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Kulmbach

Ein einladender Bürokomplex

Aus dem städtischen Bauamt ist ein Schmuckstück geworden. Davon überzeugten sich die Kulmbacher bei einem Tag der offenen Tür - und erfuhren dabei auch etwas von einem wertlosen Millionenschatz.
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Riesenandrang beim Tag der offenen Tür im städtischen Bauamt. Viele Kulmbacher wollten sich über den Baufortschritt informieren.
Riesenandrang beim Tag der offenen Tür im städtischen Bauamt. Viele Kulmbacher wollten sich über den Baufortschritt informieren.
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Das Gerüst am städtischen Bauamt steht noch und lässt keinen Zweifel daran, dass die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen noch lange nicht abgeschlossen sind. "Wir wollten einen Tag der offenen Baustelle machen, weil so noch mehr der Blick dafür geschärft wird, was sich verändert hat und welche Maßnahmen hier getätigt wurden", sagte Oberbürgermeister Henry Schramm.

Viele Menschen überzeugten sich von dem gelungenen Werk. Das Bauamt hat sich gemausert: von einem energetischen Desaster mit riesigen Schäden im Gebälk zu einem modernen, einladenden Bürokomplex.

"Der energetische Zustand entsprach in vielerlei Hinsicht nicht mehr den heutigen Standards. Die Räume im Dachgeschoss des Anbaus waren aufgrund der Höhen nicht mehr für eine Büronutzung geeignet", erklärte Schramm. Hinzu kamen laut OB große Schäden an Dachstuhl und Fachwerk sowie an der Holzbalkendecke. Außerdem sollte das Bauamt barrierefreie Zugänge bekommen, und auch der Brandschutz musste ertüchtigt werden.

3,84 Millionen Euro investiert die Stadt mit Unterstützung vieler Fördergeber. "Wie es bei derartigen Gebäuden nicht selten vorkommt, wurden immer neue und immer größere Schäden erkennbar."

Kuriose Überraschungen gab es aber nicht nur hinsichtlich der Bausubstanz, wie Bernd Ohnemüller bei den Führungen offenbarte. So waren im alten Mauerwerk 16 Millionen versteckt - leider nicht in Euroscheinen, sondern in 100 Millionen-Mark-Scheinen. "Wir konnten das Geld leider nicht mehr umtauschen", scherzte Ohnemüller. Es handelte sich um Inflationsgeld der Reichsbank.

Ein weiteres Kuriosum schlummerte ebenfalls versteckt im Mauerwerk: Maurer Gerd Scheibe, 1915 in Kulmbach geboren, der einst an dem Gebäude mitgebaut hatte, mahnte für Frieden und erinnerte an die Feldzüge und an neun Verwundungen, die er selbst erlitten hatte. Seine Botschaft: "Gott schütze die Menschheit".

Die Besucher waren vom Fortschritt des Umbaus begeistert und freuten sich über die Helligkeit, über die Transparenz des Gebäudes. Durch die aufwendige Sanierung können in Zukunft alle technischen Abteilungen unter einem Dach untergebracht werden.

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