Herzogenaurach
Insektenhotels

Ein Beitrag gegen das Wildbienensterben

Schüler der Wilhelm-Pfeffer-Schule bauten vor kurzem unter Anleitung ihres Werklehrers Uwe Hülz und im Auftrag des Landschaftspflegeverbandes Mittelfranken und der Stadt Herzogenaurach zwei Insektenho...
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Bürgermeister German Hacker (l.), Uwe Hülz, Werklehrer an der Wilhelm-Pfeffer-Schule, sowie Stefanie Haacke vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken begutachteten ein Insektenhotel. Foto: privat
Bürgermeister German Hacker (l.), Uwe Hülz, Werklehrer an der Wilhelm-Pfeffer-Schule, sowie Stefanie Haacke vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken begutachteten ein Insektenhotel. Foto: privat

Schüler der Wilhelm-Pfeffer-Schule bauten vor kurzem unter Anleitung ihres Werklehrers Uwe Hülz und im Auftrag des Landschaftspflegeverbandes Mittelfranken und der Stadt Herzogenaurach zwei Insektenhotels. Bürgermeister German Hacker (SPD) freut sich über das Engagement der Schüler: "Die Jugendlichen leisten damit einen wertvollen Beitrag gegen das Wildbienensterben. Denn neben blütenreichen Wiesen als Nahrungsgrundlage vieler Bienen schaffen solche Insektenhotels wichtige Überwinterungs- und Nisthilfen für solitär lebende Wildbienenarten und verschiedene andere heimische Insekten."

Die beiden Insektenhotels finden auf einer städtischen Ausgleichsfläche bei Höfen einen idealen Standort. Dort hatte der Landschaftspflegeverband Mittelfranken im Winterhalbjahr 2014/2015 auf ehemals intensiv bewirtschaftetem Grünland eine arten- und strukturreiche Extensivwiese mit Hecken und heimischen Obstbäumen angelegt. Monika Preinl vom Amt für Planung, Natur und Umwelt erläutert in einer Pressemitteilung der Stadt: "Die ökologische Ausgleichsfläche wurde für das Wohnbaugebiet Herzo Base, zweiter und dritter Bauabschnitt, hergestellt und soll gemäß den baurechtlichen Festsetzungen als Insektenlebensraum entwickelt werden."

Die Schüler der Wilhelm-Pfeffer-Schule sind bereits Spezialisten für die Herstellung von Insektenhotels. Im Jahr 2012 begann das Projekt in Kooperation mit der Lehrlingswerkstatt der Firma Schaeffler, in den darauffolgenden Jahren wurden weitere Insektenhotels in unterschiedlichen Größen für verschiedene Auftraggeber gebaut. Uwe Hülz: "Mit dem Projekt möchten wir den Jugendlichen handwerkliche Fertigkeiten und den richtigen Umgang mit den notwendigen Werkzeugen und Vorrichtungen vermitteln. Während der praktischen Arbeit lernen die Schüler unterschiedlichste Materialien und deren Einsatzmöglichkeiten in der Natur kennen."

Die Natur nachgebaut

Bei der Auswahl der Baumaterialien haben sich die Schüler an den Lebensgewohnheiten solitär lebender Wildbienen orientiert. Für die Bestückung der "Hotelzimmer" verwendeten sie unter anderem hohle Stängel von Brombeeren, Himbeeren und anderen markhaltigen Sträuchern. Außerdem wurden unterschiedlich dicke Stämme von abgelagertem Hartholz mit Bohrlöchern versehen, die den Insekten als Brutröhren dienen sollen. Denn in der Natur nagen Wildbienen ihre Brutröhren in Totholz oder in das Mark von verholzten Stängeln. Andere "Hotelzimmer" sind mit Stroh gefüllt und eignen sich für Florfliegen. Und auch für Schmetterlinge wurden Unterschlupfmöglichkeiten geschaffen.

Eine Besonderheit an der Bauweise der Insektenhotels der Wilhelm-Pfeffer-Schule sind die bunten Dachziegel, die von Hand hergestellt und anschließend im schuleigenen Ofen gebrannt werden.

Diplom-Biogeografin Stefanie Haacke vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken, die mit der Planung und Ausführung der Ausgleichsfläche beauftragt war, erklärt: "Das Dach soll das Insektenhotel vor Regen schützen. Wichtig für eine erfolgreiche Besiedelung der Nisthilfe ist auch ein warmer, sonniger und windgeschützter Standort. Deshalb haben wir die beiden Insektenhotels im Schutz der Hecken aufstellen lassen." Die Schüler hoffen nun, dass ihr Hotel bald bezogen wird. red

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