Höchstadt a. d. Aisch

Ein Fest für die Lourdesgrotte

Kurienkardinal Paul Josef Cordes und der Tölzer Knabenchor werden am 23. November in Höchstadt erwartet. Nach dem Festgottesdienst und der Einweihungsfeier ist die Bevölkerung zum Empfang auf den Kirchplatz geladen.
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Die Lourdesgrotte im Schwesterngarten in der Kleinen Bauerngasse in Höchstadt ist fertig. Am 23. November wird sie eingeweiht.  Foto: privat
Die Lourdesgrotte im Schwesterngarten in der Kleinen Bauerngasse in Höchstadt ist fertig. Am 23. November wird sie eingeweiht. Foto: privat

Nach knapp über einjähriger Bauzeit steht die Höchstadter Lourdesgrotte mit sieben Metern Länge und fünf Metern Höhe für die Einweihung am Samstag, 23. November, bereit.

Am Ende einer Lourdes-Pilgerreise im Jahr 2018 sprach Stadtpfarrer Kilian Kemmer vor den 120 Wallfahrern den Wunsch aus, über die Errichtung einer Mariengrotte in Höchstadt nachzudenken. Kemmer dachte dabei an eine größere Mauernische, wie sie vielerorts im Umfeld einer Kirche oder bei Friedhöfen zu sehen ist.

Auf der Heimfahrt konkretisiert

Bereits auf der langen Heimfahrt wurden die Überlegungen zum Bau einer Grotte in einem der Omnibusse sehr konkret. Die Familien Dorsch, Haas, Geyer, Güßregen und Frey nahmen den von Pfarrer Kemmer und der Kirchenverwaltung zur Verfügung gestellten Platz im Schwesterngarten der Kleinen Bauerngasse in Augenschein und legten los.

Noch in der Planungsphase wurde die Grottenbaugruppe allerdings kurzzeitig in eine Schockstarre versetzt: Ihr Mitstreiter Lothar Frey, Chef des Erlanger Fraunhofer-Institutes und Physikprofessor an der Universität Erlangen, starb im Juni 2018 plötzlich und unerwartet.

Viele Unterstützer

"Nicht nur die vielfache irdische und materielle Unterstützung führte die Umsetzung der Pläne herbei, auch Lothar Frey als Schutzengel von oben verhalf dem Projekt zur Durchsetzung", ist sich Kilian Kemmer sicher. Denn viele unterstützten postwendend das Projekt: die Zimmerei Leicht, der Baustoffhandel Grohganz, Fliesen Denzler, Steinmetzbetrieb Sailer, das Statikbüro Leyh, der Bautrupp von Johannes Riegler und viele andere griffen den ehrenamtlichen Grottenbauern unter die Arme.

Nach dem Vorbild der Grotte von Masabielle im südwest-französischen Lourdes, mitten in den Pyrenäen, wo 1858 die Gottesmutter Maria der jungen Frau Bernadette Soubirous erschienen sein soll, begannen die Höchstadter ihren Bau.

Botschaft ist 2000 Jahre alt

Der Inhalt der Botschaft von damals stellt nichts Neues für Gläubige von heute dar und behält trotzdem hohen Aktualitätswert, meint Kilian Kemmer. "Es ist nicht erst Greta Thunberg, die eine radikale Veränderung der Lebensverhältnisse fordert. Diese Botschaft hat ein junger Mann aus Nazareth mit Namen Jesus schon vor 2000 Jahren propagiert".

Hinzu kommt in der Botschaft von Lourdes neben dieser Umkehrmentalität die heil- und wirksame Kraft des Gebetes als Notwendigkeit für ein Mehr an Lebensqualität, so der Stadtpfarrer. Deshalb feiert die Pfarrei die Einweihung nicht nur an einem Tag, sondern in den Advent hinein über mehrere Wochen mit vielen Angeboten zur inneren Glaubenserneuerung.

Die Einweihung am 23. November nimmt einer der engsten Vertrauten von Papst Franziskus, der deutsche Kurienkardinal im Vatikan, Paul Josef Cordes, vor. Ein besonderes Schmankerl stellt die musikalische Umrahmung an diesem Tag dar. Dank großzügiger Sponsoren singt der weltbekannte Chor der Tölzer Knaben unter Leitung von Clemens Haudum im Gottesdienst um 16 Uhr in der Stadtpfarrkirche. Gabriel Konjaev, Reinhard Döring und das Bläserensemble "TaBrassKo" musizieren mit.

Eine Lichterprozession wird anschließend die Madonnenfigur, die Kemmer in den Pfingstferien persönlich in Lourdes ausgesucht und nach Höchstadt transportiert hat, an ihren Standort übertragen. Die Stadtkapelle begleitet den Zug musikalisch.

Empfang umgeplant

Anschließend möchte Pfarrer Kemmer, dass alle Höchstadter sich auf den Kirchplatz eingeladen fühlen. Einen ursprünglich geplanten Empfang in einem Nebengebäude der Fortuna Kulturfabrik bat Höchstadts Pfarrer, so nicht abzuhalten. "Es soll ein Fest für alle werden."

Ein den Kirchplatz abdeckendes, beheiztes Zelt soll für genügend Platz sorgen, um bei Essen und Trinken noch beieinander zu stehen oder zu sitzen. Für die Bewirtung sorgen die Höchstadter Brauereien, der Skiclub und der Automobilclub, auch mit warmen Getränken.

Weitere Veranstaltungen mit Bambergs Weihbischof Herwig Gössl, mit Stadtarchivar Christian Plätzer, eine Spielfilmvorführung in der Fortuna Kulturfabrik, ein "Night Fever" der Jugendlichen und die besondere Gestaltung der Adventssonntage folgen der eigentlichen Einweihung in die Adventszeit hinein.

Den Abschluss bildet die Aufführung von Mozarts "Missa Pastoralis" durch den Kirchenchor von St. Georg und das Höchstadter Kammerorchester am 3. Advent im Rahmen eines Pontifikalamtes mit dem Abt von Einsiedeln, Urban Federer.

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