Eggolsheim

Eggolsheim stellt Weichen für die Zukunft

Ein neues Baugebiet, eine neue Kita, Dorferneuerungen und Zuschüsse für sanierungswillige Bauherren: Dank hoher Steuereinnahmen geht die Marktgemeinde zahlreiche Projekte an.
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Die Schulsportanlage Fotos: Gemeinde Eggolsheim
Die Schulsportanlage Fotos: Gemeinde Eggolsheim
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Etwa 130 Bürger kamen zur Bürgerversammlung in die Eggerbachhalle Eggolsheim und hörten sich an, was Bürgermeister Claus Schwarzmann und die Gemeinde im kommenden Jahr planen. "Wir müssen aktiv werden, damit wir unsere jungen Leute nicht verlieren", appellierte Schwarzmann und schob die Begründung gleich hinterher: "Wir haben konkrete Nachfragen von einheimischen Bürgern nach Baugrundstücken und Wohnungen." Da die Innenentwicklung der Ortschaften trotz freier Baugrundstücke nur begrenzt möglich ist, müsse die Gemeinde Flächen als Bauland ausweisen und Bauplätze schaffen.

In der anschließenden Diskussion regte sich Widerstand: Ein Bürger wies darauf hin, dass ein Teil des künftigen Wohnbaulandes geschütztes Biotop sei. Schwarzmann stimmte zu und ergänzte, dass hier gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde eine Untersuchung stattfinden und anschließend Ausgleichsflächen geschaffen werden müssten.

Finanziell dreht die Marktgemeinde Eggolsheim am ganz großen Rad, erläuterte Schwarzmann die Zahlen von Verwaltungs- (13,7 Millionen Euro) und Vermögenshaushalt (14,3 Millionen Euro). Der Überschuss von 2,2 Millionen Euro, der dieses Jahr dem Vermögenshaushalt zugute kommt, ist auf Rekordniveau, versicherte der Bürgermeister. Das liegt nicht zuletzt an den hohen Einnahmen durch Gewerbe-, Grund-, und Einkommenssteuer.

Hohe Pro-Kopf-Verschuldung

Doch der Neubau einer Kindertageseinrichtung und die Erweiterung einer weiteren Einrichtung kosten insgesamt 2,77 Millionen, ebenso wird Geld für die Dorferneuerung in Neuses, Drügendorf, Weigelshofen und Drosendorf, sowie das Eler-Verfahren in Bammersdorf benötigt. Bis zum Jahresende wird die Pro-Kopf-Verschuldung in Eggolsheim 1650 Euro betragen, während sie sich im Landesdurchschnitt auf 680 Euro beläuft.

Die Investitionen sind jedoch nur möglich, weil auch die staatlichen Investitionszuweisungen hoch sind: "Es war unsere bewusste Entscheidung, die Dinge, die gemacht werden müssen, jetzt anzupacken", so Schwarzmann. Immerhin wisse niemand, ob die Zuschüsse in drei Jahren noch in gleicher Höhe gezahlt würden.

Leerstände vermeiden

In Eggolsheim setzt der Bürgermeister auf die Innenentwicklung, damit der historische Ortskern und denkmalgeschützte Ensembles erhalten bleiben. Für sanierungswillige Bauherren wird es Förderungen geben, so dass Leerstände vermieden oder beseitigt werden können. Selbstverständlich wird diese Entwicklung mit der entsprechenden Beteiligung der Bürger stattfinden, versicherte Schwarzmann. Aus dem Alten Rathaus könne ein Schmuckstück werden. Das mehr als 300 Jahre alte Gebäude könnte beispielsweise gastronomisch genutzt werden, wünschte sich Schwarzmann.

Ebenso muss an der im gemeindlichen Eigentum befindliche Schulsportanlage einiges erneuert werden. Die konkreten Planungen hierzu sollen in einer der kommenden Sitzungen des Marktgemeinderates vorgestellt werden.

Wohin mit dem Hundekot?

Ob der weitere Ausbau der Radwege, die interkommunale Zusammenarbeit mit den Gemeinden Buttenheim, Altendorf und Hallerndorf, die Bürgerstiftung, die Sanierung des Friedhofs, Breitbandausbau oder die Verkehrsüberwachung: Auf der Bürgerversammlung wurden zahlreiche Eggolsheimer Themen vorgestellt und angesprochen.

An der anschließenden Diskussion beteiligten sich zahlreiche Bürger und wollten beispielsweise wissen, wie hoch die Erlöse aus der Verkehrsüberwachung sind. "Wir haben einen Überschuss von etwa 15 000 Euro, erklärte Schwarzmann: "Das Geld ist für zusätzliche Beschilderung ruck-zuck weg".

Der Nachfrage nach mehr Hundekotbeutelspendern und den dazugehörigen Abfallbehältern erteilte Schwarzmann eine Absage. Seine Empfehlung, den Kotbeutel mit nach Hause zu nehmen und dort in den Abfall zu werfen, quittierten viele Anwesende mit Beifall.

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