Breitbrunn

Ein Garant für bestes Wasser

Der Zweckverband Veitensteingruppe feierte in Breitbrunn sein 60-jähriges Bestehen.
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Foto: by-studio - stock.adobe.com
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Seit 60 Jahren ist der Zweckverband Veitensteingruppe ein Garant dafür, dass die Bürger mit dem Lebensmittel Nummer eins versorgt werden. "Nicht überall ist es so selbstverständlich wie bei uns, dass wir daran gewöhnt sind, jederzeit und an jedem Ort den Wasserhahn aufzudrehen und unbedenklich Wasser nutzen zu können. Auf der Erde haben 2,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem und durchgängig verfügbarem Trinkwasser. Selbst in Europa haben 57 Millionen Menschen keine Wasserleitungen in ihren Häusern", sagte Landrat Wilhelm Schneider (CSU) bei der Feier des 60-jährigen Bestehens des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Veitensteingruppe im Gemeindezentrum Breitbrunn.

1959 begann die Erfolgsgeschichte der Veitensteingruppe, die ursprünglich als Lautergrundgruppe von den früheren Gemeinden Lußberg, Rudendorf, Kirchlauter, Deusdorf und Appendorf gegründet wurde. Vorsitzender wurde damals der Bürgermeister aus Kirchlauter, Oskar Kandler.

Die jetzige Verbandsvorsitzende, die Breitbrunner Bürgermeisterin Gertrud Bühl, betonte bei ihrem Rückblick, dass sehr schnell die umliegenden Gemeinden den großen Nutzen erkannt und sich deswegen schon 1962 Dorgendorf und Lauter der Gruppe angeschlossen hätten. Da es mehrere Lautergründe in Bayern gab, sei auf Verlangen des Bayerischen Landesamtes für Wasserversorgung der Name in Veitensteingruppe geändert worden.

Schon bald seien weitere Dörfer oder Gemeinden hinzugekommen wie Priegendorf und Goggelgereuth (1963), Winterhof und Krappenhof (1964), Breitbrunn, Hermannsberg und Edelbrunn (1985) sowie Neubrunn (1987). 1988 erfolgten, wie sie sagte, auch Wasserlieferungen an die Stadt Königsberg und an die Stadt Ebern (bis 2003) und nach der Inbetriebnahme der neuen Brunnen I und II sei ab 1995 auch Salmsdorf mit Wasser beliefert worden.

Heute versorgt der Zweckverband zur Wasserversorgung der Veitensteingruppe 32 Ortschaften und Weiler mit rund 5500 Einwohnern in Unter- und Oberfranken mit rund 235 000 Kubikmetern Trinkwasser pro Jahr. Dazu wurden in den zurückliegenden Jahrzehnten sieben Hochbehälter zur Speicherung von etwa 1800 Kubikmeter Wasser gebaut und ebenso 120 Kilometer Leitungsnetz verlegt. Davon sind 50 Kilometer Fernleitungen, 40 Kilometer Ortsleitungen und 30 Kilometer Hausanschlussleitungen, wobei 720 Hydranten und Schieber betreut werden. "Unser Maschinenhaus in Kottendorf birgt zugleich eine moderne Verwaltung, die sich auf dem neuesten Stand der Technik befindet", betonte die Vorsitzende.

Auch mit dem Wasserpreis von 1,07 Euro pro 1000 Liter liege man deutlich unter dem durchschnittlichen Preis von zwei Euro in Deutschland. Trotzdem halte die Zukunft auch für den Zweckverband viele Herausforderungen bereit wie die Wiederinbetriebnahme des Altbrunnens, die permanente Desinfektion mittels einer Ultrafiltrationsanlage sowie die Erneuerung der in die Jahre gekommenen Hauptschieber und des Rohrnetzes. Vorrangiges Ziel sei es aber weiterhin, den Bürgern gesundes Trinkwasser in bester Qualität aus dem Herzen der Haßberge zu liefern.

"Nur die wenigsten Bürgerinnen und Bürger wissen um den Aufwand, der betrieben werden muss, um ständig Trinkwasser in bester Qualität jedem und überall zur Verfügung zu stellen. Hier bei der Veitensteingruppe ist Hervorragendes geleistet worden in einem riesigen Versorgungsgebiet bis in den Landkreis Bamberg hinein", betonte Landrat Schneider. "Dieser Wasserzweckverband stellt in unserem Landkreis Haßberge eine der am besten gewarteten und betriebenen Wasserversorgungen dar. Auch das Wasserforum der Regierung von Unterfranken hat seine Arbeit bayernweit als Vorbild herausgestellt."

Vorbildlich nannte Landrat Schneider vor allem das Erfolgskonzept zur Nitratsenkung, für die der Verband in den 90er Jahren eine vorausschauende Entscheidung getroffen und Zug um Zug sämtliche Grundstücke in der Schutzzone aufgekauft habe. Dazu habe der damalige Geschäftsführer Rupert Göller mit seinem "Belohnungsmodell" für die Landwirte effektive und zukunftsgerichtete Verträge geschlossen, die sich ausgewirkt hätten. "Die Landwirte werden nach einem bestimmten System, das auf Bodenproben basiert, entlohnt, wenn der Nitrateintrag im Boden nachweislich reduziert wird. Das hat bis heute gegriffen", lobte der Landrat

Herausforderungen

Natürlich, so Schneider, stehe die Veitensteingruppe vor neuen Herausforderungen, um die Trinkwasserversorgung für die nächsten Generationen zu sichern. Er nannte das Stichwort Klimawandel. Geplant sei, den 1994 stillgelegten Brunnen Kottendorf wieder in Betrieb zu nehmen. Bis 2015 sei nun eine befristete wasserrechtliche Erlaubnis erteilt worden. "Dieser Zeitraum dient als Testphase, um anschließend zu entscheiden, ob der Brunnen saniert oder aufgelassen wird."

Die Vorsitzende Gertrud Bühl nutzte die Gelegenheit, den großartigen Einsatz aller bisherigen Vorsitzenden und Mitglieder der Verbandsversammlung zu würdigen. Den Zweckverband führten Oskar Kandler (1959 bis 1981), Peter Kirchner (1981 bis 2008), Jochen Steppert (2008 bis 2014) und Gertrud Bühl (seit 2014). In einer besonderen Weise wurde des verstorbenen Gründungsvorsitzenden Oskar Kandler und des vor kurzem verstorbenen Ehrenvorsitzenden Peter Kirchner sowie des ersten Geschäftsführers Ignatz Geier gedacht.

Eine Anerkennung erhielten die Mitglieder der Verbandsversammlung aus den Gemeinden Baunach, Breitbrunn, Lauter, Kirchlauter und Ebelsbach, die seit drei Wahlperioden im Verband mitarbeiten. Das sind Bürgermeister Karl-Heinz Kandler, Kirchlauter, Wolfgang Holzmann, Neubrunn, Bürgermeister Armin Postler, Lauter, Hildegard Weigmann, Lauter, sowie Erich Langhojer, Dorgendorf, und Bürgermeister Walter Ziegler, Ebelsbach. Geehrt wurden der ehemalige Geschäftsführer Rupert Göller sowie Wasserwart Alfons Griebel für 31 Jahre Dienst im Zweckverband.

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