Ort der Handlung: ein Kulmbacher Autohaus. Anlass: Übergabe eines neuen Autos an eine Kulmbacher Familie mit zwei Kindern. Eigentlich kein Grund für einen Bericht in der Zeitung. Aber in diesem Fall eben nicht alltäglich, sondern eher außergewöhnlich. Und der erfolgreiche Abschluss eines überaus erfreulichen Projekts.
Angefangen hatte alles im Januar 2016, als der Kulmbacher Kiwanis-Club den Erlös aus dem Verkauf seiner Drei-Königs-Lose der Familie Dogru zur Verfügung stellte. Mit den Einnahmen beim Handwerkermarkt waren 7000 Euro zusammengekommen. Das Ehepaar Dogru hat einen mittlerweile 17-jährigen Sohn, der aufgrund einer beidseitigen Hüftluxation von Geburt an geistig und körperlich behindert ist, rund um die Uhr betreut werden muss und wohl lebenslang auf einen speziellen Rollstuhl angewiesen ist.


Alle Hebel in Bewegung gesetzt

Mit diesem musste Mehmet mangels eines eigenen Fahrzeugs bisher überallhin geschoben werden. Um die bestmögliche medizinische Versorgung und die Mobilität der gesamten Familie sicherzustellen, war ein
behindertengerechtes Auto nötig. "Unser Beitrag reicht zwar nicht für ein Auto, aber er soll als Anschubfinanzierung die Anschaffung mit ermöglichen", sagte damals Kiwanis-Präsidentin Anja Gimpel-Henning. Seit jener Zeit wurden alle möglichen Hebel in Bewegung gesetzt, um das Vorhaben zu realisieren. Die Kiwanis-Spende und sieben Stiftungen trugen schließlich mit dazu bei, dass die Familie Dogru mit einem Eigenanteil von 6200 Euro jetzt einen behindertengerecht umgebauten Caddy in Empfang nehmen konnte.
Außer dem Kiwanis-Engagement war neben der "Bild"-Stiftung "Ein Herz für Kinder" vor allem die Stiftung "Antenne Bayern hilft" mit ihrem Beitrag von 5000 Euro maßgeblich an diesem Ergebnis beteiligt. Geschäftsführerin Felicitas Hönes ließ es sich nicht nehmen, selbst an der Übergabe teilzunehmen.


Erfolg hat viele Väter

Sie erläuterte, dass die Stiftung durch Spenden von "Antenne Bayern"-Hörer finanziert wird. "Dieses sehr hohe Spendenaufkommen ermöglicht es uns, bayernweit das ganze Jahr über auf Anfragen zu reagieren und zu helfen", erklärte Hönes.
Anja Gimpel-Henning. mittlerweile Past-Präsidentin, freute sich, dass das gesteckte Ziel erreicht wurde.
In Anwesenheit ihrer Nachfolgerin Ute Salzwedel und weiterer Kiwanis-Mitglieder dankte sie allen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben. Ihr besonderer Dank galt Michael Krasser und Ralf Seehuber vom Autohauses Nützel.
Vater Ahmet Dogru, der schon einmal Probefahren konnte, war begeistert: "Das Auto fährt bestens. Es ist einfach ein Traum." Dieter Hübner