Bamberg

Ein innovativer Lernraum

Der Erweiterungsbau der Teilbibliothek 4 wurde geweiht.
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80 000 Bücher fasst das frei zugängliche Kompaktmagazin im Untergeschoss des Anbaus. Foto: Mirjam Schmitt/Universität Bamberg
80 000 Bücher fasst das frei zugängliche Kompaktmagazin im Untergeschoss des Anbaus. Foto: Mirjam Schmitt/Universität Bamberg
Vor dreizehn Jahren öffneten sich am Heumarkt die Pforten zur gläsernen Teilbibliothek Sprach- und Literaturwissenschaften der Universität Bamberg. Ihr zweiter und letzter Bauabschnitt, die Erweiterung zur Stangsstraße, ist nach zwei Jahren Bauzeit seit Oktober in Betrieb und wurde am Montag feierlich eingeweiht.
Präsident und Kanzlerin der Universität, Prof. Godehard Ruppert und Dagmar Steuer-Flieser, begrüßten die geladenen Gäste im neuen Gebäudeflügel. Im Namen des Staatlichen Bauamtes Bamberg überreichte Baudirektor Jürgen König den symbolischen Schlüssel und Hochschulseelsorger Alfons Motschenbacher sprach mit Pfarrerin Anette Simojoki den Segen aus.
Im Zentrum der Veranstaltung stand jedoch die Präsentation des Konzepts und der Besonderheiten der neuen Räume durch Bibliotheksdirektor Fabian Franke. Wie lässt sich eine Lernumgebung optimal nutzen und gestalten? Wie können Räume so ausgestattet werden, dass sie unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden? Welche Medien ermöglichen modernes und interaktives Arbeiten? Diese Fragen gingen den Planungen zu den Innenräumen des Anbaus der Teilbibliothek voraus.


Über 100 000 Bücher

"Das Ergebnis ist nun auf rund 800 Quadratmetern Hauptnutzfläche, verteilt über vier Stockwerke, sichtbar", erläuterte König: Im Untergeschoss umfasst ein Kompaktmagazin einen Freihandbestand von 80 000 Büchern, in den Lesesälen im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss finden weitere 25 000 Bände Platz. Eine Besonderheit birgt das zweite Obergeschoss: Dort können die Studierenden einen flexibel möblierbaren Lernraum nutzen, in dem sie Tische, Sitzmöglichkeiten und Trennwände so anordnen können, wie es die jeweilige Lernsituation erfordert. Ein fahrbarer Bildschirm und mehrere Whiteboards fördern besonders interaktives Lernen und Arbeiten. Ein Eltern-Kind-Raum mit Spielecke erleichtert jungen Familien das Studium.
Ab Januar wird der Lernraum über einen Nebeneingang in der Stangsstraße für Universitätsangehörige täglich 24 Stunden zugänglich sein. Möglich macht dies der Studierenden- oder der Mitarbeiterausweis, der mit einer Chipkarte ausgestattet ist.
Insgesamt bieten die neuen Räumlichkeiten 144 zusätzliche Arbeitsplätze mit modernster Computertechnik, darunter vier Einzel- und vier Gruppenräume. Letztere sind mit 49-Zoll-Bildschirmen ausgestattet, die Nutzer mit ihren Endgeräten verbinden können. "Die Universitätsbibliothek freut sich, durch die innovative Lernraumgestaltung mit flexiblen und unterschiedlich konzipierten Räumen auf individuelle Bedürfnisse besonders eingehen zu können", erklärte Fabian Franke. "Die Universitätsbibliothek Bamberg gehört damit zu den Vorreiterinnen, was moderne Lernumgebungen betrifft."
Auch Staatsministerin Melanie Huml (CSU) ließ als Vorsitzende des Kuratoriums der Universität Bamberg ein Lob für die durchdachte Gestaltung ausrichten: "Die Erweiterung der Teilbibliothek ist ein weiterer wichtiger Schritt, um unsere Universität auf ihrem Weg in die Zukunft weiter voranzubringen." Die Gesamtkosten für die Erweiterung belaufen sich auf 4,4 Millionen Euro. Bibliotheksdirektor Fabian Franke sieht in der gläsernen Teilbibliothek Sprach- und Literaturwissenschaften ein Zeichen für eine offene Universität: "Die Universität schottet sich nicht ab, sondern ist ein sichtbarer Teil der Stadt, der gerne Ein- und Ausblicke gewährt." red


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