martin Pöhner (seit 2017) und Kilian Popp, der das Gymnasium in Ebern ab 1999 leitete, in der Gesprächsrunde
Drei gut gelaunte Schulleiter: Klauspeter Schmidt (ab 2010), der aktuelle Rektor Martin Pöhner (seit 2017) und Kilian Popp, der das Gymnasium in Ebern ab 1999 leitete, in der Gesprächsrunde
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Am Samstag gab es ein buntes Treiben auf dem Sportgelände und in den Außenanlagen des Friedrich-Rückert-Gymnasiums. Bei schweißtreibendem Sommerwetter feierte die Schulfamilie mit zahlreichen Ehemaligen ein gelungenes 50. Gründungsfest der Schule.

Am Freitag bereits leitete ein Festakt in der Aula des Friedrich-Rückert-Gymnasiums die Festlichkeiten ein. 41 Jahrgänge haben hier bisher ihre gymnasiale Laufbahn abgeschlossen, unter vielen anderen Landrat Wilhelm Schneider im Jahr 1978 und der Stimmkreisabgeordnete im Bayerischen Landtag Steffen Vogel, 15 Jahre später.

Der heutige Schulleiter Martin Pöhner begrüßte in der nicht ganz voll besetzten Aula neben dem gegenwärtigen Kollegium auch viele ehemalige Lehrkräfte und Schüler. Er freute sich, dass die Schule sich trotz der schon angelaufenen Bauarbeiten auch in Zukunft weiterentwickelt. Im September wird der 50. Jahrgang eingeschult, mit an die 100 Schülern werde er in beeindruckender Stärke antreten.

In ihren Grußworten ließen der Landrat und die Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Unterfranken, Monika Zeyer-Müller, die bewegte Geschichte der "Vollanstalt" von den ersten Anfängen in der Realschule bis hin zu einer bestens funktionierenden Bildungseinrichtung, die "total lebt und sich bewegt", Revue passieren.

Der Schüler und "Hausfotograf" Martin Würstlein (9b) präsentierte das neue Video zum Schulsong, das die Film-Arbeitsgruppe anlässlich der Feier frisch produziert hat, mit beeindruckenden Aufnahmen aus dem Schulleben und starken Luftaufnahmen des Gebäudes.

Schülersprecherin Pauline Behnke (10b) moderierte eine Gesprächsrunde mit Lehrer- und Schülergeschichten, in der Karl-Heinz Krebs erzählte, wie er im Jahre 1972 seinen Dienst im gerade neu erbauten Schulgebäude antrat. Er erinnerte sich daran, dass schon 1989 die erste Sanierungssitzung anberaumt wurde, weil es hereinregnete.

Jörg Röder schwelgte in Erinnerungen an mehr als 45 jahre mit Skikursen auf dem Mooshof und hatte auch amüsante statistische Daten parat: Wilhelm Schneider war auf den schnellen Brettern damals der elfte von 32 Startern, Steffen Vogel brachte es sogar auf Platz sieben von 32.

Vogel dachte gerne an seine erste Klassenleiterin, Irmingard Hellmer, zurück und auch an die Handstände auf dem Tisch des Physiklehrers Karl-Otto Lettmaier. Heinz Bauerfeind, mittlerweile pensionierter Mathelehrer und langjähriger Computerbetreuer, zeigte die Entwicklung der informationstechnischen Ausrüstung von den einfachsten Anfängen mit Lochkarten bis zu den heutigen hochmodernen Computerräumen auf, und auch die ehemaligen Schülersprecher Jan Batzner und Laura Blum wussten Erheiterndes und eher Peinliches aus ihrem Schulleben zu berichten.

Intelligenz fürs Städtchen

Das Mittelstufentheater zeigte Szenen aus der Schulgeschichte. Friedrich Rückert träumt im Jahre 1819 von einer Schule, "die etwas Intelligenz in dieses Städtchen zu bringen vermag". Was aus diesem Traum wurde, erzeugte Lachsalven und tosenden Applaus, vor allem die Szene, in der eine gewisse Frau Schneider ihren Sohn Wilhelm in der Schule anmeldet und sich wünscht, dass aus ihm alles, bloß kein Politiker werden solle.

Nach einer weiteren Gesprächsrunde, unter anderen mit den früheren Schulleitern Kilian Popp und Klauspeter Schmidt und der Darbietung der Bohemian Rhapsody von Queen, gab es dann bei einem kleinen Sektempfang noch viel zu erzählen und sogar erste Ausblicke auf den 50. Geburtstag des neuen Schulgebäudes wurden gewagt.

Das Schulfest am folgenden Tag bot einiges: einen tollen Rahmen für Klassentreffen früherer Schülerjahrgänge, Rundgänge durchs Haus, Einblicke in den früheren Lateinunterricht und in das Leben einer Bildungseinrichtung am Puls der Zeit, gute Musik und Theaterspiel (unter anderem auch durch die für diesen Anlass wiederbelebte Improtheatergruppe des FRG), kreative Bildungs- und Verpflegungsangebote der aktuellen Schulklassen, ein Fußballturnier und Bewegungsangebote sowie einige liebevoll vorbereitete Ausstellungen.

Kunst zum Mitnehmen

Eine Schau in der Aula dokumentierte die 50-jährige Geschichte der Schule, auch wie es zur Namensgebung (Friedrich-Rückert-Gymnasium) kam und sie zeigte auf, wie sich in einigen Jahren der Neubau präsentieren wird. Die Arbeiten haben bereits begonnen und sollen - in zwei Schritten - spätestens bis zum nächsten "runden Geburtstag" der Schule - dem 55. nämlich - komplett abgeschlossen sein. Diese Ausstellung will Schulleiter Martin Pöhner dem Bürgerverein anbieten. Womöglich wird sie also demnächst nochmals in Räumen der xaver-mayr-galerie oder an anderer Stelle zu sehen sein.

Sehenswerte Arbeiten aus dem Kunstunterricht der vergangenen Jahrzehnte - das älteste Werkstück datiert von 1987 - hat Kunsterzieherin Christine Braun aus dem Archiv gekramt. Sie waren in einer Ausstellung zu sehen, auch mit der Einladung an die "Künstler von einst", ihre teilweise aufwendigen Werke mit nach Hause zu nehmen. Dieser Kunstschatz ist für Interessenten auch in den kommenden Tagen noch im Fachtrakt der Schule zu sehen. Wer also eine eigene Arbeit entdeckt, kann sich gerne mit Oberstudienrätin Braun in Verbindung setzen, um das Erinnerungsstück mit nach Hause zu entführen. rh/eki

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