Dormitz
Bürgerinitiativen

Ein Bündnis argumentiert gegen zwei Umgehungsstraßen

Verbesserungen für die Ortsdurchfahrten von Dormitz und Neunkirchen seien kurz- und mittelfristig auch ohne Umfahrung möglich. Das meint Bernhard Birnfeld, Vorsitzender der Ortsgruppe Neunkirchen am B...
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Anwohner der Staatsstraße in Dormitz demonstrieren ihre Ablehnung durch Anbringung von Plakaten. Foto: Günter Schulze Vowinkel-Schwedler
Anwohner der Staatsstraße in Dormitz demonstrieren ihre Ablehnung durch Anbringung von Plakaten. Foto: Günter Schulze Vowinkel-Schwedler

Verbesserungen für die Ortsdurchfahrten von Dormitz und Neunkirchen seien kurz- und mittelfristig auch ohne Umfahrung möglich. Das meint Bernhard Birnfeld, Vorsitzender der Ortsgruppe Neunkirchen am Brand im Bund Naturschutz (BN). Gegen die "nicht mehr zeitgemäße Verkehrspolitik" des Freistaates setzt sich ein Bündnis aus zwei Bürgerinitiativen - Für ein modernes und umweltbewusstes Neunkirchen (Munk) und Umweltverträgliche Mobilität im Schwabachtal -, einer Interessensgemeinschaft (IG) Dormitzer Landwirte und einer Initiative Grundstücksbetroffener sowie die BN-Kreisgruppe Forchheim mit der Ortsgruppe Neunkirchen am Brand und Umgebung zur Wehr.

365-Euro-Ticket gefordert

"Auch Tempo-Reduzierungen wären sofort und lärmarmer Asphalt zeitnah machbar - wenn der politische Wille da wäre. Die Einführung eines 365-Euro-Tickets für den ÖPNV würde viele Bürger zum Umstieg von Auto auf Bus bewegen. Hier sollte die Landesregierung Geld investieren und nicht in "klimaschädliche Straßenbauprojekte", fordert Birnfeld in der Pressemitteilung der BI Umweltverträgliche Mobilität im Schwabachtal.

Dazu meint Karin Weber von der Bürgerinitiative (BI) Umweltverträgliche Mobilität im Schwabachtal: "Die Kommunalpolitiker hängen an veralteten Zielen von 1967 und müssen von den Bürgern wachgerüttelt werden. Ein großer Teil der Dormitzer Hauptstraßenanwohner, für die ja vor allem die Umfahrung gebaut werden soll, zeigt bereits eindrucksvoll mit Transparenten, dass sie keine neue Straße wollen. In Dormitz sollen wertvolle Naherholungsgebiete und landwirtschaftliche Flächen von über 18 Hektar geopfert werden, nur um die Fehlplanung von 2004 - die Ausweisung Gewerbegebiet Langenau - wieder wettzumachen. Der Preis ist zu hoch!"

Wohnhäuser statt Gewerbegebiet

Das Gewerbegebiet sollte ihrer Meinung nach in eine Fläche für Wohnbebauung umgewidmet werden. Mit einem Einheimischenmodell könnte Wohnraum für Dormitzer Bürger geschaffen werden: "Das wäre sinnvoller als Gewerbegebiet und Umfahrung", findet Weber.

"Bei der geplanten Umfahrung von Dormitz läuft gerade ein ergänzendes Planfeststellungsverfahren mit der Auslegung bis zum 27. Mai. Bis zum 11. Juni können noch Einwendungen eingereicht werden", sagt Ulrich Buchholz, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Forchheim.

Die Schönheit und Artenvielfalt der Landschaft, die auch landwirtschaftlich vielfältig genutzt werde, habe alle anwesenden Naturschützer bei einem Vor-Ort-Termin mit dem BN-Landesvorstand Mitte April beeindruckt, schreibt die BI Umweltverträgliche Mobilität.

Auch die IG Landwirte und die Initiative der Grundstücksbetroffenen gegen die Westumgehung beziehen Position: "Die Folgen dieser nicht mehr zeitgemäßen Verkehrspolitik wären: Vernichtung von insgesamt annähernd 50 Hektar fruchtbarer Böden, Entwässerung der umliegenden Flächen durch mehr als fünf Meter tiefe Eingrabungen und eine 40 Meter breite Schneise am Weiherer Berg, neun Meter hohe Dammaufschüttungen im Ebersbachtal und ein zehn Meter tiefer Einschnitt auf 65 Metern Breite", werden die Sprecher Bernhard Kreissl (IG) und Johannes Zöllner zitiert. red

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