Effeltrich
Gemeinderat

Effeltrich denkt nach über ein Baugebiet im "Lettenfeld"

Die Gemeinde Effeltrich trägt sich mit dem Gedanken, wegen der fast täglichen Anfragen nach Bauplätzen ein neues Baugebiet auszuweisen, voraussichtlich im Flurbereich "Lettenfeld". Welche Rolle spiele...
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Die Gemeinde Effeltrich trägt sich mit dem Gedanken, wegen der fast täglichen Anfragen nach Bauplätzen ein neues Baugebiet auszuweisen, voraussichtlich im Flurbereich "Lettenfeld". Welche Rolle spiele dabei ein Beitritt zur Förderkulisse "Innen statt außen", fragte einerseits der Rat. Andererseits informierte er sich genau über die Heiztechnik mit Sole-Wärmepumpen. Kaltwärme-Versorgung nennt das die Überlandzentrale Mainfranken (ÜZ).

Sie ist wie die ortsansässige Elektra eine genossenschaftliche Stromversorgung im Raum zwischen Schweinfurt und Kitzingen. Daher rührt auch der Kontakt von Elektra-Geschäftsführer Rudolf Wagner, der die Vorstellung im Rat in die Wege geleitet hatte. Alexander Wolf von der ÜZ hat auch gleich als Beispiel das Lettenfeld durchrechnen lassen. Denn Sole-Wärmepumpen reichen bis zu 100 Metern in die Erde. Die Tiefe des Eindringens wird dabei durch die geo- und hydrologischen Gegebenheiten bestimmt. 55 Meter Tiefe hält das Wasserwirtschaftsamt hier für zulässig.

Für jedes einzelne Grundstück

Das Modell Kaltwärmeversorgung der ÜZ ist keine Wärmenetzwerk. Vielmehr teuft sie für jedes Baugrundstück im Zuge der Erschließung die Erdwärmeaufnahmeleitungen (mit Sole gefüllt) ab. Das ist kostengünstiger, da die Gemeinde die Bohrungen beauftragt, insbesondere die Probebohrung. Falls das Ergebnis in Effeltrich negativ wäre, so sicherte Wagner dem Rat zu, übernähme die Elektra die Hälfte der Kosten für die Probebohrung von rund 15 000 Euro.

Beim Kauf des Grundstücks erhält der Erwerber die erdseitige Technik für die Wärmegewinnung. Das nächste Stück ist eine konventionelle Wärmepumpe für Warmwasser und eine Fußbodenheizung.

Ratsmitglied Simon Wäger (FW) hat schon vor zwölf Jahren auf diese Technik gesetzt. "Wir hatten bisher keine Reparatur; nur gelegentlich muss Sole nachgepumpt werden", versicherte er die Langlebigkeit der doch aufwendigen Wärmegewinnungsform. Fünf bis sechs solcher Sole-Anlagen gibt es in Effeltrich, wusste der Elektra-Geschäftsführer Wagner.

Wolf bezifferte die Kosten der unterirdischen Einrichtung samt Zuleitung zum Haus auf rund 15 000 Euro. Dazu kommen noch die Wärmepumpe (8000 bis 15 000 Euro) und eine Fußbodenheizung (um die 15 000 Euro). Damit sind die Baukosten relativ hoch; es entstünden aber nur jährliche Stromkosten von etwa 700 Euro, wenn man nicht auf eine eigene PV-Anlage zurückgreifen kann. Der Gemeinderat will diese technische Möglichkeit im Auge behalten.

Das Rathausgrundstück

Im Mai hat der Gemeinderat beschlossen, sich die Förderinitiative "Innen statt außen" zunutze zu machen. Ein Kernpunkt dabei ist die Entwicklung des Rathausgrundstückes, das nur zum Teil mit einem Ärztehaus bebaut ist. Beim anstehenden konkreten Beschluss, was man "innen" tun müsse, reagierten etliche Ratsmitglieder besorgt. Insbesondere Matthias Fischbach (DEL) und Johannes Steinert (CSU) hatten große Bedenken. Letzterer befürchtet vor allem eine große Verzögerung bei der Realisierung eines neuen Baugebiets.

Denn nur wenn Bedarf besteht, der nicht durch Maßnahmen im Innerortsbereich abgedeckt werden kann, darf nach den Fördervorgaben "nach außen" gegangen werden. Die Bürgermeisterin Kathrin Heimann (DEL) teilte mit, dass die Verwaltung an der Leerstandserfassung arbeite. Meist laute die Antwort von den Eigentümern unbebauter Grundstücke, dass man aktuell kein Verwertungsinteresse habe. Ähnliches erwartet man auch bei Anfragen zu leerstehenden, eventuell renovierungsbedürftigen Häusern.

Dagegen stehen die Nachfragen nach Baugrund, die bei der Gemeinde einlaufen. Christine Berthold (CSU) bat um "ehrlichen Umgang mit den Eigentümern" der Grundstücke im Lettenfeld. Erst einmal dürfe kein Aufstellungsbeschluss erfolgen.

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