Weitramsdorf

Ein eigenartiger Schlagabtausch

Die Sperrung der Schulstraße in Weitramsdorf regt die Leute auf. Auch der Vertreter des TSV ist nicht erfreut. Der Zweite Bürgermeister musste sich viele Vorwürfe anhören.
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Florian Heymann, einer der aufgebrachten Bürger anlässlich der Bürgerversammlung, bei der es hoch her ging  Foto: Doris Weidner
Florian Heymann, einer der aufgebrachten Bürger anlässlich der Bürgerversammlung, bei der es hoch her ging Foto: Doris Weidner

War das eine eigenartige Bürgerversammlung im TSV Sportheim: Geschlagene eineinhalb Stunden stand die Diskussion um die Sperrung der Schulstraße im Raum, bis dem Zweiten Bürgermeister Werner Hanke, der den erkrankten Bürgermeister Wolfgang Bauersachs wieder vertreten musste, der Geduldsfaden riss. Kurzerhand schloss er die Versammlung, nachdem auch noch ein Anlieger Platz am "Bürgermeistertisch" genommen und ellenlang seine Vorstellungen preisgegeben hatte.

Aufgebrachte Eltern, die recht zahlreich anwesend waren, liefen Sturm gegen die von der Gemeinde verfügte Sperrung der rund 200 Meter langen Schulstraße bis 17 Uhr. Sie könnten ihre Kinder aus der Nachmittagsbetreuung nicht mehr direkt an der Schule abholen, ein Bus fahre nicht, die Eltern aus den entfernteren Ortsteilen wie Vogelherd und Neundorf, die ihre Kinder zwangsläufig mit dem Pkw abholen müssten, seien weit ab von der Schule zum Parken gezwungen, kamen die Beschwerden aus der Elternschaft. Immerhin seien in der Mittagsbetreuung 99 Schüler.

Für Florian Heymann, Abteilungsleiter Turnen des TSV, ist das Fahrverbot eine Einschränkung des Turnbetriebes. Werner Hanke musste eingestehen, dass die Gemeinde das übersehen habe, blieb aber bei der harten Linie, die vom Bauausschuss so vorgesehen war. Er kündigte trotzdem an, dass in Abstimmung mit dem Elternbeirat ein neues Konzept erarbeitet werde.

Oliver Schmidt bemängelte zudem, dass der Elternbeirat außen vor gelassen worden sei, und dass es im Bereich Spitzberg, also mindestens 200 Meter von der Schule entfernt, nicht genügend Parkplätze gebe. Brigitte Gunsenheimer meinte, dass Problem sei das Abholen der Schüler, und forderte den Einsatz eines Schulbusses.

Martin Mück meinte: "Es ist völliger Schwachsinn, erst Tatsachen ohne nachzudenken zu schaffen, die einem hinterher leid tun." Peter Schmidt wollte noch das Thema Vereinsförderung anbringen, nach dem abrupten Abbruch der Versammlung kam er gar nicht mehr dazu.

Zwei Themen konnten trotzdem noch angesprochen werden. Hartmut Braune-Bezold forderte eine Geschwindigkeitsbeschränkung in der Ortsmitte, da dort Fußgänger und vor allem Kinder gefährdet seien. Dazu Hanke: "Ich gebe Ihnen Recht und ich werde die Polizei einschalten." Karl-Heinz Glodschei meinte, dass aufgrund des geplanten Rathausanbaues die Chance verspielt worden sei, das Albrecht-Gebäude für die Gemeindeverwaltung vorzusehen. "Hier wird kurzfristig gedacht", fügte er hinzu.

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