Coburg

Ein Haus für weniger Blaualgen

Vor allem im Spätsommer besteht die Gefahr, dass durch den Abbau der Algen sauerstofffreie Zonen am Grund des Goldbergsees entstehen und Fische sterben. Durch zwei Anlagen wird die Qualität des Wassers nun sichergestellt.
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Auf dem Goldbergsee sorgen zwei Anlagen dafür, dass das Wasser von der Oberfläche zum Grund zirkuliert. So soll die Gewässergüte verbessert werden.  Fotos: Jochen Berger
Auf dem Goldbergsee sorgen zwei Anlagen dafür, dass das Wasser von der Oberfläche zum Grund zirkuliert. So soll die Gewässergüte verbessert werden. Fotos: Jochen Berger
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cindy dötschel Dass der Goldbergsee ein Nährstoffproblem hat, ist bekannt. Nun wurden zwei Anlagen auf dem Gewässer installiert, die die Qualität des Wassers sicherstellen. Zum Badesee wird der Goldbergsee voraussichtlich trotzdem nicht.

"Die Gewässergüte soll verbessert werden und sich vor allem nicht verschlechtern", sagt Matthias Trau, Betriebsbeauftragter für den Goldbergsee. Das Problem seien vor allem die Algen: "Aufgrund der landwirtschaftlichen Umgebung ist das Wasser im Goldbergsee sehr nährstoffreich", erklärt Trau. Durch die Nährstoffe und die sommerlichen Temperaturen werde die Ausbreitung der Algen begünstigt. "Solange es hell ist, produzieren die Algen durch die Photosynthese viel Sauerstoff", sagt Trau. Nachts stellen die Algen die Sauerstoffproduktion ein.

Kreislauf durchbrechen

Vor allem im Spätsommer wird die hohe Anzahl der Algen zum Problem. Je heißer es ist, desto weniger Sauerstoff befindet sich im unteren Bereich des Gewässers, die Fische drohen zu ersticken. "Sobald die Tageslänge und die Temperaturen dann abnehmen, sterben die Algen ab", schildert Trau. So entsteht eine Biomasse am Grund des Sees, für deren Abbau viel Sauerstoff verbraucht wird. Sauerstofffreie Bereiche seien die Folge. Weil keine Mikroorganismen an den Grund des Sees gelangen, bildet sich Faulschlamm.

Die beiden neu installierten Anlagen sollen diesen Kreislauf durchbrechen: "Die Geräte sorgen dafür, dass das Wasser vom Grund des Sees zur Oberfläche zirkuliert", sagt Trau. Der Sauerstoff gelangt auf diese Weise auch auf den Grund des Sees.

"Bis die Zirkulation eingestellt ist, dauert es einige Tage oder Wochen", sagt Trau. Danach würden die beiden Anlagen, die ganzjährig in Betrieb sein werden, kaum Energie verbrauchen. Dass eine der Anlagen die Form eines schwimmenden Hauses hat, hat keinen bestimmten Grund. "Der Nutzen ist rein optisch, unter dem Haus ist die Maschine verborgen", so Trau.

Blaualgen im Goldbergsee

Vor allem die Blaualgen machen im Goldbergsee Probleme. "Von März bis September werden einmal pro Monat Proben genommen", erklärt Gewässerbiologin Julia Krawina. Im Goldbergsee sei der Befund bereits jetzt im Frühsommer positiv gewesen, die Menge sei derzeit aber noch nicht kritisch.

Krawina ist dennoch besorgt: "Normalerweise gab es immer erst im Herbst Blaualgen im Goldbergsee." Eine mögliche Ursache dafür, dass in diesem Jahr bereits im Frühsommer Blaualgen im Goldbergsee sind, könnte der trockene Sommer im letzten Jahr sein. "Zu einem gewissen Grad sind immer Blaualgen vorhanden", sagt Krawina. Durch den letzten Sommer und die hohen Temperaturen im Frühjahr könnte die Konzentration nun gestiegen sein. Auch könne es eine Rolle spielen, dass der Goldbergsee ein Hochwasserrückhaltebecken und kein natürlicher See ist. Krawina hofft, dass sich der Algenbestand mit den neuen Anlagen reguliert: "Es kann sein, dass durch die Sauerstoffzufuhr mehr ,gute' Algenarten wachsen."

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