Bamberg

Ein Bamberger unter Pistoleros

Franken, die mexikanische Musik machen und damit auch Mexiko rocken? Ja, die gibt es. Die "Los Pistoleros" haben mit Moritz Goschenhofer sogar einen Wahl-Bamberger als Frontmann. Heute Abend treten sie im Live-Club auf.
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Die Band "Los Pistoleros" bringt heute um 21 Uhr den mexikanischen Spirit in den Live-Club in Bamberg.  Foto: privat
Die Band "Los Pistoleros" bringt heute um 21 Uhr den mexikanischen Spirit in den Live-Club in Bamberg. Foto: privat

Die Los Pistoleros spielen im Live-Club! Die fränkische Band macht mit mexikanischer Partymusik Stimmung und ist dieses Jahr durch Mexiko getourt. Zwei der Gründungsmitglieder, der Wahl-Bamberger Moritz Goschenhofer und der in Mexiko lebende Johannes Goschenhofer, verraten, was diese Band zu dem macht, was sie ist - Pistoleros mit dem Motto Sex, Drugs & Rock'n'Roll.

Wie kommen zwölf Franken dazu mexikanische Musik zu machen?

Moritz Goschenhofer: Wir sind in einem Gefängnis in Mexiko zusammengewachsen, haben uns bei einem erfolgreichen Ausbruch durch einen Tunnel in die Freiheit gegraben und mussten uns danach eine neue Identität zulegen. Seitdem touren wir als Musiker durchs Land. (lacht) Tatsächlich waren wir drei Brüder und dann noch ein oder zwei Kumpels. Und das mit dem Mexikanischen hat sich dann einfach irgendwie ergeben. Der Ursprung liegt vermutlich darin, dass ein paar von uns längere Zeit in Süd- und Mittelamerika gelebt haben. Da haben wir dann die Kultur und die Musik nach Franken mitgebracht. Und die Musik die wir machen und der Pistolero-Lifestyle sind Hand in Hand entstanden. Die Geburtsstunde der Band war 2009.

Seht ihr euch selbst als reine Pistoleros oder seid ihr immer noch Franken?

Moritz Goschenhofer: Also wenn wir mit unserer Band unterwegs sind, dann sind wir voll und ganz Pistoleros und leben das dann auch. Natürlich hat jeder von uns auch noch ein Privatleben und jeder hat seinen Beruf und eine Familie. Außerdem sind wir im Herzen natürlich Franken.

Fällt es euch schwer euren spanischen Akzent durchzuhalten und nicht ins Fränkische zu rutschen?

Johannes Goschenhofer: Eigentlich ist das wie eine Rolle, wie ein Schauspieler, der auf die Bühne geht. Aber das verschwimmt dann irgendwann alles, also die Figur und die Privatperson und dann ist das nicht mehr schwierig. Außerdem geht es uns nicht um die einzelne Person, sondern um das Projekt. Und das schöne ist, das dieses Konzept für beide Kulturen funktioniert, also die deutsche und die mexikanische. In Deutschland werden wir für Mexikaner gehalten und in Mexiko werden wir als Deutsche identifiziert, sobald uns die Leute auf der Bühne sehen. Das interkulturelle zwischen dem Fränkischen und dem Lateinamerikanischen liegt einfach auf der Hand. Die mexikanische Musik hat ihre Ursprünge unter anderem in Franken, und bei uns läuft ja auch lateinamerikanische Musik regelmäßig im Radio.

Moritz Goschenhofer: Also im früheren Leben waren wir mal Mexikaner. Das kann ich mir nicht anders erklären.

Johannes Goschenhofer: Und wenn nicht dann werden wir es im nächsten Leben (lacht).

Was würdet ihr sagen macht in eurer Band hauptsächlich den Reiz aus?

Moritz Goschenhofer: Ich glaube einen Großteil unseres Spirits macht es aus, dass wir das nicht hauptberuflich machen. Wir können uns den Luxus leisten, selbst zu entscheiden, was wir spielen und müssen eben keine wirtschaftlichen Gründe berücksichtigen. Bei uns spielen künstlerische Überlegungen eine Rolle und natürlich der Spaß an der Musik. Dadurch hat die Band auch einen sehr engen Zusammenhalt. Es haben zwar alle von uns eine professionelle musische Ausbildung, aber um das komplett hauptberuflich zu machen, müssten wir beispielsweise eine Booking-Agentur beauftragen, was wir zum aktuellen Zeitpunkt lieber selbst machen, um uns die Entscheidungsfreiheit zu bewahren.

Wie habt ihr das dann bei eurer Tour durch Mexico organisiert?

Moritz Goschenhofer: Johannes lebt in Mexico-City und hat federführend die Planung vor Ort übernommen. Wir waren für fünf Tage in Mexiko-City und sind dann für weitere fünf Tage mit einem 20-Mann-Bus durch Mexiko getourt. Wir haben alles selber auf- und abgebaut und das Equipment selbst dabei gehabt. Aber am Ende hat das sehr gut funktioniert.

Johannes Goschenhofer: Ich habe damit gerechnet, dass wir schon auch mal vor 10 oder 20 Leuten spielen, aber es war dann wirklich jeder Laden sehr gut gefüllt. Die meisten sogar ausverkauft.

Ist ein neues Album in Arbeit?

Moritz Goschenhofer: Wir sind ständig am Songs schreiben. Das ist ein längerer Prozess. Es gibt immer genug Material für ein nächstes Album, aber das wollen wir erst noch in Form bringen.

Johannes Goschenhofer: Wir schicken uns stetig Ideen hin und her und spielen in den Proben neue Sachen an. Aber da ist auf jeden Fall was in Planung.

Mit was dürfen die Leute heute ab 21 Uhr im Live-Club rechnen?

Johannes Goschenhofer: Also auf jeden Fall mit einem Haufen Soul aus Mexiko. Die Tour hat natürlich ihre Spuren im positiven Sinn bei uns hinterlassen. Wir haben viel Musik gehört und mit vielen Musikern zusammengespielt. Außerdem verändert sich unsere Show ja stetig.

Moritz Goschenhofer: Aber hauptsächlich Spirit und Soul. Die Fragen stellte Jan Acksteiner

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