Weißenbrunn
Bürgerversammlung

Egon Herrmann zieht für die Gemeinde Weißenbrunn eine positive Bilanz

Karl-Heinz Hofmann Weißenbrunn — Bürgermeister Egon Herrmann nahm die Bürgerversammlung am Dienstag im Mehrzweckhaus zum Anlass, einen ausführlichen Rückblick auf seine nach 18 Jahren auslaufende Amts...
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Dieser Tage konnte in Weißenbrunn die Erschließung des Lerchenwegs im Baugebiet Mühläcker III mit 16 Bauparzellen von 600 bis 800 Quadratmetern fertiggestellt und übergeben werden. Die Kosten bezifferte Bürgermeister Egon Herrmann (vorne Mitte mit Hut) auf circa 985 000 Euro. Foto: K.- H. Hofmann
Dieser Tage konnte in Weißenbrunn die Erschließung des Lerchenwegs im Baugebiet Mühläcker III mit 16 Bauparzellen von 600 bis 800 Quadratmetern fertiggestellt und übergeben werden. Die Kosten bezifferte Bürgermeister Egon Herrmann (vorne Mitte mit Hut) auf circa 985 000 Euro. Foto: K.- H. Hofmann

Karl-Heinz Hofmann Weißenbrunn — Bürgermeister Egon Herrmann nahm die Bürgerversammlung am Dienstag im Mehrzweckhaus zum Anlass, einen ausführlichen Rückblick auf seine nach 18 Jahren auslaufende Amtszeit als Bürgermeister zu nehmen. Wie schon berichtet, tritt der 64- jährige Bürgermeister Herrmann nicht mehr für das Amt des Bürgermeisters an.

Zunächst nannte das Gemeindeoberhaupt einige statistische Zahlen. In Weißenbrunn leben und arbeiten Bürger aus 34 Nationen, die teils auch in Vereinen integriert sind. Dies zeige auch die Aufgeschlossenheit der Weißenbrunner Bevölkerung gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund. 14 Geburten stehen 25 Todesfälle gegenüber und 131 Zuzügen stehen 110 Wegzügen entgegen.

Die Verschuldung bezifferte Herrmann auf 4,127 Millionen Euro, dies sei der niedrigste Schuldenstand seit 1994, freute er sich. Die Haushaltskonsolidierung seit 2006 habe sich gelohnt, wenn dies auch vom Gemeinderat und von Bürgermeister große Disziplin und in mancherlei Wünschen Zurückhaltung erforderte. Auch habe dies manch unliebsame Entscheidung, wie Gebührenerhöhungen für die Bürger, nach sich gezogen. Dennoch habe man wichtige Maßnahmen und Projekte fertigstellen können. Das Bierdorf sei die erste Gemeinde im Landkreis Kronach gewesen, die sich mit erneuerbaren Energien autark versorgen kann. Die Kanalisationen in Gössersdorf, in Grün und in Wildenberg waren weitere große Projekte, ebenso die Wasseraufbereitungsanlage im Leßbachgrund.

In allen Gemeindeteilen mit Ausnahme von Hummendorf konnte DSL-Glasfaser, in Eichenbühl und Grün FTTH installiert werden. Somit sei Weißenbrunn die erste Gemeinde im Landkreis mit flächendeckend schnellem Internet gewesen.

Seit 2015 beschäftigten sich Bürger, Gemeinderat und Bürgermeister mit dem Gemeindeentwicklungskonzept (GEK), das nun mit ersten Maßnahmen sukzessive umgesetzt wird. Auf der Agenda stehen die Dorferneuerung Hummendorf, die Neugestaltung des Paradiesplatzes mit Altem Rathaus und Brauer- und Büttnermuseum, die Dorfmitte in Reuth mit Feuerwehrhaus, ein Fußweg nach Wildenberg, der Kirchenaufgang in Gössersdorf und vieles mehr. Bewegung komme auch in die Sanierung des Lerners-Hauses mit Erweiterung zum "Gemeindehaus am Brunnen". Vorwärts gehe es auch mit Ausweisung von neuen Baugebieten so konnte dieser Tage erst der "Lerchenweg" im Baugebiet Mühläcker III in Weißenbrunn übergeben werden.

Aus der Versammlung kamen nur drei Wortmeldungen. Robert Grampp wollte wissen, ob die "Mitfahrbänke" weiter bestehen bleiben, auch wenn ein Nahverkehrskonzept des Landkreises Kronach eingeführt wurde. "Die Mitfahrbänke bleiben", betonte der Bürgermeister.

Peter Conrad stellte sich als AfD-Mitglied vor und ging auf eine Demonstration in Weißenbrunn ein, bei der Akademiker mit Plakaten die AfD'ler als Nazis bezeichnet und diskriminiert hätten. Er fragte die drei Kandidaten, ob sie zu einem fairen Wahlkampf stünden. Die AfD bekomme keine Räume für Versammlungen, beklagte er.

Der Bürgermeister verwies darauf, dass die Bürgerversammlung keine Plattform für den Wahlkampf sei. Fragen an die Kandidaten gehörten in Wahlveranstaltungen, nicht aber in die Bürgerversammlung, machte Herrmann deutlich. Fast tumultartig wurde es, als Conrad einen Zeitungsartikel hervorholte, in dem auf der Kinderseite eine ehemalige Stalinistin als Vorbild hervorgehoben werde. Das Gemeindeoberhaupt musste einschreiten und deutlich machen, dass es in der Bürgerversammlung niemandem zustehe, die Pressefreiheit anzuprangern. Er empfahl Conrad, in Wahlveranstaltungen seine politischen Ansichten zu vertreten.

Dietmar Alex fragte nach, ob es in landwirtschaftlich geprägten Gemeinden üblich sei, den Flächennutzungsplan zu ändern und 17 Hektar landwirtschaftliche Fläche herauszunehmen, und das ohne Bürgerinformation. Dies sei in der Gemarkung Gössersdorf geschehen. Er stellte den Antrag, bei großen Flächennutzungsänderungen die Bürger vor einer Gemeinderatssitzung zu informieren.

Verwaltungsfachangestellter Stefan Porzelt verwies auf das dem Gemeinderatsbeschluss folgende öffentliche Anhörungsverfahren. Jeder Bürger habe im sogenannten Bauleitverfahren mit öffentlicher Anhörung über zwei Monate Zeit, sich zu informieren, so der Bürgermeister. Trotzdem ließ er über den Antrag von Dietmar Alex abstimmen, ob die Gemeinde zukünftig vor einer Gemeinderatssitzung eine Informationsveranstaltung bei Flächenänderung ab einer Größe von fünf Hektar durchführen soll. Von 84 Anwesenden stimmten jedoch nur 27 dem Antrag zu. Es bleibt also, wie es ist.

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