Ebern

Ebern will Artenvielfalt stärken

Im Zuge des Projekts "Marktplatz der biologischen Vielfalt" findet am kommenden Freitag ein Waldgang statt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Beim Workshop vor einiger Zeit haben die Teilnehmer Maßnahmen erarbeitet, um in Ebern die Artenvielfalt erhalten. Ein Starterprojekt ist jetzt der Waldgang zu den Biodiversität-Hotspots im Stadtwald, um den Interessierten die derzeitige Artenvielfalt vor Augen zu führen.  Foto: Paula Guggenberger
Beim Workshop vor einiger Zeit haben die Teilnehmer Maßnahmen erarbeitet, um in Ebern die Artenvielfalt erhalten. Ein Starterprojekt ist jetzt der Waldgang zu den Biodiversität-Hotspots im Stadtwald, um den Interessierten die derzeitige Artenvielfalt vor Augen zu führen. Foto: Paula Guggenberger

Janina reuter-schad Seit rund einem Jahr ist Ebern eine der zehn Projektgemeinden beim "Marktplatz der biologischen Vielfalt". Ende Juli fand bereits ein Workshop statt, bei dem mögliche Projekte zum Erhalt der Artenvielfalt in und um Ebern konkretisiert wurden. Dazu gehört als eines der Startprojekte eine Führung für die Öffentlichkeit zu den Biodiversität-Hotspots im städtischen Wald. Ziel der Führung ist es, den Bürgern zu zeigen, welche Vielfalt es in den Wäldern gibt und dass ein dringender Handlungsbedarf besteht, um diese Vielfalt zu erhalten. Die Führung durch den Spitalwald ist für den Freitag, 18. Oktober, um 16 Uhr angesetzt.

Nachhaltige Bewirtschaftung

Seit Jahren wird der städtische Wald durch Förster Wolfgang Gnannt nachhaltig bewirtschaftet. Es wurden viele Maßnahmen zur Steigerung der Artenvielfalt ergriffen. So gibt es viel Totholz, einige Feuchtbiotope und Solitärbäume. Die Artenvielfalt in den Eberner Wäldern soll am Beispiel des Spitalwaldes der Pfründner Stiftung gezeigt werden. Am Freitag, 18. Oktober, findet um 16 Uhr die Führung mit dem Förster Wolfgang Gnannt statt. Treffpunkt ist am ehemaligen Gehöft Lützelebern.

Bürgermeister Jürgen Hennemann hat zum Waldgang auch den Spitalausschuss der Pfründner Stiftung eingeladen. "Das nehmen wir zum Anlass, interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Artenvielfalt und naturnahe Waldbewirtschaftung vorzustellen. Interessierte sind herzlich willkommen, an der Führung teilzunehmen", so der Bürgermeister. "Wir haben in unseren städtischen Wäldern einiges zu zeigen", verspricht der Bürgermeister, der auf rege Teilnahme der Bevölkerung hofft.

Fachleute wirken mit

Im vergangenen Jahr wurde Ebern als Projektgemeinde für den "Marktplatz der biologischen Vielfalt" ausgewählt. Dieses Projekt wird von Projektmanager Florian Lang sowie dem Planungsbüro "Landimpuls" betreut. Die Fachleute sind derzeit mitten in der Erarbeitungs- und Planungsphase der Biodiversitätsstrategien und -maßnahmen für Ebern. Gefördert wird das Projekt durch den bayerischen Naturschutzfonds. Ziel ist es, Maßnahmen in den ausgewählten Gemeinden zu veranlassen, die dem Erhalt der Artenvielfalt dienen.

In Ebern sieht man schon einige Ansätze zum Erhalt der Artenvielfalt, doch sollen nun weitere Maßnahmen konkretisiert werden. Deshalb fand Ende Juli im Betreuungsgebäude der Grundschule in Ebern ein Workshop zum "Marktplatz der biologischen Vielfalt" statt, an dem auch Mitglieder des Steuerkreises "Ebern summt" sowie einige interessierte Bürger teilnahmen, um gemeinsam im Plenum und in Arbeitsgruppen Maßnahmen zu erarbeiten, die in Ebern umgesetzt werden können. Die Arbeitsgruppen konzentrierten sich auf verschiedene Handlungsfelder wie Gewässer, Siedlung, Wald oder Agrarlandschaft. Gemeinsam erarbeiteten die Teilnehmer Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken für jedes einzelne Handlungsfeld, zugeschnitten auf Ebern. Bei der Präsentation der Ergebnisse im Plenum wurde ersichtlich, dass es in Ebern an einigen Stellen in Hinsicht auf die biologische Vielfalt Handlungsbedarf gibt.

Nach der gemeinsamen Erarbeitung der Visionen für Ebern kam man wieder in den Arbeitsgruppen zusammen und konkretisierte das vorher zusammengetragene Material zu Zielen, Maßnahmen und Projekten für Ebern, die schließlich ebenfalls im Plenum vorgestellt und diskutiert wurden. Daraus wiederum leiteten die Teilnehmer dann erste Starterprojekte und einen Aktionsplan ab.

Rund um den Übungsplatz

Die Top-Themen in Ebern, auf die man aufbauen sollte, sind zum einen der ehemalige Standortübungsplatz der Bundeswehr als Hotspot der Artenvielfalt mit dem Naturlehrpfad "Rosi", die Entwicklung von Biotopverbundstrukturen und die Zusammenarbeit und Erkenntnisübertragung auf die Baunach-Allianz. Aus der Analyse der Ausgangslage mit dem Abwägen der Stärken und Schwächen haben sich dann einige Starterprojekte im Rahmen des "Marktplatzes der biologischen Vielfalt" herausgebildet, die sich derzeit in der Umsetzung befinden. So beispielsweise das Aufstellen der bepflanzten Blumenkästen, die derzeit auf dem Eberner Marktplatz begutachtet werden können. Auch die Führung zu den Biodiversität-Hotspots im Wald ist eines der Starterprojekte. Außerdem sind die Strukturkartierung im Umfeld des Standortübungsplatzes als Start für die Entwicklung eines Biotopverbundnetzes sowie die Ausweitung des Wiesenbrütergebiets an der Baunach und des Amphibienmanagements und ein Obstbaumschnittkurs an Gemeindebäumen angedacht, bis weitere größere Projekte ausgearbeitet sind und dann in Angriff genommen werden können.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren