Tettau

Ebertsch: Wir wollen keine Kampfhunde

Die Tettauer Räte legten die Steuer für Besitzer von Kampfhunden ohne Gegenstimmen auf 250 Euro fest.
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Kampfhunde - hier ein Symbolbild eines Staffordshire-Terrier-Mischlings - kosten künftig in Tettau 250 Euro pro Jahr Steuer. Das beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.  Foto: Archiv/Hauke-Christian Dittrich/dpa
Kampfhunde - hier ein Symbolbild eines Staffordshire-Terrier-Mischlings - kosten künftig in Tettau 250 Euro pro Jahr Steuer. Das beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Foto: Archiv/Hauke-Christian Dittrich/dpa
Veronika Schadeck

Der Gemeinderat will keine Kampfhunde in seiner Gemeinde. Einstimmig beschloss das Gremium am Montag in seiner Sitzung, die Steuer für die Besitzer von Kampfhunden auf 250 Euro festzusetzen. Die reguläre Hundesteuer bleibt mit 25 Euro unverändert. Für einen zweiten Hund müssen die Besitzer 50 Euro und für jeden weiteren 100 Euro aufbringen. "Wir wollen keine Kampfhunde, denn diese sind gefährlich", so Bürgermeister Peter Ebertsch (BfT). Helmut Neubauer (BfT) sprach von einem "herrenlosen" Hund, der sich in der Gemeinde und auf dem Schulhof aufhält. So könne das nicht weitergehen. Es gebe Leute und Kinder, die Angst haben. "Bitte werdet tätig!" Es sei ein untragbarer Zustand, dass die Besitzerin überhaupt Hunde halten kann? Zwar sei die Polizei schon dort gewesen, aber nichts sei geschehen. "Muss erst etwas passieren?"


Weiteres Vorgehen?

Wenn sich die Beschwerden häufen, so der Bürgermeister, dann müsse das weitere Vorgehen geprüft werden. Ein anderes Thema war der Jahresbetriebsnachweis beziehungsweise der Jahresplan für den gemeindlichen Forst. Revierleiter Martin Körlin sprach von einem jährlich festgelegten Einschlag von 270 Festmetern Holz aus dem Gemeindewald. Es gehe um eine nachhaltige Bewirtschaftung. 2017 sei dieser mit 200 Festmetern unterschritten worden, während in den Jahren zuvor mehr Holz als planmäßig vorgesehen gemacht worden sei. Finanziell komme bei der Bewirtschaftung des Gemeindewaldes eine "schwarze Null" heraus.
So stünden den Einnahmen in Höhe von 12 700 Euro Ausgaben in Höhe von 12 800 Euro im Jahr 2017 gegenüber. Diese beinhalten unter anderem den Anteil der Gemeinde an der Durchführung von Verkehrssicherungsmaßnahmen an der Straße zwischen Schauberg und Buchbach. Dort wurden in Zusammenarbeit mit der Waldbesitzervereinigung (WBV) und den Staatsforsten Bäume entfernt. Es wurde gemulcht und gefräst.
Über 30 Jahre sei er im Forst tätig, so Körlin. Nur zweimal habe er es geschafft, den Plan einzuhalten, der Rest wurde durch Naturereignisse gesteuert. "Normalerweise", so Körlin weiter, müsste für die nächsten sechs Jahre der Holzeinschlag im Gemeindewald eingestellt werden, um wieder im Plan zu liegen.
Körlin wies auch darauf hin, dass die Hegemeinschaft Ludwigsstadt (dazu gehört Tettau) vom "grünen" in den "roten" Bereich hineingerutscht sei. Das sei dadurch bedingt, dass der Waldverbiss zugenommen habe. Rotwild, so erklärte er, gab es vor wenigen Jahren nur in den Randbereichen. Mittlerweile gebe es diese flächendeckend. "Dadurch wird der ganze Waldumbau erschwert!" Bürgermeister Peter Ebertsch sprach davon, dass zwischen dem Tropenhaus und dem Ortseingang von Kleintettau schon wegen der angrenzenden Häuser Bäume abgeholzt werden müssten. Das, so Körlin, sei Aufgabe der Staatsforsten.
Am Anfang der Sitzung berichtete der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, Carl-August Heinz, von den Ergebnissen der Rechnungsprüfung 2016. Er bescheinigte der Kämmerei eine zuverlässige Dienstausführung. Erfreulich sei, dass die Sanierungskosten beim gemeindlichen Mehrparteienwohnhaus unterschritten werden konnten. Die Gemeinde sollte allerdings die Versorgung des Schulhauses mit Solareigenstrom prüfen. Zudem sollte über eine Satzung für ehrenamtliche Bürger nachgedacht werden. Weiterhin sollte der Bestand der alten Münzen aus dem 18. und 19. Jahrhundert bewertet werden.


Kritik am Hallenzustand

Unter Punkt "Sonstiges" schlug Anika Kappelt (SPD) eine Begehung von Tettau vor. Insbesondere müsste der Friedhof ins Visier genommen werden. Sebastian Eschrich (BfT) forderte den Bürgermeister auf, an eine Familie den Appell zu richten, dass diese den Spielplatz sauber und ohne Hinterlassenschaften verlässt. Hubert Russ (SPD) kritisierte den Zustand in der Turn- und Festhalle. Betonsteine liegen herum, der Aschenbecher quillt über etc. Zudem gehe der "neue Loipenwart" nicht sachgemäß mit dem Loipenspurgerät um. "Wenn wir so weitermachen, dann fährt nächstes Jahr keiner mehr raus!" In der Vergangenheit, so Ruß, sei diese Aufgabe vom TSV 40 Jahre lang ehrenamtlich geleistet wurden. Jetzt wird der Loipenwart bezahlt!
Es sei traurig, so Ebertsch, dass sich keiner im Verein für diese Aufgabe mehr findet. Dietmar Schmidt (SPD) konterte, dass in anderen Gemeinden das Spuren von Loipen zum Aufgabenbereich der Mitarbeiter zählt.


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