Eggolsheim
Berufsfachschule

Eggolsheim soll Stützpfeiler der deutsch-chinesischen Pflegeallianz werden

Bayreuth und Eggolsheim in Oberfranken sowie Shenyang im Nordosten Chinas sollen die Stützpfeiler einer wegweisenden "Pflegeallianz" werden. Die Senivita-Sozial (gemeinnützige GmbH mit ihrer Unternehm...
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Hartmut Koschyk (5. v. l.), Horst Wiesent (7. v. l.), Bernhard Haberl (8. v. l.) und Chen Chen, Projektleiterin bei Senivita für die Zusammenarbeit mit China (9. v. l.), beim Treffen in Shenyang Foto: PR
Hartmut Koschyk (5. v. l.), Horst Wiesent (7. v. l.), Bernhard Haberl (8. v. l.) und Chen Chen, Projektleiterin bei Senivita für die Zusammenarbeit mit China (9. v. l.), beim Treffen in Shenyang Foto: PR
Bayreuth und Eggolsheim in Oberfranken sowie Shenyang im Nordosten Chinas sollen die Stützpfeiler einer wegweisenden "Pflegeallianz" werden. Die Senivita-Sozial (gemeinnützige GmbH mit ihrer Unternehmenstochter Dr.-Wiesent-Schulen) plant zusammen mit der Medizinischen Universität Shenyang unter anderem den Aufbau einer bilingualen Berufsfachschule für Pflegefachkräfte.
Bis zu 100 chinesische Pflegeschüler sollen künftig jährlich - nach einer zweisprachigen theoretischen Ausbildung in China - nach Oberfranken kommen, um hier ihre Praxisphase und einen Zusatzunterricht an der Berufsfachschule für Altenpflege in Eggolsheim zu absolvieren.


Drohender Pflegenotstand

"Dieses internationale Projekt kann sicherlich eine gute Antwort auf den drohenden Pflegenotstand in Deutschland sein", erläutert Senivita-Geschäftsführer Horst Wiesent. Er besuchte zusammen mit Hartmut Koschyk, dem Vorsitzenden des Senivita-Aufsichtsrates, Bernhard Haberl, dem Direktor der Dr.-Wiesent-Berufsfachschule für Altenpflege, sowie China-Projektleiterin Chen Chen die Stadt Shenyang, um die Zusammenarbeit im Bereich der Pflege zu vertiefen.
Höhepunkt des Besuches war die Unterzeichnung der Absichtserklärung zur weiteren Qualifizierung von Absolventen der Medizinischen Hochschule Shenyang zu examinierten Pflegefachkräften und zur Errichtung der chinesisch-deutschen Berufsfachschule für Pflege. Hierzu wurden bereits wichtige Punkte vereinbart. So soll ein chinesisch-deutsches Curriculum erarbeitet und den zuständigen Ministerien in Bayern und der Provinz Liaoning zur Genehmigung vorgelegt werden.
Die theoretische Ausbildung an der Berufsfachschule für Pflege in Shenyang soll mit einem hochwertigen Deutschunterricht verbunden werden. Die weiteren organisatorischen und inhaltlichen Fragen im Zusammenhang mit der Errichtung der Pflegeschule sollen bei einer deutsch-chinesischen Fachkonferenz im Oktober in Bayreuth diskutiert und vereinbart werden.
In Shenyang unterrichteten die Vertreter von Senivita und der Dr.-Wiesent-Schulen auch den stellvertretenden deutschen Generalkonsul Horst-Peter Stache über das geplante Schulprojekt. Shi Mingde, der chinesische Botschafter in Deutschland, unterstützt das Schulprojekt ebenfalls nachdrücklich, nachdem ihm Hartmut Koschyk das Modellvorhaben in der chinesischen Botschaft in Berlin vorgestellt hatte. In Shenyang selbst findet das Vorhaben große Unterstützung, wie der für Bildung, Soziales, Gesundheit und Kultur zuständige Vizeoberbürgermeister Jun Jiang versicherte. Die sieben Millionen Einwohner zählende Metropolregion in der Provinz Liaoning beherbergt bereits zahlreiche deutsche Unternehmen und Institutionen, unter anderem ein BMW-Werk. Horst Wiesent äußerte gegenüber dem Vizeoberbürgermeister die Absicht, eine Pflegeeinrichtung in Shenyang zu bauen.
Eine gewisse Bekanntheit hat das (auch "Betreutes Wohnen Plus" genannte) Konzept in China bereits, da die Senivita-Unternehmensgruppe mit der Medizinischen Universität Shenyang schon seit 2015 zusammenarbeitet. Auf Bitten des Bayerischen Gesundheitsministeriums nahm das Unternehmen damals acht chinesische Absolventinnen der Universität mit dem Abschluss "Bachelor of Nurse" in seine Berufsfachschule für Pflege in Eggolsheim und seine Pflegeeinrichtungen in den Landkreisen Bayreuth und Forchheim auf, um sie erfolgreich zum deutschen Pflegeexamen zu führen. red
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