Windheim
Vereinsarbeit

Ehrenvorsitzender kritisiert Zuschusspraxis

Arkadius Guzy Die Verärgerung lässt Stephan Kuhn, Ehrenvorsitzender des SV Windheim, nicht los. Bereits in der Generalversammlung des Vereins kritisierte er die Zuschusspraxis der Gemeinde Wartmannsro...
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Arkadius Guzy Die Verärgerung lässt Stephan Kuhn, Ehrenvorsitzender des SV Windheim, nicht los. Bereits in der Generalversammlung des Vereins kritisierte er die Zuschusspraxis der Gemeinde Wartmannsroth. Nun bekräftigt er dies noch einmal.

Auslöser ist die Ablehnung eines Zuschussantrags, den der Verein gestellt hatte. Er musste im vergangenen Jahr einen neuen Rasentraktor kaufen, bekam dafür aber keine Unterstützung, weil er die Anforderungen nicht erfüllte.

Die "Richtlinien über die Gewährung von Zuschüssen für Vereine in der Gemeinde Wartmannsroth" sehen vor, dass Vereinen bei Investitionen von mehr als 10 000 Euro ein Zuschuss bis zu 5000 Euro zugesprochen werden kann. "Die Anträge sind rechtzeitig vor Durchführung der Maßnahmen" einzureichen, heißt es. Geld gibt es nur, wenn die Investitionen und Anschaffungen ohne die Zuwendungen "nicht oder nicht im notwendigen Umfang durchgeführt werden könnten".

Gerade diesen Punkt erfüllte der SV Windheim nicht, weil der Verein ausreichend Rücklagen auf seinem Konto hatte. Kuhn sieht allerdings nicht ein, warum der Verein das Geld erst hätte ausschöpfen sollen. Er verweist darauf, dass der Verein für die laufenden Kosten ein Polster brauche. Daher hält er die Vorgabe für nicht praktikabel.

Die Richtlinien sind relativ neu. Sie sind vor rund dreieinhalb Jahren in Kraft getreten. Daniel Görke, Geschäftsleiter der Gemeinde, verweist darauf, dass sie bewusst so ausgestaltet wurden und der Gemeinderat mit breiter Mehrheit dahintersteht. So sind laut Görke in der Vergangenheit Zuschüsse durch die Vereine "überstrapaziert" worden. Es seien Zuwendungen auch für niedrige Beträge beantragt worden. Daher wurde die Schwelle mit 10 000 Euro recht hoch gesetzt, wie Görke zugibt.

Vereine seien nicht dazu da, Guthaben anzuhäufen, sagt Görke. Er verweist auf den jeweils in der Satzung festgelegten Zweck. Wenn Vereine ihren Interessen nachgehen, müssen sie das selbst finanzieren, wie Görke erklärt. Was darüber hinaus der Allgemeinheit dient, werde von der Gemeinde unterstützt. Görke führt die Förderung der Jugendarbeit an. Die sei sogar für Vereine aufgestockt worden, die ein Ferienprogramm anbieten. Außerdem könnten Vereine die Turnhalle kostenlos nutzen.

Görke, der selber Verantwortung in einem Verein hat, sieht durchaus die Schwierigkeit, wenn ein Verein auf sein finanzielles Polster zurückgreifen muss. Der SV könne aber für die Sanierung, für die die Rücklagen gedacht waren, dann einen Zuschussantrag stellen.

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