Coburg

Ein "Eigengewächs" der Hochschule begleitete die Arbeiten an der Villa

Die Hochschule Coburg und Zukunft.Coburg.Digital eröffnen am Dienstag, 11. September, offiziell ihre Räume in der alten Schlachthof-Villa. Dass diese so schnell genutzt werden konnte, ist auch Johanne...
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Johannes Wenzel hat sein Büro in einem altem Gerberhaus eingerichtet. Foto: Madelaine Ruska
Johannes Wenzel hat sein Büro in einem altem Gerberhaus eingerichtet. Foto: Madelaine Ruska

Die Hochschule Coburg und Zukunft.Coburg.Digital eröffnen am Dienstag, 11. September, offiziell ihre Räume in der alten Schlachthof-Villa. Dass diese so schnell genutzt werden konnte, ist auch Johannes Wenzel zu verdanken.

Irgendwie passt es, dass der Jung-Architekt sein Büro in einem ehemaligen Gerberhaus eingerichtet hat. Ein bisschen versteckt liegt das rote Ziegelsteingebäude zwischen Löwenstraße und Judengasse. Das Haus wurde 1706 gebaut, der Werkstattanbau, in dem Johannes Wenzel sein Atelier hat, muss im Prinzip komplett saniert werden. "Als ich mit dem Fahrrad hier vorbeigefahren bin, ist mir das Haus aufgefallen", erzählt Wenzel. "Ich habe einfach gefragt, ob ich hier Räume mieten kann."

Renoviert hat er in Eigenregie. Fertig ist er zwar noch nicht, aber ein Zimmer mit zwei großen Fenstern ist nun schon sein Arbeitsplatz. Die Schreibtische und Holzregale hat Wenzel selber gebaut. Als Sekretär nutzt er einen alten Werkzeugschrank. Ein Waschbecken in der Ecke zeugt noch von der früheren Werkstatt.

Alten Gebäuden neues Leben einzuhauchen, dafür hat Johannes Wenzel ein Händchen. Schon im Studium weckten solche Projekte sein Interesse. Seine Bachelorarbeit an der Hochschule Coburg hat er über die Entwicklung des Areals am Coburger Güterbahnhof geschrieben.

Kanzlerin holte den Ex-Studenten

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Als die Hochschule einen Architekten suchte, der die Planungen für ihr Projekt "Creapolis" am Schlachthof begleitet, erinnerte sich Kanzlerin Maria Knott-Lutze an den ehemaligen Studenten. Er hatte inzwischen seinen Master an der Universität in Stuttgart gemacht und war gerade fertig mit dem Studium. "Ich wollte zwar mein eigenes Architekturbüro aufbauen, aber nach dem Studium war so eine Stelle natürlich ein tolles Angebot", sagt Wenzel.

Also führte er eine Machbarkeitsstudie am Schlachthof durch und betreute später die Arbeiten in der Direktorenvilla. Auch hier griff er nur minimal in das Erscheinungsbild des Gebäudes ein.

Es hat den Charme des Unfertigen. Für das, was die Hochschule und Zukunft.Coburg.Digital hier vorhaben, ist das aber genau richtig. Hier sollen sich Ideen entwickeln und Menschen zusammenkommen, die noch am Anfang ihrer Projekte stehen. Da passt eine Atmosphäre, die zeigt, dass nicht alles perfekt sein muss.

"Es ist natürlich toll zu sehen, dass die Ideen, die wir als Studenten entwickelt haben, jetzt realisiert werden", freut sich Wenzel und ist gespannt, ob seine Pläne für die weitere Gestaltung des Areals auch umgesetzt werden. Als Nächstes geht es um die ehemalige Kühlhalle. In den kommenden Monaten könnten dort ein Foyer, ein Multifunktionsraum, Büros, ein Makerspace und ein Café mit Biergarten und Freibereich entstehen.

Johannes Wenzel hat sich seinen Traum vom eigenen Büro mittlerweile erfüllt. Gemeinsam mit seinem Studienkollegen Simon Huffer aus Stuttgart hat er sich selbstständig gemacht. Die beiden arbeiten gerade an einem Auftrag in Saarbrücken.

Der gebürtige Mitwitzer Wenzel wird seiner Heimat aber treu bleiben. Deshalb hat er sich auch in Coburg niedergelassen. Seine Arbeit wurde sogar schon ausgezeichnet. Wenzel gewann 2018 den Studentischen Förderpreis des Deutschen Instituts für Stadtbaukunst an der TU Dortmund: für seine Masterarbeit über die Umnutzung eines leer stehenden Feuerwehrhauses in Kronach.



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