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Gunzendorf
Georgiritt

Ein Fest für Reiter und Gläubige

Traditionsgemäß findet um den Georgstag (23. April) die Pferdewallfahrt von Gunzendorf zum Senftenberg statt, in diesem Jahr am Ostermontag, 22. April. Die Aufstellung erfolgt um 9 Uhr am Ortseingang ...
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Traditionsgemäß findet um den Georgstag (23. April) die Pferdewallfahrt von Gunzendorf zum Senftenberg statt, in diesem Jahr am Ostermontag, 22. April. Die Aufstellung erfolgt um 9 Uhr am Ortseingang von Gunzendorf. Um 9.30 Uhr ziehen die Reiter zur Wallfahrtskapelle St. Georg auf dem Senftenberg. Nach dem Gottesdienst werden Ross und Reiter gesegnet.

Der Georgiritt kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Die Kapelle auf dem Senftenberg war bereits im 16. Jahrhundert Ziel einer Wallfahrt der Bauern und Hufschmiede aus der näheren Umgebung. Sie baten dort den heiligen Georg, den Schutzpatron von Ross und Reiter, um seinen Segen und brachten ihm ihre Anliegen vor. 1618 sprach man sogar davon, dass dort Wunder vorgekommen sein sollen. Wegen steigender Pilgerzahlen am Georgstag wurde am Aufgang zur Kapelle ein Markt für bäuerlichen Bedarf abgehalten. Das nahm sehr schnell volksfestähnlichen Charakter an und Trinkgelage, Schlägereien und Diebstähle häuften sich. So stellten verschiedene Pfarreien ihre Wallfahrten ein.

Die kirchliche Glanzzeit endete im Jahre 1806. Der Georgimarkt ging nach Buttenheim, die Wallfahrt zur Senftenberger Kapelle wurde komplett eingestellt.

In seiner heutigen Form wurde der Georgiritt 1951 vom Gunzendorfer Kuraten Johann Georg Barnickel und dem Frankendorfer Bürgermeister Georg Brütting wiederbelebt. Die Genehmigung durch das Erzbischöfliche Ordinariat war mit der Auflage erteilt worden, dass keinerlei weltliche Veranstaltung mit dem Georgiritt verbunden werde und die Opfergelder ausschließlich für die Kapelle zu verwenden seien.

Das offizielle Senftenberger Reiterverzeichnis weist seit den 50er Jahren bei den Georgiritten zwischen 28 und 89 Reiter aus. Längst wurden dabei die nicht mehr gebrauchten Zug- und Arbeitspferde der Bauern durch die Freizeitpferde der Hobbyreiter ersetzt. Oben auf dem Kapellenvorplatz feiern Reiter und Gläubige eine Messe im Freien. Am Ende erhalten alle Pferde und Reiter den Segen und die Wallfahrt zieht feierlich ins Dorf zurück.

Ein Hinweis für Menschen mit einem Gehbehinderten-Ausweis: Die Zufahrt zur Kapelle am Senftenberg ist nur bis 9 Uhr möglich, danach wird die Straße aus organisatorischen Gründen gesperrt. asp/pm

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