Haßfurt

Ein großes Fest der Freundschaft

Junge Musiker aus der israelischen Stadt Kiryat Motzkin waren zu Gast im Landkreis. Die Begegnung war für alle Beteiligten ein unvergessliches Erlebnis. Ein besonderes Lob spricht der Landkreis den Gastfamilien aus.
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Johannes Lauer (rechts) führte die Jugendgruppe aus Israel und ihre Gastgeber durch die KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg.
Johannes Lauer (rechts) führte die Jugendgruppe aus Israel und ihre Gastgeber durch die KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg.
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Mitglieder des Musikkonservatoriums Kiryat Motzkin verbrachten zusammen mit Gastfamilien aus dem Landkreis Haßberge erlebnisreiche Tage. Eine Woche lang hatten der Kreisjugendring und der Landkreis Haßberge junge Musiker aus Kiryat Motzkin zu Gast. Die Gruppe bestand aus zehn Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren, die von den Betreuern Aleana Eshed, Moti und Ruti Dagan begleitet wurden. "Die gemeinsame und intensiv erlebte Zeit von israelischen und deutschen Jugendlichen wurde bei diesem Besuch wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle Beteiligten", schreibt das Landratsamt. Kiryat Motzkin ist die Partnerstadt des Landkreises Haßberge. Die Stadt liegt bei Haifa im Norden Israels.

Die Begegnung der Mädchen und Jungs aus dem Landkreis Haßberge mit den jungen Besuchern aus einem weit entfernten und fremden Land und die gemeinsamen Unternehmungen wurden an den acht Tagen zu einem wunderbaren Erlebnis der Freundschaft. Die Verbindung der Jugendlichen, die sich bereits von der Jugendbegegnung 2018 in Kiryat Motzkin kannten, wird sicher weiterhin Bestand haben.

Zu Beginn der Begegnung wurde die Gruppe von der KJR-Vorstandsverantwortlichen für internationale Jugendarbeit, Susanne Makowski, im Jugendtreff "Dragon" in Haßfurt empfangen. Am Abend stand das nächste Treffen im Bowling-Center in Haßfurt auf dem Programm.

Höhepunkt am folgenden Tag war der Freundschaftsabend. Landrat Wilhelm Schneider ging in seiner Ansprache auf die lange Freundschaft und Partnerschaft des Landkreises Haßberge mit Kiryat Motzkin ein.

In Gastfamilien

Weitere Tage verbrachten die israelischen Gäste mit den Gastfamilien, bei denen sie wohnten.

Das attraktive und umfangreiche Programm während des Besuchs beinhaltete unter anderem eine Fahrt durch den Landkreis Haßberge. In der ehemaligen Synagoge in Memmelsdorf und im Museum für jüdisches Leben in Kleinsteinach begab sich die Gruppe auf geschichtliche Spurensuche durch die Geschichte des Landjudentums.

Ferner besuchte die Gruppe die KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg. Dabei wurden gemeinsam die schrecklichen Ereignisse des Holocausts in Erinnerung gerufen. Die Jugendlichen aus beiden Nationen setzten sich an diesem Ort intensiv mit den Geschehnissen auseinander. Die Erinnerung an die Verbrechen der Nazi-Diktatur, verbunden mit der Ermahnung an die Völker der Welt, dass Gleiches nie mehr passieren darf, beeindruckte die Jugendlichen aus beiden Partnerkommunen sichtlich. Eine gemeinsame Gedenkfeier in der jüdischen Gedenkstätte in Flossenbürg mahnte alle Beteiligten, sich zu "erinnern und nicht zu vergessen". Es wurden ein Kranz und selbst gestaltete Gedenksteine niedergelegt, Kerzen gespendet und gemeinsam Texte zum Erinnern vorgelesen. Nach der Zeremonie fand eine Gesprächsrunde statt.

Viel Spaß im Musikhaus

Weitere Ausflüge führten in das Freizeitland Geiselwind und in das Musikhaus Thomann in Treppendorf bei Burgebrach. Dort probierten die jungen Musiker die verschiedensten Instrumente und Geräte aus und stellten ihr großes Können unter Beweis. Sie hatten viel Spaß.

In der Stadt Würzburg besuchten die Teilnehmer der Jugendbegegnung das Shalom Europa und gingen gemeinsam den Weg der Erinnerung.

Ein Lob spricht das Landratsamt den Gastgebern aus: "Die einheimischen Gastfamilien waren kontaktfreudig, sehr aufgeschlossen und sie empfingen ihre jungen Gäste aus Israel mit offenen Armen." Der Kreisjugendring Haßberge und der Landkreis Haßberge danken an dieser Stelle ausdrücklich den deutschen Gastfamilien für die Aufnahme der israelischen Jugendlichen. Eine derart erfolgreiche Jugendbegegnung wäre ohne den Einsatz und das außerordentliche Engagement der Familien nicht möglich gewesen. ft

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