LKR Bamberg

Ein Festakt im Landratsamt erinnert an die Gemeindegebietsreform

Seit 40 Jahren gibt es nun den Landkreis Bamberg in seiner heutigen Form. Die vom damals amtierenden bayerischen Innenminister Bruno Merk initiierte Verwaltungsreform sollte Verwaltungsstrukturen vere...
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Als Festredner fungierten (von links) die Kreisheimatpfleger Annette Schäfer und Wolfgang Rössler sowie der Baunacher Altbürgermeister Georg Wild. Landrat Johann Kalb bedankte sich bei ihnen. Foto: A. Spörlein
Als Festredner fungierten (von links) die Kreisheimatpfleger Annette Schäfer und Wolfgang Rössler sowie der Baunacher Altbürgermeister Georg Wild. Landrat Johann Kalb bedankte sich bei ihnen. Foto: A. Spörlein

Seit 40 Jahren gibt es nun den Landkreis Bamberg in seiner heutigen Form. Die vom damals amtierenden bayerischen Innenminister Bruno Merk initiierte Verwaltungsreform sollte Verwaltungsstrukturen vereinfachen und größere Einheiten schaffen. Ein nicht immer einfaches Unterfangen, denn in München hatte man nicht mit dem Selbstbewusstsein der gewachsenen Dörfer, dem "Sturkopf mancher Amtsträger" und der Leidensfähigkeit der Bürgerinnen und Bürger gerechnet. So musste dann, was als freiwillige Gebietsreform begann, vielerorts mit Zwangseingemeindungen enden.

Für den Landkreis Bamberg war es auch nicht immer einfach, die 36 Gemeinden, von denen heute 13 in fünf Verwaltungsgemeinschaften zusammengeschlossen sind, unter einen Hut zu bringen.

Aus Anlass dieser letzten Gemeindegebietsreform hatte Landrat Johann Kalb (CSU) zu einer Feierstunde in den festlich geschmückten Sitzungssaal des Landratsamtes geladen. Neben Vertretern aus der Politik, der Justiz und den Medien waren auch ehemalige Kreisräte und Verdienstmedaillenträger eingeladen worden. Der Landrat vergaß bei seiner Begrüßung den Dank an seine Vorgänger im Amt nicht, hatten doch diese den "Landkreis Bamberg in vielfältiger Weise entscheidend geprägt".

Kreisheimatpfleger Wolfgang Rössler erläuterte in seinem Festvortrag die Verwaltungsstrukturen im neu geschaffenen Königreich Bayern bis in die Gegenwart. Er würdigte die wichtige Rolle der Gemeinden, insbesondere für die eigenen Bürger, sprach von einem doch immer wieder wechselnden Verhältnis der Gemeinden mit dem Landkreis und dem "gedeihlichen Miteinander des Landkreises mit den Gemeinden heute". So wäre u. a. die Müllentsorgung von den Kommunen alleine gar nicht zu leisten.

Kreisheimatpflegerin Annette Schäfer legte den Fokus ihrer Betrachtungen auf die Tatsache, dass die Verwaltungsreformen im neu geformten Landkreis Bamberg nicht immer reibungslos abgelaufen sind.

Insbesondere in Kemmern, Rattelsdorf und Sassanfahrt mussten da schon auch Minister eingeschaltet und Gerichte angerufen werden und nicht alle Entscheidungen fanden damals wie heute die Zustimmung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger.

Alt-Bürgermeister Georg Wild aus Baunach schilderte die Zeit aus "der Sicht eines Betroffenen" und würdigte die Arbeit des damaligen Landrates Otto Neukum. Für ihn war der Zusammenschluss der Gemeinden unbedingt notwendig, wenn gleich er auch über verwaltungsrechtliche Kuriositäten aus seiner Zeit als Bürgermeister Baunachs und gleichzeitig als Chef der Verwaltungsgemeinschaft Baunach berichten konnte.

Für die Regierung von Oberfranken gratulierte Vizepräsident Thomas Engel zum 40-jährigen Bestehen des Landkreises Bamberg in seiner jetzigen Form. "Die Geburtswehen sind vorbei", so Thomas Engel, "der heutige Zuschnitt hat sich bewährt und so gilt es gemeinsam den Landkreis weiter voranzubringen".

Zwei Gruppen der Kreismusikschule Bamberg sorgten für die musikalische Umrahmung an diesem Abend. Beim sich anschließenden Buffet wurden dann noch so manche Erinnerungen an diese Zeit ausgetauscht und die ein oder andere Anekdote zum Besten gegeben.

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