Buttenheim

Ein Jahr im neuen Haus

Das neue Rathaus in Buttenheim kann bei den "Architektouren" am kommenden Wochenende besichtigt werden. Es ist eines von 20 Objekten in Oberfranken.
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Jalousien und Lüftungslamellen zu: So blieb das Buttenheimer Rathaus am Mittwoch innen kühl. Fotos: hak
Jalousien und Lüftungslamellen zu: So blieb das Buttenheimer Rathaus am Mittwoch innen kühl. Fotos: hak
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Es ist der bislang heißeste Tag des Jahres. In der Verwaltung von Buttenheim behalten sie jedoch einen kühlen Kopf - auch ohne Klimaanlage und Ventilatoren. Für die immer noch recht annehmbare Raumtemperatur im neuen Rathaus, das vor knapp einem Jahr bezogen wurde, sorgt die Nachtkühlung. Die funktioniert laut Architekt Christoph Gatz mit zwei einfachen Kniffen: Seitlich an den Fenstern finden sich Kühlungsflügel - einbruchssichere, mit Fliegengitter versehene Lüftungslamellen, die nachts geöffnet und tagsüber geschlossen werden. Zusätzlich fließt kaltes Wasser durch die Fußbodenheizung. "Ich bin kein großer Freund von Energieverschwendung zur Kühlung von Gebäuden", meint Gatz zu dieser simplen Lösung.

Die Bayerische Architektenkammer hat das Gebäude in die "Architektouren 2019" aufgenommen. Es ist eines von fünf Objekten in Stadt und Landkreis Bamberg (s. Infokasten) und kann am kommenden Samstag und Sonntag, jeweils um 15 Uhr, besichtigt werden.

Bei der äußeren Gestaltung war für den Bamberger Architekten die Frage des Ortsbildes wichtig. Auf dem Bauplatz stand bis in die 1970er Jahre die alte Schule, "ein mächtiger Jugendstilbau". Das Wohnhaus daneben, in dem ursprünglich zwei Lehrerdienstwohnungen untergebracht waren, diente von 1978 bis 2018 als Rathaus. Gemeinderatssitzungen fanden im Schulungsraum des benachbarten Feuerwehrgerätehauses statt.

"Das neue Rathaus ist ein Quantensprung", sind sich Geschäftsleiter Peter Münch und Anschyla Dotterweich vom Vorzimmer des Bürgermeisters einig. Nicht nur, was das Raumklima betrifft. So gibt es nun auch einen Sozialraum für die Mitarbeiter, ein Trauzimmer, einen Sitzungssaal und vor allem ein großes Bürgerbüro. Dennoch wurde, so Gatz, bei aller neuen inneren Größe "Wert auf Bescheidenheit gelegt. Das neue Rathaus soll dem dörflichen Maßstab gerecht werden." "Wir haben genau nach unserem Bedarf gebaut", sagt Bürgermeister Michael Karmann (ZWdG/CSU). Anfangs hätten die Leute die Baugrube sogar als "ziemlich klein" bezeichnet.

"Räume prägen", lautet das Motto der diesjährigen Architektouren. Das Rathausumfeld harrt aber noch der Neugestaltung. So soll etwa das Lehrerhaus abgebrochen werden. Was und wie gebaut und umgebaut wird, muss noch entschieden werden. So lange bleibt das Rathaus "der erste Bauabschnitt eines Bürgerzentrums". Eine Aussage, der Bürgermeister Karmann voll zustimmt.

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