Beiersdorf bei Coburg

Ein Bild von einem Bauern

Wenn in Berlin die "Nacht der Landwirtschaft" steigt, dann wird der Titel "Landwirt des Jahres" vergeben. In diesem Jahr hat es Axel Roth aus Beiersdorf unter die 33 Finalisten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum geschafft.
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Axel Roth will Landwirt des Jahres werden. Foto: Timo Jaworr
Axel Roth will Landwirt des Jahres werden. Foto: Timo Jaworr

Ist Axel Roth aufgeregt, wenn er an morgen denkt? "A weng scho", sagt er. Aber eben nur "a weng", denn allein, dass er an diesem Mittwoch bei der "Nacht der Landwirtschaft" in Berlin als einer der Finalisten im Wettbewerb um den Titel "Landwirt des Jahres" dabei ist, empfindet er schon als Riesenerfolg.

Das darf der 23-Jährige auch so sehen, denn: "Über 240 Bewerbungen sind dieses Jahr für den CeresAward eingegangen - neuer Rekord", sagt Uwe Steffin, Chefredakteur des Fachmagazins Agrarheute. Die Zeitschrift vergibt den Preis, um den sich junge Landwirte aus dem gesamten deutschsprachigen Raum bewerben können. 33 Bewerber wählt eine Jury ins Finale, drei in jeder Kategorie der Preisvergabe. Einer von 33 aus 240 zu sein, darf Axel Roth also durchaus schon als beachtlichen Erfolg für sich verbuchen.

Der Beiersdorfer tritt in der Kategorie Junglandwirt an. Weitere Kategorien sind Ackerbauer, Biolandwirt, Energielandwirt, Fleischrinderhalter, Geflügelhalter, Geschäftsidee, Manager, Milchviehalter, Schweinehalter und Unternehmerin. Entscheidend für den Sieg sind nicht Höchstleistungen auf dem Feld oder im Stall, sondern beste wirtschaftliche Ergebnisse bei gleichzeitiger Berücksichtigung bäuerlicher Unternehmertugenden wie Mut, Ideenreichtum und Verantwortungsbewusstsein für Mensch, Tier und Natur.

Zweite Chance

Der Sieg in seiner Kategorie brächte Axel Roth immerhin auch schon ein Preisgeld von 1000 Euro. Der Gesamtsieger erhält zu den 10 000 Euro Preisgeld einen Social-Media-Workshop im Wert von 1500 Euro. Hintergrund ist, dass rund um die Preisverleihung auch das Bild der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit um Missverständnisse bereinigt werden soll. "Immer mehr Landwirte suchen den Dialog mit den Verbrauchern und nutzen den CeresAward, um ihre Arbeit zu erklären. Neueste Studien zeigen, dass Landwirte und Verbraucher in kritischen Themen gar nicht weit auseinanderliegen. Missverständnisse sollten ausgeräumt, der Gesprächsfaden wieder aufgenommen werden", sagt Uwe Steffin

Um sich ein Bild von Bewerber und Hof zu machen, und wohl auch, um dieses Bild mit dem abzugleichen, das sich aus den Bewerbungsunterlagen ergeben hat, besuchte ein Team der Jury Axel Roth auf seinem Hof in Beiersdorf. Die Eindrücke, die dabei gewonnen wurden, fließen dann in eine Beschreibung des Kandidaten ein, mit der er für die Nacht der Landwirtschaft vorgestellt wird. Dabei haben die Teams weite Wege zurückzulegen. Die Bewerber kommen aus ganz Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz. Der nördlichste Betrieb liegt in diesem Jahr in Nordfriesland - der südlichste Bewerber kommt aus Südtirol.

Eine Göttin stand Patin

Namenspatin für den CeresAward ist Ceres, die römische Göttin des Ackerbaus, der Fruchtbarkeit, des Wachsens und Gedeihens. Diese Namenspatenschaft drückt nach Darstellung der Initiatoren aus, dass - egal wie Landwirte heute ihre Betriebe ausrichten - die Grundlage für ihre Arbeit in jedem Fall der Boden ist und sein Erhalt im Mittelpunkt verantwortungsvoller Bewirtschaftung steht.

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