Rotbackig leuchteten die Äpfel. Das Brot duftete bis in die ersten Reihen. Die Flechtkörbe mit Kartoffeln oder Mohrrüben quollen über. Den Altar säumten Brote und bunt leuchteten die Blumen. Daneben machte sich gold-orange ein Kürbis breit. Nicht zu vergessen, die herrlichen Weintrauben - die Früchte des Sommers. Die Orgel jubilierte und Hörnerklang erfüllte die Basilika in Vierzehnheiligen. Es war ein Fest für alle Sinne.
Selten war die Kirche so schön geschmückt wie am vergangenen Sonntag, dem Erntedanktag. Zu Beginn der Messe überbrachte die Jugend der Obst- und Gartenbauvereine Grundfeld und Wolfsdorf Erntegaben, die sie vor dem reich geschmückten Hauptaltar niederlegte.
Darüber schwebte die kunstvoll geflochtene Erntekrone. Mit der Gestaltung des Altars brachten die Gläubigen zum Ausdruck, dass sie, neben der eigenen Arbeit, vor allem dem Schöpfer der Welt die Grundlage ihres Lebens verdanken. Sich an den Gaben zu erfreuen, dafür zu danken und sie schließlich miteinander zu teilen, darin zeigte sich: Der Mensch ist gebunden an die Natur, an Gott und an die Menschen, mit denen er sein Leben auf dieser Erde teilt. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Einige hatten Klappstühle mitgebracht, die meisten standen dichtgedrängt und lauschten den Worten der Predigt.


Freude am Essen

Franziskuspater Heribert Arens unterstrich: "Dank prägt den heutigen Tag." Er teilte den Dank in Gaben, die unseren Hunger stillen. Da gehe es nicht um die Freude am Essen, sondern um die Ernährung, damit wir nicht verhungern.
Es gehe aber auch um Gaben, auf die wir Appetit haben, die wir uns auf der Zunge zergehen lassen. In der Fastenwoche werde Brot wieder zum Genussmittel. "Gott schenkt uns seine Gaben, damit wir sie genießen", so der Pater. Darüber hinaus schenke Gott uns schöne Gaben, die uns staunen lassen. Viele seien in die Kirche gekommen und hätten sich am Anblick der Gaben gefreut. Die Gaben seien also nützlich, schmackhaft und schön. Eine Dimension, die oft vergessen werde, sei ein schön gedeckter Tisch, nicht in Junggesellenmanier. Andreas Welz