Aschbach
Geburtstag

Ein Buch ist zu wenig für Brunhilde Hertrichs Leben

Brunhilde Hertrich feierte in Aschbach ihren 90. Geburtstag. Das Alter der Jubilarin ist im Gespräch allerdings schon bald vergessen. Denn die Aschbacherin hat viel zu erzählen. So viel, dass sie ihr ...
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Brunhilde Hertrich zeigt Johannes Krapp ihr Buch. Foto: Evi Seeger
Brunhilde Hertrich zeigt Johannes Krapp ihr Buch. Foto: Evi Seeger

Brunhilde Hertrich feierte in Aschbach ihren 90. Geburtstag. Das Alter der Jubilarin ist im Gespräch allerdings schon bald vergessen. Denn die Aschbacherin hat viel zu erzählen. So viel, dass sie ihr bewegtes Leben für Familie und Freunde zu Papier bringt. Ein Büchlein ist bereits fertig. "Fort von daheim" hat sie es genannt.

Daheim, das war für die junge Brunhilde ganz im Osten des Sudetenlandes. Dort habe sie eine sehr glückliche Kindheit erlebt, erzählt sie. Mit der Vertreibung war diese endgültig vorbei: Als Jugendliche von 16 Jahren kam sie zunächst nach Markt Bibart (Kreis Neustadt/Aisch) und dann nach Wasserberndorf (heute Gemeinde Geiselwind). Dort lernte sie ihren späteren Ehemann Paul aus Aschbach kennen, mit dem sie 1951 den Bund fürs Leben schloss. Einen Sohn und zwei Töchter bekam das junge Paar. Außer Haushalt und Kindern gab es eine Landwirtschaft, die von der jungen Mutter geführt wurde. Denn der Familienvater war als Versicherungskaufmann im Außendienst unterwegs. Neben all der Arbeit pflegte Brunhilde Hertrich über Jahre hinweg sechs Verwandte, die nicht ins Altersheim wollten, bis zu deren Tod.

Sie sei eine Pionierin gewesen, sagen ihre Töchter. Als erste Frau im westlichen Landkreis Bamberg war Brunhilde Hertrich Gemeinderätin in Aschbach. Sie führte ein kleines Lebensmittelgeschäft, "den ersten Selbstbedienungsladen" im Ort. Ihr Leben lang war sie zudem in vielen Ehrenämtern tätig: als Ortsbäuerin, im Pfarrgemeinderat, im TSV, wo sie Volkstänze einübte, und ganz besonders im katholischen Frauenbund. Drei Jahrzehnte lang hat sie den Aschbacher Frauenbund als Vorsitzende geleitet.

Geschichten für die Urenkel

Noch heute bewältigt die Jubilarin ihren Haushalt größtenteils selbst. Aber sie schreibt auch an ihrem zweiten Büchlein. Unter dem Titel "Mein Großvater und ich" erinnert sie sich an die glücklichen Tage ihrer Kindheit. Sieben Enkelkinder und - bislang - drei Urenkel können darin dem Leben ihrer Oma nachspüren. Neben vielen Nachbarn und Freunden gratulierten Bürgermeister Johannes Krapp (CSU), Pfarrer Wolfgang Dettenthaler und eine Abordnung des Frauenbunds. Dieser hatte ihre Arbeit bereits vor längerem mit der Auszeichnung zur Ehrenvorsitzenden gewürdigt. See

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