Haselbach

Ehepaar glaubt an das Gute

Nach dem großen Feuer: Anke und Stefan Schroth von der Tagungsstätte Hohe Rhön erzählen, wie es ihnen nach dem Brand ergeht. Trotz des Unglücks ist das Ehepaar dankbar - und einen Wunsch haben sie dann doch.
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Am Tag nach dem Brand stehen Anke und Stefan Schroth vor den Überresten der ehemaligen Schreinerei und Schlosserei und sind dankbar, dass das Feuer nur Sachschaden verursachte.  Fotos: Marion Eckert
Am Tag nach dem Brand stehen Anke und Stefan Schroth vor den Überresten der ehemaligen Schreinerei und Schlosserei und sind dankbar, dass das Feuer nur Sachschaden verursachte. Fotos: Marion Eckert
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Dankbarkeit ist das Wort, das Anke und Stefan Schroth, die Leiter der Christlichen Tagungsstätte Hohe Rhön, am Tag nach dem Brand in der Schreinerei, Schlosserei und im Lagerraum immer wieder betonen. "Wir sind so dankbar, dass nur Sachschaden entstand", sagt Stefan Schroth. Seine Frau Anke ergänzt: "Der Gästebetrieb ist nicht betroffen. Wir könnten zwar nichts mehr reparieren, aber der Betrieb in der Tagungsstätte kann unverändert weitergehen."
Dem Ehepaar ist wichtig, dass sie in dem entstandenen Chaos und Schaden die Hand Gottes und die Bewahrung sehen und auch nach außen kommunizieren. "Gott hat in allem Gnade geschenkt", sind sie sich einig. "Wir sind dankbar, dass die Missio-Camp-Zelte erhalten geblieben sind." Direkt an die Werkstätten grenzt die Scheune an, in der die Zelte und Utensilien verstaut sind. Diese Scheune ist nahezu unbeschädigt geblieben, lediglich am Dach gibt es einen Schaden. Hier hoffen Schroths auf schnelle Lösungen in Kooperation mit der Versicherung, um weitere Schäden zu vermeiden. Durch das Löschwasser seien die Missio-Camp-Zelte vollkommen durchnässt.


Große Zeltplanen blieben heil

"Auch hier brauchen wir schnell Lösungen", sagte Stefan Schroth. Mit dem Traktor habe er versucht, so viel wie möglich aus der Scheune herauszuholen, während die Feuerwehrleute löschten. Das sei auch weitgehend gelungen. Vor allem die großen Zeltplanen für das "Rotodom", das große Versammlungszelt des Missio-Camps, wurden gerettet. Allein durch die extreme Hitzeeinwirkung hätte es zu Schäden an den Zeltplanen kommen können.
"Für uns ist das ein klares Zeichen, dass Gott das Feuer an der Scheune gestoppt hat. Zwar ist da eine Mauer dazwischen, aber das Feuer hätte leicht auf das Dach übergreifen können", erklärte Stefan Schroth. "Unsere missionarische Arbeit soll weitergehen", sagte Anke Schroth. Am Abend nach dem Brand kamen Schroths mit dem gesamten Team in der hauseigenen Kapelle zum Gebet zusammen. "Uns ist wichtig, dass wir den Blick nach oben richten und in tiefster Dankbarkeit annehmen, dass Gott in seiner Gnade seine Hände über uns gehalten hat", so Anke Schroth. Dankbar seien sie auch ihrem Team für seinen tatkräftigen Einsatz.


Ermittlungen laufen

Viele Hilfsangebote haben Schroths sofort erreicht. "So viele Menschen wollen kommen und mitanpacken. Es ist so schön zu sehen, wie viele Leute hinter uns stehen", sagt Anke Schroth. Vor dem großen Aufräumen müssen die Ermittlungen der Kripo und der Versicherung abgeschlossen sein. Nach den ersten Erkenntnissen am Tag nach dem Brand stand die Brandursache noch nicht fest. Stefan Schroth: "Wir wissen es nicht. Wir müssen abwarten."
Noch einen weiteren Grund haben sie für ihre Dankbarkeit: Noch vor einer Woche war die Zufahrtsstraße eine einzige Baustelle. "Die Feuerwehrfahrzeuge hätten gar nicht zu den brennenden Gebäuden durchfahren können", sagt Anke Schroth.
Erschrocken war das Ehepaar Schroth, wie schnell das Feuer sich in dem Holzgebäude ausbreitete: "Innerhalb weniger Minuten fraß sich das Feuer voran", berichtet Stefan Schroth. "Da werden Sekunden zur Ewigkeit", meinte Anke Schroth. Zumal sich direkt neben den Werkstätten ein Trafohäuschen mit der Stromversorgung für die Gästehäuser befindet. Die Feuerwehren seien in kürzester Zeit vor Ort gewesen und hätten alles getan, um Hab und Gut zu schützen und ein weiteres Ausbreiten des Brandes zu verhindern. Auch hier gehöre der Begriff der Dankbarkeit hin, betonen Schroths. Dankbarkeit für die Einsatzbereitschaft und die Professionalität von Feuerwehr und Rotem Kreuz. "Dank des Engagements griff das Feuer nicht auf das Carport über, die angrenzenden Scheunen und Wohnhäuser wurden bewahrt, ebenso die neue Solaranlage auf der Scheune. Nur die Steuerung ist verbrannt."


Werkzeug für Helmut

"Besonders freute uns, dass Bischofsheims Bürgermeister Georg Seiffert da gewesen ist und sich so lange Zeit genommen hat", sagte Anke Schroth. "Auch sein Unterstützungsangebot freut uns sehr", betonte Stefan Schroth.
Einen Wunsch haben Schroths dann doch: In den Werkstätten gibt es einen ehrenamtlichen Mitarbeiter. Er ist Rentner und bringt sich mit seiner ganzen Kraft und Liebe in den Gästehäusern ein, vorrangig in den Werkstätten und im Außenbereich. Von seiner Rente habe er sogar selbst Geräte gekauft, um seine Holzsägearbeiten anzufertigen. "Nun ist alles verbrannt. Das ganze Werkzeug ist vernichtet. Wenn jemand funktionstüchtiges Werkzeug und Maschinen hat, das wäre für unseren Helmut ein großes Weihnachtsgeschenk." Die Werkstatt war sein Zuhause, jeden Tag war er da. Seit Anfang an gehöre er zu den Gästehäusern in Haselbach dazu. Natürlich sollen die Werkstätten wiederaufgebaut werden: "Wir brauchen sie, um Dinge selbst instand setzen zu können. Es ist uns unmöglich, für jede kleine Reparatur eine Firma zu beauftragen."
In all dem Schaden durch den Brand sehen Schroths auch die große Chance, dass sie über ihre Dankbarkeit und ihren Halt im Glauben mit den Menschen ins Gespräch kommen. "Wir sind vor größerem Übel von Gott bewahrt worden, dafür sind wir dankbar."
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